Steckerlfischfiasko
„Steckerlfischfiasko“ – viel bayerischer Charme, aber wenig frischer Wind

Mit „Steckerlfischfiasko“ geht die Eberhofer-Reihe bereits in die zehnte Kinorunde. Wieder einmal müssen Dorfpolizist Franz Eberhofer und sein Freund Rudi Birkenberger einen Mordfall in Niederkaltenkirchen lösen – diesmal wird der örtliche Steckerlfischkönig tot im Wellnessbereich eines neu eröffneten Golfclubs gefunden. Parallel sorgt Susis Kandidatur für das Bürgermeisteramt für zusätzlichen Wirbel im Dorf.
Wer die Eberhofer-Filme liebt, bekommt auch diesmal genau das, was er erwartet: skurrile Figuren, bayerischen Dialekt, derben Humor und jede Menge absurde Alltagssituationen. Sebastian Bezzel und Simon Schwarz funktionieren als Franz und Rudi nach wie vor hervorragend, und auch das übrige Ensemble trägt dazu bei, dass sich der Film schnell wieder wie ein Besuch bei alten Bekannten anfühlt.

Allerdings zeigt sich beim zehnten Teil auch deutlich, dass das Erfolgsrezept langsam an seine Grenzen kommt. Die Mordgeschichte ist eher Mittel zum Zweck und entwickelt kaum echte Spannung. Statt eines clever konstruierten Krimis bekommt man vor allem eine Aneinanderreihung typischer Eberhofer-Momente. Auch die große Zahl an bekannten Nebenfiguren wirkt inzwischen teilweise eher überladen als bereichernd. FILMSTARTS kommt deshalb ebenfalls zu dem Urteil, dass es zwar viel zu lachen, aber wenig zum Miträtseln gibt.
Das ist allerdings nicht unbedingt ein Problem, wenn man die Eberhofer-Reihe ohnehin in erster Linie wegen ihres Humors und ihrer Figuren schaut. „Steckerlfischfiasko“ ist kein Film, der
das Genre neu erfindet – und das will er vermutlich auch gar nicht sein. Er setzt bewusst auf Vertrautes und liefert damit solide Unterhaltung für Fans.
Mein Fazit: „Steckerlfischfiasko“ ist kein Fiasko, aber auch kein Höhepunkt der Reihe. Der bayerische Humor, die liebgewonnenen Charaktere und das vertraute Niederkaltenkirchen sorgen für gute Laune, während der Kriminalfall diesmal ziemlich blass bleibt. Wer Franz, Rudi, Susi & Co. bereits ins Herz geschlossen hat, dürfte im Kino trotzdem seinen Spaß haben. Neueinsteiger hingegen werden sich vermutlich fragen, warum ausgerechnet dieser Fall zehn Filme gebraucht hat.
Bewertung: 3 von 5 Sternen ⭐⭐⭐☆☆
Für Eberhofer-Fans: klare Empfehlung
Für Krimi-Fans: eher weniger
Für einen gemütlichen, bayerisch-chaotischen Kinoabend: durchaus geeignet
Verfilmung der gleichnamigen Eberhofer-Reihe von Rita Falk.



