La Grazia

La Grazia (dt.: „Die Anmut“ oder „Die Gnade“) ist ein italienischer Spielfilm von Paolo Sorrentino aus dem Jahr 2025. Das fiktionale Drama erzählt von einem italienischen Staatspräsidenten, der zum Ende seiner Amtszeit mit einem Gesetz zum Thema Sterbehilfe und zwei moralisch fragwürdigen Gnadengesuchen konfrontiert wird. Die Hauptrolle übernahm Toni Servillo. Das Werk wurde als Eröffnungsfilm der Internationalen Filmfestspiele von Venedig ausgewählt. Servillo wurde dort mit dem Darstellerpreis geehrt.

Der studierte Rechtswissenschaftler Mariano De Santis (Toni Servillo) ist der Präsident der Italienischen Republik. Er hat das Land sicher durch sechs Staatskrisen geführt. Nun bleiben ihm nur noch sechs Monate im Amt. Der Witwer und gläubige Katholik lebt mit seiner Tochter Dorotea (Anna Ferzetti) zusammen. Sie ist in seine Fußstapfen getreten und hat als Juristin ein Gesetz zum Thema Sterbehilfe ausgearbeitet. Mariano fürchtet sich davor, es zu unterzeichnen, da es seinem Image als Freund des Papstes zuwiderlaufen könnte. Gleichzeitig hat Mariano über zwei moralisch heikle Gnadengesuche zu entscheiden. In einem Fall hat ein Professor seine unter der Alzheimer-Krankheit leidende Ehefrau erdrosselt. In einem anderen hat eine Frau ihren Mann im Schlaf erstochen, nachdem diese 15 Jahre lang unter seiner Gewalt gelitten hatte. Mariano selbst ist auf seine eigene verstorbene Frau nicht gut zu sprechen – sie hatte ihn einst mit einem Unbekannten betrogen. Seit 40 Jahren kommt er nicht über ihren Seitensprung hinweg, da er die Umstände nicht kennt. Als eines Tages sein Pferd zusammenbricht, muss Mariano zusätzlich darüber entscheiden, ob er es erlösen lassen oder das Tier qualvoll verenden soll. Während Zweifel an ihm nagen, ringt er mit den Fragen von Recht, Gerechtigkeit und Verantwortung. Am Ende steht eine Entscheidung, die das Spannungsfeld zwischen Amt und Privatleben auf eindringliche Weise sichtbar macht.
Für Paolo Sorrentino ist La Grazia der elfte Kinospielfilm, bei dem er Regie führte. Auch verfasste er das Drehbuch und war Koproduzent. Für die Hauptrollen wurden die italienischen
Schauspieler Toni Servillo und Anna Ferzetti verpflichtet. Für Sorrentino und Servillo war es die siebte Zusammenarbeit an einem Spielfilmprojekt. Der Regisseur habe mit seinem favorisierten Darsteller eigenen Angaben zufolge seit 20 Jahren einen „romantischen Film“ drehen wollen. Dies habe Sorrentino mit La Grazia geschafft, obwohl er vom Stil her „nicht plötzlich von Fellini zu Truffaut“ habe wechseln wollen. Regisseur und Schauspieler hätten „endlich den richtigen Ton gefunden, um die Liebe auf die Leinwand zu bringen“. Die Geschichte von La Grazia spielt vor den letzten Tagen einer fiktiven italienischen Präsidentschaft. Unter Sorrentinos Regie hatte Servillo bereits die Rollen der italienischen Ministerpräsidenten Giulio Andreotti (Il Divo, 2008) und Silvio Berlusconi (Loro – Die Verführten, 2018) übernommen.
Originaltitel: La Grazia
Darsteller: Toni Servillo, Anna Ferzetti, Orlando Cinque, Massimo Venturiello, Milvia Marigliano, Giuseppe Gaiani, Giovanna Guida, Alessia Giuliani, Roberto Zibetti, Linda Messerklinger, Vasco Mirandola, Rufin Doh Zeyenouin, Gue Pequeno, Simone Colombari, Alexandra Gottschlich, Francesco Martino
Regie: Paolo Sorrentino
Drehbuch: Paolo Sorrentino
Genre: Drama Land: Italien 2025
Verleih: MUBI/DCM



