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Macrons – Ritt über ganz dünnes Eis

Impulsiv, mutwillig, unverantwortlich. Das Urteil über Emmanuel Macron nach der Parlamentsauflösung stand rasch fest. Und wirklich scheint Teil eins der Neuwahlen den Kritikern des französischen Präsidenten Recht zugeben. Erwartungsgemäß ist der extrem rechte Rassemblement Nationale (RN) zur ersten Kraft aufgerückt und hat Chancen, im zweiten Durchgang die absolute Mehrheit der Mandate in der Nationalversammlung zu erringen. Finis Franciae? Doch man sollte Macron nicht unterschätzen. Eine ganze Menge spricht dafür, dass er mit seiner, Freund und Feind überraschenden, Entscheidung einen Politikwechsel herbeiführen wollte: Weg von der Ausgrenzung, die die Rechtspartei in der Vergangenheit nur stark gemacht hat. Stattdessen Einbeziehung in die Verantwortung mit dem Ziel, dass die Wirklichkeit den RN entzaubert. Das Spiel ist eröffnet, der Ausgang ist offen.
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Gesellschaft

Die „Methode Macron“

Emmanuel Macron ist bekannt als größter Verfechter des Projekts europäischer strategischer Autonomie – und genauso bekannt dafür, mit seinen Forderungen zur Stärkung Europas in der Welt Partner vor den Kopf zu stoßen. Dieses Muster zieht sich wie ein roter Faden durch seine Präsidentschaft: Als er 2017 in seiner Sorbonne-Rede zum ersten Mal das Konzept europäischer strategischer Autonomie skizzierte und die Europäer aufforderte, deutlich mehr im Bereich der Sicherheits- und Verteidigungspolitik, aber auch in Bereichen wie Klima, Industrie oder Technologie zu tun, ließ die Kritik nicht lange auf sich warten.
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Gesellschaft

Wettstreit um die Führung

Ob Energie- oder Verteidigungspolitik: Die Divergenzen zwischen Frankreich und Deutschland sind in den vergangenen Monaten offen zutage getreten. Abhilfe sollte das 60. Jubiläum des Elysee-Vertrags leisten. Die Inszenierung war zu diesem Zweck bis ins kleinste Detail vorbereitet worden.
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Gesellschaft

Begrenzter Zauber

Vor fünf Jahren zitterte ganz Deutschland monatelang und fragte sich – und ich gelegentlich auch mich –, ob Frankreich davor stehe, von einer Rechtsextremistin als Präsidentin geführt zu werden, die bald den „Frexit“ anordnen würde. Ein Austritt Frankreichs aus der EU hätte zu einer Implosion der Union und zu einer Eiszeit der deutsch-französischen Beziehungen geführt. Dazu kam es bekanntlich nicht. Emmanuel Macron siegte bei der Stichwahl 2017 mit einer Zweidrittelmehrheit gegen Marine Le Pen.  
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Gesellschaft

Der kleine Prinz

Der französische Präsident Emmanuel Macron soll wegen seiner „kraftvollen Vision von einem neuen Europa“ den Karlspreis der Stadt Aachen erhalten. Wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen, pflegte einst der frühere Bundeskanzler Helmut Schmidt zu sagen. Macrons Vision, oder nennen wir es bescheidener: seine Vorstellungen von Europa, sind nicht allzu weit von denen seines vielgeschmähten Vorgängers François Hollande entfernt. Überhaupt erinnert vieles an eine uralte Forderung der französischen Linken, nämlich die Einführung einer europäischen „Wirtschaftsregierung“, die regelmäßig von allen deutschen Regierungen gleich welcher politischer Couleur abgelehnt wurde.
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Gesellschaft

Der So-gut-wie-Präsident

Das entscheidende Duell der französischen Präsidentschaftswahlen wird am 7. Mai stattfinden: zwischen Emmanuel Macron und Marine Le Pen. Marcon, bis August 2016 Wirtschaftsminister unter Präsident François Hollande und Gründer der Bewegung „En Marche!“, führte seit Wochen gemeinsam mit Le Pen die Umfragen an.
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