Magdalena Laubisch © Filmweh / Markus Ott

Sechswochenamt ist ein deutscher Spielfilm aus dem Jahr 2025 von Jacqueline Jansen. Es handelt sich um Jansens Langfilmdebüt, bei dem sie zugleich Regie führte, das Drehbuch schrieb sowie als Produzentin, Editorin und Casting-Direktorin fungierte. Das Filmdrama erzählt von einer jungen Frau, die nach dem Tod ihrer Mutter während der COVID-19-Pandemie in ihre Heimatstadt zurückkehrt, um den letzten Wunsch der Verstorbenen zu erfüllen.  Seine Weltpremiere feierte Sechswochenamt am 29. Juni 2025 beim 42. Filmfest München in der Reihe Neues Deutsches Kino.

Magdalena Laubisch © Filmweh / Markus Ott

Mit dem Tod ihrer Mutter reißt es Lore (Magdalena Laubisch) den Boden unter den Füßen weg. Während ihr Inneres in einen nie dagewesenen Ausnahmezustand fällt, gerät auch die Außenwelt aus den Fugen. Die Corona-Pandemie bricht aus, und ein Nebel aus Isolation und Einsamkeit legt sich über die rheinische Kleinstadt, in der die Menschen zu empathielosen Einzelkämpfern verkommen. Lore verliert den Glauben an das Miteinander. Inmitten dessen archiviert sie das Leben ihrer Mutter für immer und ringt nach Kräften, um einen Weg der gemeinsamen Verabschiedung zu finden. Dabei muss sie sich den unterschiedlichen Formen des Trauerns innerhalb der Familie und den wie Automatismen auf sie einprasselnden Konventionen stellen. Die Tage und Wochen verstreichen, und es scheint, dass Lore in einer absurden Symbiose mit der pandemischen Ausnahmesituation zu leben beginnt. Mit der Auflösung der Mietwohnung, in der sie noch ein letztes Mal unterkommt, wird ihr bewusst, dass sie nie mehr in das Zuhause ihrer Kindheit zurückkehren kann. In einem letzten Kraftakt schafft sie es, allen Widrigkeiten zum Trotz, eine Verabschiedungsfeier zu organisieren. Dass diese im Schlafzimmer ihrer Mutter stattfindet, erscheint am Ende als fast logische Konsequenz von sechs Wochen Ausnahmezustand. Sechs Wochen, in denen Lore lernt, ihre Trauer zuzulassen, um nicht von ihr aufgefressen zu werden. Dass die Endlichkeit des Lebens geplant werden muss und dass es keine Antwort auf die Frage gibt: Wie trauert man richtig.

Sechswochenamt basiert auf einem autofiktionalen Stoff, den Jacqueline Jansen aus persönlichen Erfahrungen entwickelte und fiktional verdichtete. Die überwiegend ohne institutionelle Förderung oder Senderbeteiligung realisierte Produktion wurde von Jansens Firma Filmweh getragen

Titel: Sechswochenamt

Regie: Jacqueline Jansen
Drehbuch: Jacqueline Jansen

Schauspieler: Magdalena Laubisch, Gerta Gormanns, Lola Klamroth, Olga Prokot, Suzanne Ziellenbach, Marc Fischer, Markus Forg-Thelen, Patrick Joswig, Julia Schmitt, Wolfgang Klein, Ulrike Marx, Bettina Kaminski, Nicole Marischka, Petra Welteroth, Petra Zembka

Bildgestaltung: Markus Ott
Szenenbild: Sophie Rohm
Kostümbild: Angela Queins
Casting: Susanne Ritter, Jacqueline Jansen
Musik: Anna Kühlein