Eya Bouteraa, Marion Barbeau © Neue Visionen Filmverleih

Mit leiser Stimme (Originaltitel: À voix basse) ist ein französisch-tunesischer Spielfilm mit Krimi-Elementen von Leyla Bouzid, die für Regie und Drehbuch verantwortlich zeichnete, aus dem Jahr 2026. In den Hauptrollen sind Eya Bouteraa und Hiam Abbass zu sehen.

Nach dem Tod ihres Onkels kehrt Lilia (Marion Barbeau) aus Paris in ihre Heimat Tunesien zurück, um an seiner Beerdigung teilzunehmen. Lilias Familie weiß jedoch noch nichts von der Frau, die sie liebt. Und als alte Konflikte aufbrechen, wird ihr schnell wieder klar, warum sie einst gegangen ist und sich in der französischen Metropole niedergelassen hat. Dennoch ist sie fest entschlossen, das Verdrängte offensiv anzugehen und unaufgelöste Konflikte endlich geradezurücken. Nähe, Distanz, Zärtlichkeit und die seltsamen Todesumstände ihres Onkels führen entfachen nunmehr ein emotionales Familiendrama. Parallel entschließt sie sich, dem plötzlichen Tod ihres Onkels auf den Grund zu gehen.

Hiam Abbass, Eya Bouteraa © Memento Distribution

Leyla Bouzids dritter Spielfilm beginne „mit einem zurückhaltenden Ansatz, der emotional präzise und leise verheerend“ wirke, so Mia Pflüger auf kino-zeit.de. „Visuell“ bleibe „der Film souverän“, „die Kontraste zwischen dem warmen, später zunehmend beengten Familienhaus in Sousse und den kühlen, modernen Hotelräumen in Tunis“ seien „präzise gesetzt“. Hiam Abbass’ „Darstellung einer Mutter, die ihren Bruder einst zur Offenheit ermutigte, diese Freiheit jedoch ihrer Tochter nicht gewähren kann“, verleihe dem Film „seine größte Tiefe“. Dennoch bleibe „der Eindruck, dass der Film seiner schärfsten Einsicht nicht konsequent genug“ vertraue. Am stärksten sei er „dort, wo er Unbehagen“ riskiere, „am schwächsten dort, wo er sich mit geschmackvoller Zurückhaltung“ begnüge.

Thierry Cheze bescheinigt dem Drehbuch von Leyla Bouzid im französischen Kinomagazin Premiere Finesse angesichts der sich langsam entfaltenden Handlung und der inneren Widersprüchlichkeiten der Charaktere. Sie zeichne ein „subtiles Porträt“ einer Familie, die von den im eigenen Land herrschenden Tabus in Bezug auf Homosexualität zerrüttet sei. „Ohne auch nur einen Hauch von Schwarz-Weiß-Denken“ erweise sich A voix basse „als ein großartiger, ergreifender und mutiger politischer Film.“  Der belgische Filmkritiker Liam Debruel bezeichnete den Film im Onlinemagazin culturaddict.com anlässlich der belgischen Kinopremiere als „bewegendes Drama, das durch seine Auseinandersetzung mit Sehnsüchten und Generationskonflikten in einer Geschichte über unausgesprochene Familiengeheimnisse“ besteche.

 

Frankreich
Tunesien
2026
Original-Titel:  À voix basse
Filmstart in Deutschland: 09.07.2026
R: Leyla Bouzid
B: Leyla Bouzid
P: Caroline Nataf
K: Sébastien Goepfert
Sch: Lilian Corbeille
M: Yom
V: Neue Visionen Filmverleih
L: 113 Min
FSK: keine Beschränkung
D: Eya Bouteraa, Hiam Abbass, Marion Barbeau