Ungeduld des Herzens

Ungeduld des Herzens ist ein Filmdrama von Lauro Cress. Der Film basiert auf dem gleichnamigen Roman von Stefan Zweig und erzählt die Geschichte eines Bundeswehrsoldaten, der sich aus Mitleid mit der querschnittsgelähmten Tochter eines reichen Bauunternehmers einlässt. Ungeduld des Herzens feierte im Januar 2025 beim Filmfestival Max Ophüls Preis seine Premiere, wo er als bester Spielfilm und die Hauptdarsteller Ladina von Frisching und Giulio Brizzi als bester Schauspielnachwuchs ausgezeichnet wurden.

Der Bundeswehrsoldat Isaac Nasic macht eine Ausbildung zum Fackelträger auf einem Truppenübungsplatz bei Berlin. Abends trifft er sich mit seinen Kameraden auf der Bowlingbahn. Weil Isaac den Gedanken nicht erträgt, dass seine Exfreundin kurz nach ihrer Trennung schon wieder einen neuen Mann hat, spricht er die nächstbeste Frau an, die ihm über den Weg läuft. Es ist Ilona. Isaac versucht sich bei ihrer Schwester Edith beliebt zu machen, die an einem Tisch sitzt. Bei dem Versuch sie hochzureißen, damit sie mit ihnen ein paar Bahnen wirft, übersieht er jedoch in seinem Übermut den neben ihr stehenden Rollstuhl, und Edith stürzt zu Boden.
Isaac (Giulio Brizzi) lässt Edith (Ladina von Frisching), im Rollstuhl, glauben, er empfinde Zuneigung für sie. Aus Scham, Mitleid und der Suche nach einem Sinn im Leben geht er dabei immer weiter und weckt in ihr die Hoffnung, eines Tages tatsächlich wieder laufen zu können. Doch je mehr Zweifel sie hegt, desto stärker steigert er sich in den lebensfremden Wunsch hinein, sie zu „heilen“. Diese zunehmende Besessenheit setzt eine zerstörerische Dynamik in Gang, die beide ins Verderben treibt.
Mit eindrucksvollen Bildern und großer emotionaler Präzision erzählt Ungeduld des Herzens von der gefährlichen Grenze zwischen Liebe und Mitleid – und davon, wie leicht Hilfe zur
Bevormundung werden kann.



