Preis-Ehre für den Kabarettisten gefällt nicht jedem

Ein Künstler mit Haltung: Auch aus diesem Grund ist Dieter Nuhr nicht immer unumstritten. Foto: highgloss.de

(pst). Kaum jemand polarisiert so zuverlässig wie er. Dieter Nuhr eckt an, widerspricht dem Zeitgeist und nimmt dafür oft Kritik in Kauf. Jetzt wurde der Kabarettist für seine Haltung geehrt: Der Zentralrat der Juden verlieh ihm den Leo-Baeck-Preis, seine höchste Auszeichnung. Gewürdigt wird damit vor allem das Engagement des 65-Jährigen gegen Antisemitismus. Zentralratspräsident Josef Schuster lobte, der Nuhr setze sich „mit herausragender Klarheit“ gegen Judenhass ein und positioniere sich „klar an der Seite jüdischen Lebens“. Auch Autor Ahmad Mansour fand warme Worte und beschrieb den Geehrten in seiner Laudatio als jemanden, der Menschen zum Lachen und zugleich zum Nachdenken bringe. Nuhr selbst zeigte sich bewegt. Der Preis mache ihn „sehr stolz“, sagte Nuhr der „Jüdischen Allgemeinen“. Besonders viel bedeute ihm, dass die Auszeichnung nicht seinem Humor gelte, sondern seiner Haltung gegen Intoleranz, Radikalismus und Antisemitismus. Ganz unumstritten blieb die Ehrung dennoch nicht. So stellte die „taz“ die Preisvergabe in einem Kommentar mit der Überschrift „Wie können sie Nuhr?“ offen infrage. Eine breitere öffentliche Protestwelle blieb allerdings aus.