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Buchtipp
Seit Ende des 18. Jahrhunderts zog es Adlige und Bildungsbürger aus Hessen in eine als exotisch wahrgenommene Fremde. Doch was reizte sie daran, ins Ungewisse aufzubrechen? Welche Rolle spielten ihre Vorurteile beim Kontakt mit der indigenen Bevölkerung? Welche Auswirkungen hatten Missionierungseifer, Profitgier und persönliche Begehrlichkeiten im Zusammenspiel mit kolonialstaatlichen Hintergedanken?
Florence Nightingale
Reformerin, Gesundheitsexpertin oder psychisch labile Intrigantiner - wer war Florence Nightingale wirklich? Schon zu Lebzeiten begannen Heroisierung und Mythenbildung, gleichzeitig musste sie sich auch immer wieder scharfe Kritik gefallen lassen. Die Historikerin Hedwig Herold-Schmidt hat sich auf Spurensuche begeben und zeichnet das Bild einer faszinierenden Frau, die oft mit den Beschränkungen ihrer Zeit kämpfte.
Barracoon
Das wissenschaftliche Debüt der später anerkannten afroamerikanischen Völkerkundlerin Hurston wurde 1931 fertiggestellt. Es ist auch ein forschungsgeschichtliches Dokument. Die Autorin recherchierte im Auftrag von Dr. Franz Boas, dem Vater der
amerikanischen Anthropologie. Da sie sich der Problematik subjektiver Erinnerungen aus 67 Jahren Rückschau bewusst war, benutzte sie zur historischen Absicherung weitere Quellen, gab diese aber nicht ordnungsgemäß an. Das ist wohl einer der Gründe, weshalb der Text nie veröffentlicht wurde. Sie hätte ihre Karriere aufs Spiel gesetzt.
Die Stunde der Räuber
In „Die Stunde der Räuber“ geht es um Schillers Verlust der Kindheit, die Unfreiheit, aber auch um Freundschaft, Liebesrausch und Aufbegehren – die schwierigen Anfangsjahre des Dichters. Unterhaltsam, kenntnisreich und zugleich spannend erzählt Udo Weinbörner von den Jugendjahren Schillers bis zur Erstaufführung der Räuber und den Anfangsjahren als freier Schriftsteller in seiner Mannheimer Zeit.
Die Acht Lektionen der Wüste
Die Wüste ist Märchen, Mythos, Science Fiction, Literatur. Sie ist Ali Baba, Sindbad, Der Wüstenplanet, T.E. Lawrence und in weiter Ferne – Leo Africanus, den es im 16. Jahrhundert in die Sahara trieb. Der junge Brite Nicholas Jubber folgt diesem Mann; nur weniger seinen Spuren als den Menschen, die er beschrieb: die Nomaden Nordafrikas.
Das rote Schaf der Familie
Susanne Kippenberger hat sich jahrelang, begeistert von ihrem Studienobjekt, durch Berge von Briefen gegraben, Zeitzeugen befragt und sichtlich Mühe gehabt, das immense Material zu komprimieren. Die hierzulande kaum bekannte Familie Mitford, verwandt mit Churchill, entspricht den Bildern von spleenigen Briten: Adel verpflichtet einerseits zu Wohltätigkeit, gleichzeitig Understatement, Herzoginnen ziehen sich auf entlegene Inseln zurück und züchten Hühner, wenn es finanziell bergab geht. Über persönliche Probleme spricht man noch nicht mal in der Familie.
Auf der Jagd nach Fisch und Fetisch
Eine ausgezeichnete Idee von Silvia Dörfle, den Reisebericht dieser viktorianischen Dame zu übersetzen. Der Leser lernt eine außergewöhnliche Frau kennen. Mary Kingsley reiste Ende des 19. Jahrhunderts 15 Monate lang durch Westafrika (1893, 1895), nachdem ihre Eltern verstorben waren. Ihre umfassende Bildung war lediglich Resultat ermüdender Nachtwachen am Bett ihrer depressiven Mutter, während denen sie las und autodidaktisch lernte. Die Reiselust für Afrika hatte sie wohl vom exzentrischen Vater, der sich kaum um seine Familie kümmerte „und ein Ehemann stand weder in der Liste der Royal Geographic Society, noch war er im Ratgeber für Reisen in tropische Länder als wichtiger Reiseartikel verzeichnet.
Middlemarch
"Middlemarch", der berühmteste Roman von Mary Ann Evans, die unter dem männlichen Pseudonym George Eliot auftrat, um als schreibende Frau wahrgenommen zu werden, gilt bis heute zu Recht als Höhepunkt englischer Romankunst des 19. Jahrhunderts; seine Mischung aus Realismus, farbiger Personenzeichnung, psychologischer Einfühlung, naturwissenschaftlichem und philosophischem Interesse und historischem und sozialgeschichtlichem Bewusstsein ist unerreicht.
Auswanderung aus Kaufungen im 19. Jahrhundert
Kaufungen – Kaum etwas zu essen, Wohnen auf engstem Raum und eine stetig wachsende Bevölkerung: So beschreibt die Kaufungerin Barbara Orth die Lebensumstände vieler in der Lossetal-Gemeinde im 19. Jahrhundert. „Deswegen haben viele Kaufunger alles zurückgelassen und sind in die Vereinigten Staaten übergesiedelt, um dort ein neues Leben zu beginnen“, sagt die 66-Jährige. Einige dieser Schicksale beschreibt die Historikerin in ihrem Buch „Auswanderung aus Kaufungen im 19. Jahrhundert“
Raoul Wallenberg: Die Biografie
Raoul Wallenberg ist eine der schillerndsten und rätselhaftesten Figuren, wenn es um den Widerstand gegen den Nationalsozialismus in Europa geht. Bereits die Geschichte, wie er 1944 zu seiner Berufung als schwedischer Sondergesandter nach Budapest kam, liest sich wie aus einem Spionagethriller. Wallenberg rettete während seiner kurzen Zeit als Sondergesandter Schwedens in Budapest Tausende ungarischer Juden vor dem Holocaust.
