Vivaldi und Ich

In Venedig lebt in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts die Violinistin Cecilia im Waisenhaus Ospedale della Pietà, wo sie bereits als Findelkind aufgenommen wurde. Die Einrichtung feiert zwar ihre musikalische Exzellenz, versteckt die für die Adelsfamilien der Stadt spielenden Frauen und Mädchen aber hinter Gittern. Für die Frauen arrangiert das Institut Ehen zu einem in harten Verhandlungen vereinbarten Kaufpreis, als verheiratete Frauen dürfen sie nicht mehr musizieren. Cecilia ist dem Grafen Sanfermo zur Ehe versprochen, den sie heiraten soll, sobald er vom Krieg gegen die Türken zurückkehrt.
Nachdem das Waisenhaus Antonio Vivaldi als Dirigent engagiert, wählt er Cecilia für die Erste Geige aus, weil sie nicht nur spielt, um gelobt zu werden, sondern weil sie in der Musik lebt und durch sie selbst lebendiger wird. Unter Vivaldis Leitung erlebt das Orchester einen Aufschwung und die Mädchen dürfen nun auch vor Publikum auftreten, ihre Gesichter mit Masken verhüllt. Cecilia hofft insgeheim, dass ihre ihr unbekannte Mutter sie eines Tages aus dem Ospedale abholt, schreibt ihr heimlich immer wieder Briefe, und sucht im Archiv des Instituts nach der Hälfte des Zeichens, das ihre Mutter bei ihrer Aussetzung hinterlassen hat. Eine Mutter, die ihre Tochter auslösen möchte,
könnte die andere Hälfte der Priorin, dem Vormund der Mädchen, als Identifikationsmerkmal zeigen. Cecilias Zeichen ist eine Kompassrose.
Zu Ehren von Friedrich IV. lässt Vivaldi die Mädchen eine Sonate spielen, die ein Violinsolo enthält. Cecilia spielt dieses mit solcher Leidenschaft, dass der König verlangt, dass sie ihre Maske abnimmt. Nach Ende des Krieges kehrt Graf Sanfermo zurück und fordert die Heirat mit Cecilia. Sie versucht zu erreichen, auch danach weiterspielen zu dürfen, ihr Ansuchen wird aber abgelehnt. Selbst Vivaldi kann nichts für sie bewirken. Cecilia verführt daher einen jungen Gemüsehändler, um ihre Jungfräulichkeit zu verlieren, sodass Sanfermo kein Interesse mehr an ihr hat. Vivaldi erreicht zwar, dass sie doch weiterspielen darf, aber Sanfermo bricht ihr das Handgelenk.
Vivaldi komponiert das Oratorium Juditha triumphans, um Venedigs Sieg zu feiern. Cecilia bittet darum, heimlich dem Konzert beiwohnen zu dürfen, zu dem auch Sanfermo erwartet wird. Während der Aufführung entfernt sie sich und die Priorin befürchtet, dass sie sich an Sanfermo rächen und ihn töten wolle. Tatsächlich aber möchte Cecilia fliehen, die Priorin hilft ihr dabei. Das Konzert ist ein Erfolg, aber Vivaldi kann ihn nicht feiern, weil er Cecilias Verschwinden bemerkt. Sie verlässt Venedig und schreibt einen
letzten Brief an ihre Mutter. Vivaldi verbringt rund vierzig Jahre im Ospedale della Pietà und stirbt in Armut.
VIVALDI UND ICH (OT: Primavera) erzählt eine wundervolle Geschichte weiblicher Selbstbestimmung, eingebettet in die atmosphärische Kulisse des barocken Venedigs und getragen von der Musik Antonio Vivaldis – dem Schöpfer der Vier Jahreszeiten. Der preisgekrönte Theater- und Opernregisseur Damiano Michieletto verwebt in seinem Spielfilmdebüt die Biografie des weltberühmten Komponisten mit dem Schicksal einer jungen Waise, die in der Musik die Inspiration findet, ihr Leben in die eigenen Hände zu nehmen. Dabei stellt der gefeierte Opernregisseur unter Beweis, dass er die Magie von Vivaldis Musik auch auf der großen Leinwand zur vollen Wirkung bringen kann.
European Shootingstar 2026 Tecla Insolia verkörpert die talentierte Geigerin auf der Suche nach der eignen Identität mit Kraft und besonderem Feingefühl. An ihrer Seite brilliert Michele Riondino als ehrgeiziger Komponist, der um künstlerische Anerkennung kämpft. Zwei suchende, ringende Seelen, die über die Musik zusammenfinden.
VIVALDI UND ICH ist angelehnt an den historischen Roman „Stabat Mater“ des venezianischen Autors Tiziano Scarpa, der mit Italiens wichtigsten Literaturpreis, dem Premio Strega, ausgezeichnet wurde. Die deutsche Ausgabe erschien im Verlag Klaus Wagenbach. Der Film feierte seine Weltpremiere auf dem 50. Toronto International Film Festival und erhielt in der Folge zahlreiche Preise, so den Audience Award als Best International Feature beim Filmfestival Chicago und den Cinéma Paradiso Palmarès beim Festival du Cinéma Italien de Toulouse. VIVALDI UND ICH ist eine Produktion von Warner Bros. Entertainment Italia und Indigo Film, eine italienisch-französische Koproduktion mit Moana Films in Zusammenarbeit mit Paradise City Sales und Diaphana Distribution.



