Die österreichische Schriftstellerin Ingeborg Bachmann zählt zu den einflussreichsten deutschsprachigen Autorinnen des 20. Jahrhunderts. Anlässlich ihres 100. Geburtstags nimmt die Filmemacherin Regine Schilling das Leben der Künstlerin in den Fokus.

Sandra Hüller © Elliott Kreyenberg

Das Leben von Ingeborg Bachmann wird durch Reenactments mit Sandra Hüller und Archivaufnahmen dargestellt. Die Dialoge basieren auf Briefen, Tagebüchern und anderen Werken Bachmanns. Es geht um ihre zentralen Lebensphasen von der Geburt über die Zeit in der Gruppe 47 bis zu ihrem letzten Tag in Rom.
Regina Schilling entwarf den Film als hybride Verbindung von Archivszenen und Schauspiel von Sandra Hüller. Dies tat sie nach eigenen Angaben, da es wenig Archivmaterial von Bachmann gebe und sie sich Hüller gut als Vorleserin der Texte vorstellen könne. Beide entwickelten die Inszenierung zusammen. Für Hüller war es dabei wichtig, eher als Sprecherin der Texte und weniger als Schauspielerin in der Rolle Bachmanns aufzutreten. Schilling gab an, sie wolle mit dem Film die Modernität von Bachmanns Texten zeigen. Die Szenen sind teilweise improvisiert, mit Archivmaterial verflochten, von Interviewaufnahmen durchsetzt und vor der Kulisse von Bachmanns eigenen Texten ausgebreitet. Bearbeitet wird Bachmanns Kindheit, die 1926 in Österreich geboren wurde und damit auch während des Zweiten Weltkriegs aufwuchs. Aber auch ihr Dazustoßen zur legendären Gruppe 47 und den Männern in ihrem Leben: Paul Celan, Hans Werner Henze und Max Frisch.

Regina Schilling lebt und arbeitet in Köln und Berlin. Sie studierte Literaturwissenschaften und Pädagogik an der Erziehungswissenschaftlichen Fakultät der Uni Köln. Danach arbeitete sie als Pressereferentin beim Verlag Kiepenheuer & Witsch. Seit 1997 ist sie freiberuflich tätig, von 2000 bis 2023 in der Programmarbeit des Int. Literaturfestival lit.COLOGNE sowie als Dokumentarfilmerin. Für ihre Filme wurde sie vielfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Grimme-Preis, dem Deutschen Fernsehpreis und dem 3Sat-Dokumentarfilm-Preis.

 

 

 

Ingeborg Bachmann – Jemand, der einmal ich war

  • Land: Deutschland, Österreich
  • Länge: 95 Minuten
  • Jahr: 2026
  • FSK: 6
  • Regie: Regina Schilling
  • Darsteller: Sandra Hüller
  • Genre: Dokumentarfilm