Die progressiven Nostalgiker

Die progressiven Nostalgiker ist ein französisch-belgischer Spielfilm aus dem Jahr 2025 mit Elsa Zylberstein, Didier Bourdon und Mathilde Le Borgne. Die Filmkomödie entstand unter der Regie von Vinciane Millereau, die gemeinsam mit Julien Lambroschini das Drehbuch schrieb.
Im Jahr 1958 führt das französische kleinbürgerliche Ehepaar Hélène und Michel Dupuis ein beschauliches Leben. Er ist bei einer Bank angestellt, sie führt den Haushalt und kümmert sich um die zwei Kinder. Weil die 18-jährige Tochter Jeanne schwanger ist, muss sie heiraten.

Vor der geplanten Hochzeit gewinnt Hélène bei einem Preisausschreiben eine Waschmaschine. Michel will das Gerät verkaufen, aber Hélène weigert sich. Es kommt zum Gerangel zwischen den Eheleuten, bei dem beide einen Stromschlag erleiden. Als sie wieder zu sich kommen, realisieren sie, dass sie sich im Jahr 2025 befinden. In dieser Welt ist Hélène Bankdirektorin, und ihr arbeitsloser Mann Michel kümmert sich um den Haushalt. Tochter Jeanne will eine Frau heiraten, während ihr Bruder Lucien, ein zuvor braver und schüchterner Einzelgänger, zum Rebellen mutiert ist.
Für die Kinder und alle anderen ist das Leben mit Smartphone, Internet und Einparkhilfe normal, aber Michel und Hélène sind fremd in dieser Welt. Hélène lernt schnell dazu, genießt bisher ungekannte Freiheiten und fühlt sich bald sehr wohl. Auch sieht sie ihren Vater wieder, der an Prostatakrebs gestorben war. Weil dessen Erkrankung heilbar wurde, lebt der Vater noch. Michel hingegen kann sich mit der modernen Zeit überhaupt nicht anfreunden und hadert mit dem Verlust seiner Privilegien. Er kämpft mit der elektronisch gesteuerten Küche und noch schlimmer ist es für ihn, dass seine Tochter eine Frau aus Algerien heiraten will.
Das Langfilmdebüt der Schauspielerin Vinciane Millereau wird von der Überzeugungskraft der beiden Hauptdarsteller zum Leben erweckt. Auch wenn die Handlung den einen oder anderen Logiksprung zu viel wagt und zu wenig Wert auf Charakterentwicklung gelegt wird, das Duo Bourdon und Zylberstein verleiht dem zwischen reaktionären Impulsen und progressiven Gelüsten schwankenden Geist der 50er Jahre auf eine Weise Gestalt, die das Zuschauen zum Vergnügen macht.



