Die Vereinten Nationen (UN) schätzen, dass seit 1950 rund 990 Millionen Kinder weltweit vor ihrem fünften Geburtstag gestorben sind – das sind fast eine Milliarde Todesfälle innerhalb von nur 75 Jahren. Immerhin: Die Fortschritte sind groß – aber nicht groß genug.

Eine Kindersterblichkeitsrate von 23 Prozent bedeutet: Fast ein Viertel aller Kinder weltweit stirbt, bevor sie fünf Jahre alt werden. Es ist ein unglaubliches Ausmaß. 1950 waren das rund 20 Millionen Todesfälle. Gut, dass das heute nicht mehr so ist. Der Weltgemeinschaft ist es gelungen, die Sterblichkeitsrate drastisch zu senken: 2000 lag sie bei 7,6 Prozent, 2024 bei 3,6 Prozent. Es hat sich viel getan – etwa, was die Lebensbedingungen und die medizinischen Versorgung weltweit angeht.

„Aber der Tod von Millionen kleinen Kindern jedes Jahr bleibt eines der schlimmsten Probleme dieser Welt und verdient sehr viel mehr Aufmerksamkeit“, schreiben Ökonom Max Roser und Datenwissenschaftler Edouard Mathieu für die Online-Publikation Our World in Data. Fünf Millionen unter 5-Jährige verloren 2024 ihr Leben.

Großes Potenzial: Mehr Impfungen

Das ist inakzeptabel. Und lässt sich ändern. Ein Instrument, das dazu verstärkt zum Einsatz kommen muss: Impfungen. Sie können heutzutage vor zahlreichen Krankheiten und ihren Komplikationen schützen. Masern oder Diphtherie müssten heute – rein medizinisch gesehen – nicht mehr das Unheil anrichten, das sie noch anrichten. Doch jährlich erhalten mehr als 14 Millionen Kinder weltweit nicht eine einzige Routineimpfung.

Und auch in Deutschland gibt es Impflücken, die unnötiges Leid verursachen können. Ein Beispiel: Diphtherie, Tetanus, Pertussis (DTP). „Viele Kinder schließen die Grundimmunisierung nicht zeitgerecht ab“, stellt das Robert Koch-Institut (RKI) fest. „Bis zum Alter von 6 Jahren hatten 89 Prozent der Kinder die Grundimmunisierung gegen DTP abgeschlossen“.

Dass eine Krankheit wie Diphtherie hierzulande fast in Vergessenheit geraten ist, liegt nicht etwa daran, dass der Erreger uns nicht mehr gefährlich werden könnte – sondern daran, dass Impfungen dafür sorgen, dass er keine regelmäßigen Tragödien mehr verursacht. 1892 starben in Deutschland mehr als 50.000 meist junge Menschen an Diphtherie. Das änderte sich erst mit Einführung der Vakzine ab 1913. Heute ist die Krankheit fast verschwunden. Dass das so bleibt, ist kein Naturgesetz. Es hängt allein davon ab, wie gut die Menschen sich und ihr Umfeld schützen. 2025 ist ein Schuljunge daran verstorben – er war ungeimpft.

Quelle: https://pharma-fakten.de/grafiken/kindersterblichkeit-eine-taegliche-tragoedie-in-enormem-ausmass/