US-Forscher verwenden transkranielle Magnetstimulation, wenn Medikamente nicht ausreichen.

© Kleiton Santos auf Pixabay.com

30 bis 40 Prozent der Patienten sprechen nicht auf Medikamente zur Behandlung von Depressionen und sogenannter Zwangsstörungen an. Der Hälfte von ihnen könnte dennoch geholfen werden, so Katherine Scangos von der University of California San Francisco. Sie setzt auf ein nicht-invasives Verfahren namens transkranielle Magnetstimulation (TMS).

Ströme im Gehirn aktiviert

Bei der TMS werden über eine elektromagnetische Spule, die am Kopf des Patienten angebracht wird, kurze elektromagnetische Pulse an das Gehirn geschickt. Dadurch werden elektrische Ströme induziert, die Nervenzellen in bestimmten Bereichen des Gehirns stimulieren. Bei Patienten mit Depressionen wird der dorsolaterale präfrontale Kortex angeregt, ein Teil des Gehirns, der an der kognitiven Verarbeitung von Emotionen beteiligt ist.

Bei Zwangsstörungen werden andere Teile des präfrontalen Kortex des Gehirns behandelt, die mit sich wiederholenden Handlungen zu tun haben. Bei einer Zwangsstörung kommt es zu Handlungen oder Gedanken, die Betroffene wiederholt ausführen müssen. Dagegen können sie sich nicht wehren, etwa gegen den Zwang, sich ständig die Hände zu waschen.

Sitzung dauert drei Minuten

Die meisten Patienten von Scangos werden mit einer neueren TMS-Version behandelt, der sogenannten intermittierenden Theta-Burst-Stimulation, die nur drei Minuten dauert. Da keine Sedierung erforderlich ist und die Nebenwirkungen gering ausfallen – am häufigsten kommt es zu einer Reizung der Kopfhaut – können die Patienten anschließend nach Hause gehen oder ohne Erholungszeit zur Arbeit zurückkehren. Eine Behandlung umfasst in der Regel 20 bis 30 Sitzungen über vier bis sechs Wochen.

“Manche Patienten fühlen sich bereits nach ein oder zwei Wochen besser. Bei anderen kann es vier Wochen oder länger dauern. Depressionen und Zwangsstörungen können lebenslang anhalten, und Folgebehandlungen können Monate oder Jahre nach einer ersten erfolgreichen TMS-Therapie erforderlich sein”, sagt Scangos. Bei der Hälfte der TMS-Patienten mit Depressionen gingen die Symptome um mindestens 50 Prozent zurück. Bei Patienten mit Zwangsstörungen könne die Hälfte einen Rückgang der Symptome um mindestens 35 Prozent verzeichnen.

Quelle: https://www.pressetext.com

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