von Dieter Weirich

Dieter Wweirich ©seppspiegl

Das Drehbuch einer „sozialistischen Machtergreifung“ in Berlin könnte von dem französischen Erfolgs-und Skandalautor Michael Houellebecq stammen. In „Soumission“(Unterwerfung) hatte er eine politische Fiktion über ein im Jahr 2022 von einem islamistischen Präsidenten regiertes Frankreich entworfen. Das auch bei uns verfilmte Sittengemälde offenbarte einen gnadenlosen Opportunismus der Gesellschaft, Freiheitsliebe wurde zum Fremdwort.

Die Reality-Aufführung der jüngsten Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus übertraf die Phantasie jedes Fernseh-Regisseurs. Tanzende und johlende Anhänger der ihren Wahlsieg feiernden radikalen Linken, ein seine Gesinnungs-Genossen umarmender Unterstützer der terroristischen Volksfront zur Befreiung Palästinas und ein zum Glückwunsch angerückter Clan-Chef Remmo, Islamisten und Rechtsbrecher schienen besonderen Grund zur Freude zu haben.

Im Wahlkampf hatte die Linken den Terror gegen Israel verharmlost, die Hamas als Widerstandskämpfer gefeiert, die Anti-Israel-Boykott-Kampagne unterstützt. Notdürftig versuchte die Parteiführung den offen zu Tage getretenen Antisemitismus zu überdecken.

Dass in der deutschen Hauptstadt mehr als ein Viertel der Wähler radikal links gewählt haben, darunter die Hälfte der Jungen und ein Rekordanteil in der muslimischen Gemeinde, das ist eine Schande für die Hauptstadt. Elif Eralp, gebürtige Münchnerin mit türkischen Wurzeln, will als erste Linke ins Rote Rathaus als Regierende Bürgermeisterin einziehen.

Der Wohnungsnot will sie mit der Enteignung von Wohnungsbaukonzernen begegnen, semantisch geschmeidiger klingt der Begriff der Vergesellschaftung. In der von ansteigender Kriminalität heimgesuchten Metropole will sie künftig weniger Polizei, der Verfassungsschutz soll abgeschafft werden, Abschiebungen von Migranten unterbleiben.

Bei diesem Horror-Programm sollten sich Grüne und Sozialdemokraten eigentlich Verhandlungen über die Bildung einer Regierung verweigern. Linke Extremisten werden aber in der sogenannten Mitte freundlcher als rechte Radikale gesehen. Die Grünen, für die der jüdische Publizist Friedmann geworben hat, haben keine Probleme beim Thema Enteignung. Ob das auch für Antisemitismus gilt, wird sich zeigen.