Sein neuer Film, sein Engagement und seine persönliche Freiheit

Starker Typ: Ulrich Matthes gehört zu den renommiertesten Schauspielern hierzulande. Foto: highgloss.de

(pst). Allein dieser intensive Blick aus den tiefliegenden Augen: Ulrich Matthes gehört zu den Schauspielern, die nicht laut sein müssen, um Eindruck zu hinterlassen. Er steht für feines, nuanciertes Spiel – und scheut auch abseits der Bühne unbequeme Themen nicht. Aktuell ist der 67-Jährige im Kinofilm „Morgen war Krieg“ zu sehen. Darin spielt er den Vater eines jungen Mannes, der sich in einem rechtspopulistischen Deutschland der nahen Zukunft seiner Einberufung entzieht. Der Film kreist um Gewissen, Freiheit und persönliche Entscheidungen. Auch im echten Leben ist Matthes gesellschaftliches Engagement wichtig. So unterstützte er zuletzt eine Berliner Kampagne, die zur Wahl aufrief. Freiheit hat für ihn aber auch eine persönliche Seite. 2021 machte Matthes bei #ActOut seine Homosexualität öffentlich. Im SZ-Podcast „Alles Liebe“ sprach er später über einen unerfüllten Wunsch. „Ich hätte wahnsinnig gerne Kinder“, sagte Matthes dort und bezeichnete seine Kinderlosigkeit als einen „traurigen Nebenaspekt meiner Sexualität“. Er gehöre zu einer Generation, für die eine Familiengründung zweier Männer kaum vorstellbar gewesen sei. Dass dies heute möglich ist, nennt er „eine absolute Errungenschaft der letzten zwanzig Jahre“.