Paul Boche, Philip Froissant © Florian Mag

„Der Heimatlose“ ist ein bewegender Kinofilm, der sich mit den großen Themen Heimat, Identität und Zugehörigkeit auseinandersetzt. Statt eine einfache Geschichte über das Ankommen zu erzählen, zeigt der Film, wie schwierig es sein kann, seinen Platz in der Welt zu finden, wenn man zwischen Vergangenheit und Gegenwart steht. Besonders gelungen ist die ruhige und atmosphärische Inszenierung. Die Bilder unterstützen die nachdenkliche Stimmung des Films, während die Figuren glaubwürdig und menschlich wirken. Dabei regt „Der Heimatlose“ dazu an, über die Bedeutung von Heimat nachzudenken: Ist Heimat ein bestimmter Ort, sind es die Menschen, die man liebt, oder vielleicht doch ein Gefühl? Stellenweise nimmt sich der Film viel Zeit für seine Geschichte. Das kann etwas langsam wirken, passt jedoch gleichzeitig zur nachdenklichen Erzählweise. Wer rasante Unterhaltung erwartet, könnte daher etwas Geduld benötigen.

Copyright Florian Mag

Insgesamt ist „Der Heimatlose“ ein eindrucksvoller und nachdenklicher Film, der nicht nur unterhalten, sondern vor allem zum Nachdenken anregen möchte. Besonders empfehlenswert ist er für Zuschauerinnen und Zuschauer, die sich für emotionale Geschichten und gesellschaftliche Themen interessieren.

Nach vierzehn Jahren Abwesenheit kehrt der nun 32-jährige Hein (Paul Boche) mit einem Boot in sein auf einer abgelegenen Nordseeinsel gelegenes Fischerdorf zurück, das er seine Heimat nennt. Zu seiner Überraschung kann oder will ihn von der Dorfgemeinschaft keiner wiedererkennen, nicht seine an Demenz erkrankte Mutter Mechthild, nicht seine viel jüngere Schwester Heide und auch nicht sein Kindheitsfreund Friedemann, obwohl sie einst unzertrennlich waren. Um herauszufinden, ob Hein wirklich der ist, für den er sich ausgibt, wird ein Dorfgericht ins Leben gerufen. An drei Gerichtstagen hat Hein die Chance, zu beweisen, dass er kein Schwindler ist. Dabei muss er sich verschiedenen Prüfungen stellen. Dieser Prozess spaltet das Dorf und verwandelt es in einen Hexenkessel. Doch im Verlauf des Prozesses mehren sich die Ungereimtheiten. Heins Erinnerungen an seine Jugend unterscheiden sich grundlegend von denen der geladenen Zeugen. Mit jedem Verhandlungstag verschlechtert sich die Stimmung im Dorf, aus Verdächtigungen wird offene Feindseligkeit. Alle sind überzeugt, dass Hein ein Betrüger ist. Währenddessen wird Hein auch mit seiner eigenen Vergangenheit konfrontiert und muss sich einem Leben stellen, das er eigentlich hinter sich lassen wollte. Die Erkenntnis, warum die Dorfbewohner ihn nicht erkennen, trifft ihn wie ein Schlag.

Stab

Regie Kai Stänicke
Buch Kai Stänicke
Kamera Florian Mag

Mit

  • Paul Boche (Hein)
  • Philip Froissant (Friedemann)
  • Emilia Schüle (Greta)
  • Stephanie Amarell (Heide)