Verflucht Normal

Im Jahr 1983 lebt der 12-jährige John Davidson mit seinen Eltern in der südostschottischen Kleinstadt Galashiels. Er ist beliebt und begeistert sich für Fußball, wo er als Torwart großes Talent aufweist und der ganze Stolz seines Vaters ist. Als ein Talentscout eines Profi-Fußballvereins angekündigt wird, entwickelt er motorische Störungen und koprolalische Anfälle, für die er zunächst keine Erklärung hat. Nach einem durch solche Tics verursachten Zwischenfall in der Schule züchtigt ihn der Direktor durch Schläge auf die Handinnenfläche. Wegen der dadurch entstandenen Verletzungen und wegen seiner Tics verpatzt er sein nächstes Fußballspiel und damit seine Chance, den anwesenden Talentscout zu beeindrucken. Nachdem er seinen wütenden Vater beim Abendessen unwillentlich bespuckt und Vater wie Mutter davon ausgehen, dass Johns Ausfälle willentlich geschehen, sind die Familienverhältnisse nachhaltig zerrüttet. Der Vater wendet sich von der Familie ab und zieht schließlich aus, wofür John sich die Schuld gibt. Er unternimmt einen Suizidversuch, wird aber gerettet. Die Mutter akzeptiert schließlich sein Leiden.

Im Jahr 1996 lebt der inzwischen 25-jährige John noch bei seiner Mutter; die Geschwister sind mittlerweile ausgezogen. Mittlerweile wurde bei ihm das Tourette-Syndrom diagnostiziert, das als unheilbar gilt. Die Behandlung mit Haloperidol hilft kaum, bringt aber starke Nebenwirkungen mit sich. Seiner Mutter ist er eine große Last, aber auch einziger sozialer Bezugspunkt. Eine Veränderung in Johns eintönigem Leben tritt ein, als sein ehemaliger Schulfreund Murray nach einem mehrjährigen Auslandsaufenthalt zurückkehrt, um seine krebskranke Mutter Dottie zu unterstützen. Diese, eine ehemalige Fachkrankenpflegerin in der Psychiatrie, erkennt, dass Johns Leiden in seinem aktuellen sozialen Umfeld keine Chancen auf Linderung hat, und bietet ihm an, zu ihr und ihrer Familie zu ziehen, was John gegen den Willen seiner Mutter annimmt. Ihre Motivation ist, in ihrer verbleibenden Lebenszeit jemandem zu helfen. In Dotties Haushalt wird er mit all seinen Problemen akzeptiert, was ihm sichtlich guttut.
Auf Dotties Vermittlung hin spricht der langzeitarbeitslose und demoralisierte John für eine Stelle als Assistent des Hausmeisters im lokalen Bürgerzentrum vor. Hausmeister Thomas „Tommy“ Trotter weiß um Johns Krankheit und stellt ihn trotz mehrerer Pannen während des Bewerbungsgesprächs ein. Er wird zu einer väterlichen Bezugsperson
und legt John nachdrücklich nahe, dass nicht er das Problem sei, sondern das Unwissen seiner Umwelt, und dass die Gesellschaft über seine Krankheit aufgeklärt werden müsse.
Eines Tages findet John Tommy tot in dessen Wohnung auf; mutmaßlich war er an einer natürlichen Ursache gestorben. In der Folge wird John vom Assistenten zum Hausmeister befördert; zeitgleich stellt sich die Krebserkrankung seiner Ersatzmutter Dottie als Fehldiagnose heraus. Nachdem das nahegelegene Krankenhaus eine Familie zu ihm schickt, deren Tochter am Tourette-Syndrom leidet und die sich sichtlich erleichtert zeigt, mit einem an der gleichen Krankheit Leidenden sprechen zu können, greift John den Rat seines Mentors Tommy auf und beginnt, Öffentlichkeitsarbeit zum Thema Tourette-Syndrom zu betreiben. Seine Workshops für Betroffene und Angehörige im Bürgerzentrum werden wahrgenommen; er kann Vorträge an Schulen und vor Polizeieinheiten halten und einem immer größer werdenden Publikum vermitteln, was das Tourette-Syndrom ist und wie man als Betroffener, Angehöriger oder Unbeteiligter damit umgehen kann. Sein Engagement wird 2019 durch die Verleihung des Order of the British Empire durch die britische Königin Elisabeth II. gekrönt, der er vor Aufregung im Rahmen eines Tics ein „Fuck the Queen!“ entgegenschleudert.
Der Film endet mit dokumentarischen Szenen aus dem Leben des realen John Davidson.



