„Es braucht nicht viel, um Gutes zu tun“

Es vergeht kein Tag in Deutschland, an dem nicht Blut und Blutplasma gebraucht wird – sei es für die Behandlung schwerer Krankheiten, nach Unfällen oder bei Operationen. Doch der Anteil der Menschen, die Blut spenden, ist gering, gerade unter jungen Erwachsenen. Vor allem im Sommer werden Blutkonserven häufig knapp. „Also: Einfach machen“, appelliert das Robert Koch-Institut (RKI).

Es vergeht kein Tag in Deutschland, an dem nicht Blut und Blutplasma gebraucht wird – etwa für die Behandlung schwerer Krankheiten oder bei Operationen. Doch nur wenige Menschen spenden Blut © Ahmad Ardity auf Pixabay.com

3,3 Prozent der 18- bis 75-Jährigen spendeten im Jahr 2024 Blut, regelmäßig tun dies sogar nur 2,7 Prozent, so das RKI. „Insgesamt kamen dabei rund 7,1 Millionen Spenden zusammen, 3,6 Millionen davon waren Vollblutspenden.“ Etwa 500 Milliliter Blut werden bei einer solchen Vollblutspende aus einer Vene entnommen. Anschließend wird es in seine Bestandteile – rote Blutkörperchen, Blutplättchen und Blutplasma – aufgetrennt. „Diese können für verschiedene Patientinnen und Patienten eingesetzt werden. Eine einzige Vollblutspende kann damit bis zu drei Menschen helfen“, erklärt das RKI. Gerade regelmäßige Spenden sind wichtig – denn Blut kann weder künstlich hergestellt noch ewig haltbar gemacht werden, Nachschub ist also immer notwendig.

Den größten Anteil der Vollblutspenden leisten laut RKI „Menschen im Alter von 55 bis 64 Jahren. Gleichzeitig ist die Spendenaktivität junger Erwachsener zwischen 18 und 24 Jahren in den vergangenen fünf Jahren um 25 Prozent zurückgegangen.“ Das macht dem Institut Sorgen. Denn: „Viele ältere Spenderinnen und Spender werden in den kommenden Jahren alters- oder gesundheitsbedingt nicht mehr spenden können. Um die Versorgung von Patientinnen und Patienten auch künftig sicherzustellen, werden junge Menschen daher dringend als regelmäßige Blutspenderinnen und Blutspender benötigt.“

Blutspende: „Ein kleiner Schritt, der viel bewegt“

Neben der Vollblutspende gibt es auch die Blutplasmaspende © Ahmad Ardity auf Pixabay.com

Laut dem Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) braucht es „nicht viel, um Gutes zu tun“. Ein „kleiner Pieks, entspannen, fertig“. Nach ein paar Formalien wie einem Spenderfragebogen und einem Gesundheitscheck (genug Eisen im Körper?) kann die Spende in der Regel beginnen. Bei der Vollblutspende fließt das Blut aus der Vene direkt in einen Kunststoffbeutel, ist beim BIÖG zu lesen. „Die Spende selbst dauert etwa 10 bis maximal 15 Minuten.“

Statt Vollblut ist es auch möglich, Blutplasma zu spenden, heißt es weiter: „Aus einer Vene wird dir Vollblut abgenommen, das über einen Schlauch in ein spezielles Gerät, das Plasmapherese-Gerät, gelangt. Dort werden die festen Bestandteile des Blutes, die Blutzellen, und der flüssige Anteil, das Plasma, voneinander getrennt. Während das Plasma in einem speziellen Behälter gesammelt wird, gelangen die übrigen Blutbestandteile noch während der Spende zurück in deinen Körper.“ In der Regel dauert das zwischen 30 und 45 Minuten. „Plasma besteht zu etwa 91 Prozent aus Wasser. Der Rest sind Nährstoffe, Hormone, Mineralien und viele verschiedene Eiweißstoffe (Proteine). Diese Eiweiße sind zum Beispiel zur Blutgerinnung und zur Abwehr von Infektionen lebenswichtig. Einige dieser Proteine können direkt zur Behandlung von Krankheiten genutzt werden. Gespendetes Plasma kann für Transfusionen angewendet (therapeutisches Plasma) oder zur Herstellung von Arzneimitteln fraktioniert werden (Fraktionierungsplasma).“

Besonders wichtig: Blut spenden im Sommer

Mit der Kampagne „Dieser Sommer ist hot“ ruft das Bundesinstitut dazu auf, gerade jetzt Verantwortung zu übernehmen. Denn „vor allem in den Sommermonaten brechen die Spendezahlen immer wieder ein – es ist Urlaubszeit, Menschen verreisen, andere verschieben die Blutspende wegen der hohen Temperaturen auf einen späteren Zeitpunkt. Für die medizinische Versorgung vieler Patientinnen und Patienten sind Blutspenden jedoch unverzichtbar: Täglich werden sie bei Operationen, in der Notfallmedizin oder der Krebstherapie benötigt.“

Für Bundesgesundheitsministerin Nina Warken steht fest: „Blutspenden retten Leben: Der Aufwand ist überschaubar, die Wirkung unbezahlbar. Der Bedarf an Blutkonserven ist unverändert hoch. 80 Prozent aller Menschen in Deutschland sind im Laufe ihres Lebens auf Blutpräparate angewiesen – nicht einmal fünf Prozent spenden regelmäßig Blut.“ Sie sagt: „Nutzen Sie die Möglichkeit zur Blutspende und motivieren Sie in Ihrem Umfeld. Jede Spende zählt.“

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