Spaziergang nach Syrakus
„Spaziergang nach Syrakus“ – Eine Reise zwischen Sehnsucht und Wirklichkeit

Der Kinofilm Spaziergang nach Syrakus erzählt von der Sehnsucht nach Veränderung, nach Freiheit und nach einem Leben außerhalb des gewohnten Alltags. Dabei verbindet der Film persönliche Schicksale mit einer Reise, die nicht nur durch verschiedene Landschaften, sondern auch durch die Gefühle und Gedanken der Hauptfigur führt. Besonders gelungen ist die ruhige und eindringliche Atmosphäre des Films. Die Bilder lassen viel Raum für eigene Gedanken und vermitteln das Gefühl, selbst Teil dieser Reise zu sein. Gleichzeitig wirkt die Geschichte an manchen Stellen bewusst nachdenklich und lädt dazu ein, über die eigenen Wünsche und Entscheidungen im Leben nachzudenken.
Die schauspielerischen Leistungen wirken glaubwürdig und zurückhaltend. Dadurch stehen nicht spektakuläre Ereignisse, sondern die Figuren und ihre inneren Konflikte im Mittelpunkt. Allerdings kann das langsame Erzähltempo für Zuschauerinnen und Zuschauer, die eher spannende oder actionreiche Filme bevorzugen, stellenweise etwas zäh wirken. Insgesamt ist
Spaziergang nach Syrakus ein atmosphärischer und nachdenklicher Film, der vor allem durch seine Bilder und seine ruhige Erzählweise überzeugt. Wer Filme mag, die nicht nur unterhalten, sondern auch zum Nachdenken über Freiheit, Lebensentscheidungen und persönliche Sehnsüchte anregen, dürfte an diesem Film Gefallen finden.
Einmal nach Syrakus und zurück – davon träumt Paul Gompitz (Charly Hübner). Mit einer Reise nach Sizilien will er auf den Spuren des Dichters Johann Gottfried Seume wandeln. Da gibt es nur ein Problem: Wir schreiben das Jahr 1982 und Paul lebt in der DDR. Alle Versuche, eine offizielle Genehmigung für seine Ausreise zu bekommen, scheitern. Eine Besuchsreise zu seiner Cousine? Die Mitgliedschaft in der Liga für Völkerfreundschaft? Eine Studienreise? Alles wird abgelehnt! Was bleibt ihm anderes übrig? Paul muss seine Flucht planen. Was die Sache nicht einfacher macht: Er will danach auch wieder nach Hause zurück. Zurück nach Rostock, zur Ostsee, zu seiner Frau Anne (Lina Beckmann). Paul ersinnt einen verwegenen Plan …
Regisseur Lars Jessen („Mittagsstunde“) erzählt in SPAZIERGANG NACH SYRAKUS von unstillbarer Sehnsucht und großem Mut, von tiefer Liebe und inniger Loyalität – und vom Wunsch, die Welt zu sehen, ohne die Heimat zu verlieren. Der Film entstand nach Motiven des Romans „Der Spaziergang von Rostock nach Syrakus“ von Friedrich Christian Delius (erschienen im Rowohlt Verlag), der wiederum auf der realen Flucht von Klaus Müller beruht. Mit feinem Humor und großen Emotionen blickt der Film auf deutsche Geschichte – und verhandelt dabei erstaunlich gegenwärtig das Spannungsfeld zwischen Freiheit und Zugehörigkeit sowie die Frage, wie weit man gehen kann, ohne den anderen zu verlieren.



