Archives for Gesellschaft - Page 90
Unabhängig „à la francaise“
Der Ärger im Élysée-Palast ist offensichtlich. Dass der französische Präsident in einem langen Grundsatzinterview auf einen Namensbeitrag der deutschen Verteidigungsministerin antwortet und ihr eine „Fehlinterpretation der Geschichte“ vorwirft, ist schon recht ungewöhnlich. „Die Illusionen einer europäischen strategischen Autonomie müssen ein Ende haben“, hatte Annegret Kramp-Karrenbauer geschrieben. „Die Europäer werden nicht in der Lage sein, die entscheidende Rolle Amerikas als Sicherheitsanbieter zu ersetzen.“ Für Paris war das starker Tobak, ein „Angriff mit einem Flammenwerfer auf die französische Doktrin“.
Leuchtturm ohne Feuer
Im Jahr 1998 bezeichnete die damalige US-Außenministerin Madeleine Albright die Vereinigten Staaten als „unverzichtbare Nation” und erklärte: „Wir stehen aufrecht und blicken weiter in die Zukunft als andere Nationen.” Zwanzig Jahre später präsentieren sich die USA zwar immer noch als unverzichtbare Nation, doch anstatt in die Zukunft zu blicken scheint man in letzter Zeit die Augen verschlossen zu haben. Bedeutet Joe Bidens Sieg bei den Präsidentenwahlen in diesem Monat, dass die USA ihre Augen wieder öffnen werden?
Vaterlandslose Gesellen
Ohne es zu wollen, haben datenbasierte Unternehmen den Konflikt zwischen den Machtblöcken USA und China verschärft und sind in diesen hineingezogen worden. Dem steigenden Druck zur „Re-Nationalisierung“ ihrer Geschäftsmodelle versuchten globale Unternehmen zunächst auszuweichen bzw. für sich zu nutzen. Um sich aber auch neue Handlungsmöglichkeiten zu eröffnen, stoßen diese Unternehmen nun in Bereiche vor, in der die auf dem Nationalstaat basierende Politik versagt: Umweltschutz, Nachhaltigkeit und vor allem der „technologische Neustart“ der Weltwirtschaft.
Sehnsucht nach autoritärer Ordnung
Amerika hat gewählt, die Demokraten dieser Welt sind erleichtert, und doch hat der Wahlausgang die liberalen Eliten abermals in einen Schockzustand versetzt. Der Amtsinhaber, der in den letzten vier Jahren keine Gelegenheit ausgelassen hat, seine Verachtung für demokratische Spielregeln unter Beweis zu stellen, hat bei einer Wahlbeteiligung in Rekordhöhe nahezu die Hälfte aller Stimmen auf sich vereinen können.
15 Jahre Bundeskanzlerin Merkel
Am 22. November 2005 wurde Angela Merkel mit 397 der 611 gültigen Stimmen (Gegenstimmen: 202, Enthaltungen: 12) der Abgeordneten des 16. Deutschen Bundestages zur Bundeskanzlerin der Bundesrepublik Deutschland gewählt. In…
Und die Moral von der Geschicht’?
Donald Trump wird im Januar das Weiße Haus verlassen müssen. Zwar werden die US-Gerichte in den kommenden Wochen das ein oder andere Scharmützel um die Rechtmäßigkeit einiger Stimmen zu klären haben, doch an dem Resultat wird sich dadurch nichts ändern.
Deutsche überzeugt: Biden wird guter US-Präsident
Joe Biden wird ein guter US-Präsident - davon ist die Mehrheit der Deutschen überzeugt. In einer aktuellen Umfrage des ZDF-Politbarometers unter 1.347 Wahlberechtigten in Deutschland vom 10. bis 12. November…
Die Klimaschulden der Welt
Die USA sind das Land, das seit dem Jahr 1970 weltweit die größte Menge des Treibhausgases Kohlendioxid emittiert hat. Auf Platz zwei folgt China, an dritter Stelle liegt Russland. Das…
Präsidenten der USA – Gut zu wissen
Wenn in den USA eine Präsidentenwahl ansteht, bestimmt diese auch bei uns in Europa die Nachrichtenlage. Dabei geht es stets um die Frage: Hat am Ende der Kandidat der Demokraten oder der der Republikaner mehr Wahlmännerstimmen ergattern können? Denn:
Bereits seit der Wahl 1853 hatte kein Bewerber einer anderen Partei ernsthafte Chancen auf das Präsidentenamt. Seitdem schafften es 19 republikanische und 16 demokratische Kandidaten ins Weiße Haus.
Die Welle reiten
Die zweite Welle ist da und die Nachrichten sind nicht gut: Europa ist fest im Griff der Covid-19-Pandemie, der vergangene Sommer mit relativ niedrigen Fallzahlen erweist sich im Rückblick nur als Intermezzo. Mit der kalten Jahreszeit erhöht sich die Ansteckungsgefahr durch den Aufenthalt in geschlossenen Räumen erheblich. Quer über den Kontinent geschieht nun, was die Politik verhindern wollte: Aus Beschränkungen und Sperrstunden werden umfangreichere Lockdowns, wenn nicht pauschal, so doch regional oder sektorspezifisch.
