Archives for Weirich
Die „Schand-Maurer“
Sie stand 28 Jahre und 88 Tage, trennte Menschen in Ost und West, hielt ein halbes Land und einen halben Kontinent gefangen. Heute vor 65 Jahren erteilte SED-Chef Walter Ulbricht im geteilten Deutschland den Befehl zur Abriegelung der Sektorengrenze. 10 000 bewaffnete Kräfte rissen Straßen auf, spannten Stacheldraht und errichteten Barrikaden, Grenz-und Volkspolizisten sicherten die Grenze. Die sozialistische Antwort auf Freiheitsliebe hieß Schießbefehl.
Musterknabe ohne Kredit
Als glaubwürdiger Makler ist Deutschland im schon immer währenden Kampf zwischen den für strikte Kostendisziplin bekannten Skandinaviern und den mit einer Neigung zum leichtfertigen Umgang mit öffentlichen Geldern ausgestatteten südeuropäischen Ländern aufgetreten. Seit der ungebremsten Fahrt der schwarz-roten Koalition ins Schuldental ist die Rolle als fiskalischer Musterknabe und Stabilitätsanker allerdings vorbei.
Frau an die Staats-Spitze
Das Schloss Bellevue, der erste klassizistische Bau Preußens und repräsentativer Amtssitz des deutschen Bundespräsidenten ist zur Zeit verwaist. Die einstige Residenz wird für die gigantische Summe von einer Milliarde Euro denkmalgerecht saniert. Nun weht die deutsche Fahne für einige Jahre im Ausweichquartier am Spreebogen in Moabit.
Grundfalsche AfD-Strategie
Ministerpräsident Günther wünscht sich einen „härteren Umgang mit der AfD“, andere Unionspolitiker denken sogar über den Entzug des passiven Wahlrechts für den thüringischen AfD-Fraktionschef Björn Höcke nach, in allen Tonlagen und von allen Seiten werden Ängste vor einer Machtübernahme der Rechtsaußen-Partei geschürt.
Blasse Freiheits-Erzählung
Erinnerungskultur als bewusste Auseinandersetzung einer Gesellschaft mit ihrer Vergangenheit wird in Deutschland angesichts der monströsen Verbrechen der Nazis als demokratische Daueraufgabe gesehen, in den gerade ihr 250 jähriges Bestehen feiernden Vereinigten Staaten wird sie dagegen als Chance zur Umschreibung der Geschichte betrachtet.
Signal zum Aufbruch?
Ist es „ein großer Wurf“ oder doch nur ein „Reförmchen“, mit dem das herbeigesehnte Wirtschaftswachstum kaum angekurbelt werden kann ? Mit dieser offenen Frage und 34 Beschlüssen zu Steuerreform, Arbeitsmarkt und Rente geht die schwarz-rote Koalition am Wochenende in die zweimonatige parlamentarische Sommerpause.
Bärendienst für Demokratie
Demonstrations-Parolen sind mehr als laute Worte, es sind Kampfansagen. Wer wie die Allianz aus Vereinen, Kirchen, Gewerkschaften sowie linken und grünen Bündnissen Zehntausende von Menschen am Wochenende nach Erfurt bittet, um den „Bundesparteitag der AfD zu verhindern“, kämpft nicht gegen Rechtsradikalismus, sondern leistet der Demokratie einen Bärendienst.
Was zählt, ist jetzt Tempo
Bisher hat die schwarz-rote Bundesregierung mit immer neuen Ausflüchten das Tagebuch einer ebenso langsamen wie im Ziel unsicheren Schnecke geschrieben. Probleme wurden thematisiert, aber nicht angegangen, Reformzeitpläne verschoben, die Pflege des Status quo verdrängte die Erkenntnis, dass Nichtstun den dramatischen Abstieg Deutschlands nur verschärft.
Sonnen im Sieger-Glanz
Der Curacao-Cocktail, optisch ein Hingucker, auch für verwöhnte Zungen ein Gedicht, schmeckte zum Auftakt der Fußball-WM schon einmal prächtig. Die erste Runde hat die deutsche Fußball-Nationalmannschaft gegen den Zwerg aus der Karibik mit einem Kantersieg überstanden.
Beim Fiskus schnell „Spitze“
Eine Steuerreform müsse der Mitte der Gesellschaft dienen. Auf diese Allerweltsformel kann sich die schwarz-rote Koalition einigen. Dann aber beginnt bei der SPD das alte Spiel der Umverteilung mit dem beliebten Narrativ der starken Schultern, weshalb der Spitzensteuersatz erhöht werden müsse, um die Entlastungen für untere und mittlere Einkommen zu finanzieren.
