Wenn der Frühling den Chiemsee weckt
Natur erwacht rund um Prien

Wenn der Winter langsam seinen Griff lockert, beginnt rund um den Chiemsee eine Zeit voller leiser Veränderungen. Erste Vogelstimmen erfüllen die Luft, Knospen öffnen sich, und in den Feuchtwiesen rund um Prien kehrt sichtbar Leben zurück. Der See selbst spielt dabei eine wichtige Rolle – als natürlicher Klimaregler sorgt er dafür, dass der Frühling hier oft ein wenig früher spürbar wird. Gerade im März zeigt sich dieses Erwachen besonders eindrucksvoll. Während in den Bergen vielerorts noch Schnee liegt, regt sich rund um die Moore, Feuchtwiesen und Schilfzonen des Chiemsees bereits neues Leben.
Wer aufmerksam unterwegs ist, kann beobachten, wie sich die Natur beinahe täglich verändert. „Der Frühling zeigt uns Menschen den Start von etwas Neuem an. Mit Blick auf die Natur ist gerade am Chiemsee, dank seiner Vielfalt an Lebensräumen, jeder Frühling etwas Besonderes“, sagt Heinz-Jürgen Pohl, der seit vielen Jahren als Landschaftsführer Gäste und Einheimische durch die Region begleitet. „Ob in den Mooren, den Feucht- und Uferwiesen oder im Schilfbereich – im Frühling tobt hier sichtbar und hörbar das Leben.“ Dass sich der Frühling rund um Prien oft besonders intensiv zeigt, hängt auch mit der Größe des Sees zusammen.
„Der Chiemsee ist mit seiner beachtlichen Fläche ein wichtiger Faktor für das Klima der Region“, erklärt Pohl. „Er wirkt als Wasserspeicher, reguliert den Grundwasserspiegel und sorgt durch die permanente Verdunstung sogar für ein gesundes Mikroklima.“ Wer jetzt durch die Natur streift, merkt schnell, dass sich vieles verändert. Besonders auffällig ist die Vogelwelt, deren Stimmen im Frühjahr wieder allgegenwärtig sind. „Viele Wanderer nehmen zuerst die Stimmen der Vögel wahr“, sagt Pohl. „Wenn man dann genauer hinschaut, entdeckt man auch, wie rasant sich die Vegetation entwickelt. Fast täglich kommen neue Blüten dazu.“

Auch bei den Tieren beginnt jetzt eine Zeit des Aufbruchs. Zugvögel kehren zurück, Insekten werden wieder zahlreicher und mit ihnen folgen andere Tiere. „Jetzt ist für die Natur die Zeit des Aufbruchs“, erzählt der Naturführer. „Man merkt deutlich, wie die Zahl der Insekten zunimmt. Danach werden auch Fledermäuse, Amphibien und Reptilien wieder aktiv. Und auch unter der Wasseroberfläche entwickelt sich jetzt vieles – auch wenn man das nicht sofort sieht.“ Wer die Natur rund um Prien aus einer neuen Perspektive erleben möchte, kann sich der Führung „Der Natur auf der Spur“ anschließen – allerdings nicht zu Fuß, sondern vom Wasser aus. Mit der ehemaligen Hafenbarkasse „Birgit“ geht es auf eine rund dreistündige Fahrt über den Chiemsee bis in die Nähe des Mündungsgebiets der Tiroler Achen, dem besterhaltenen Binnendelta Mitteleuropas. Unterwegs erfahren die Teilnehmer Spannendes über die Entstehung des Chiemsees als Relikt der letzten Eiszeit, seine Entwicklung im Laufe der Jahrtausende und die besondere Tier- und Pflanzenwelt der Uferbereiche. Mit Netzen, Ferngläsern und einfachen Untersuchungen können die Gäste selbst einen Blick in die Unterwasserwelt werfen und entdecken, was im „Bayerischen Meer“ alles lebt und wächst.
„Bei einer geführten Tour entdeckt man oft Dinge, die man allein leicht übersieht“, sagt Pohl. „Viele Besucher erfahren dabei zum ersten Mal, welche Wege man nutzen sollte oder wie man sich in sensiblen Naturbereichen richtig verhält. Außerdem kann man direkt Fragen stellen und bekommt ein Gefühl für die Zusammenhänge in der Natur.“ Besondere Momente gibt es für den Naturführer jedes Jahr aufs Neue. „Meine Lieblingsmomente ändern sich immer wieder“, erzählt er. „Die Irisblüte ist sicher ein Highlight. Aber auch die ersten Fledermäuse oder junge Biber gehören zu den Momenten, die den Frühling rund um den Chiemsee so besonders machen.“
Weitere Informationen zu den Naturführungen „Der Natur auf der Spur“ finden Interessierte unter
https://www.tourismus.prien.de/erlebnisse/der-natur-auf-der-spur/
Über Prien am Chiemsee:
Mit einem breiten Kultur- und Freizeitangebot lockt die historische Seegemeinde Jung und Alt an den Chiemsee. So folgen Besucher etwa via Schiff den Spuren König Ludwigs II. zum prunkvollen Schloss auf Herrenchiemsee. Mit dem
mittelalterlichen Münster und dem großen Obst- und Kräutergarten lohnt sich auch ein Ausflug auf die benachbarte Fraueninsel. Bei den Priener Direktvermarkter sammeln Aktive auf unterschiedlichen Radl-, E-Bike- und Wanderrouten
regionale Schmankerl für ihr individuelles „Do-it-yourself“-Picknick. Beste Aussichten für Wanderer versprechen verschiedene Themenwege wie beispielsweise der „Obst- und Kulturweg“ in Richtung Ratzinger Höhe. Unterwegs mit dem Ruder- oder Elektroboot genießen Urlauber auf dem Wasser den Blick in die Chiemgauer Voralpen und auch für Segler und (Kite-)Surfer heißt es am Chiemsee „Leinen los“. Entspannung und Spaß gibt es dazu im PRIENAVERA-Erlebnisbad direkt an der Uferpromenade. Abenteuer-Klettergarten, SUP-Kinderkurse & Co. ergänzen das abwechslungsreiche Familienangebot in und um Prien ideal. Sowohl im Sommer als auch im Winter erkunden Interessierte mittels verschiedener Naturerlebnisrouten eines der vielfältigsten Ökosysteme Deutschlands zu Land und zu Wasser. Mit dem speziellen Angebot der Chiemsee Golfcard bespielen Anfänger und Profis für ein einmaliges Greenfee jeweils auf vier von insgesamt zwölf Partner-Plätzen – stets begleitet vom malerischen Alpenpanorama. Kulinarisch verwöhnen die „Priener Wirte“ und die Fischerhütten mit bayerisch-moderner Kost in der heimeligen Gaststube oder frischem Steckerlfisch in den idyllischen Uferauen.



