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Steuerrecht: Wegeunfall – Krankheitskosten als Werbungskosten absetzbar

Ein Steuerpflichtiger kann seine Krankheitskosten durch einen Unfall absetzen. ©Netto Figueiredo auf Pixabay.com

Ein Steuerpflichtiger, der auf seinem Weg zwischen seiner Wohnung und Tätigkeitsstelle einen Unfall erleidet, kann die dadurch verursachten Krankheitskosten in seiner Steuererklärung als Werbungskosten abziehen. In der Entfernungspauschale sind solche Wegekosten nicht mit abgegolten. So hat es der Bundesfinanzhof entschieden.

Der Fall

Eine Steuerpflichtige erlitt auf dem Weg zwischen erster Tätigkeitsstätte und Wohnung auf dem Nachhauseweg erhebliche Verletzungen. Dadurch entstanden Krankheitskosten, die nicht vollständig von den Leistungen der Berufsgenossenschaft abgedeckt wurden. Die so nicht erstatteten Kosten machte die Steuerpflichtige als Werbungskosten bei ihren Einkünften aus nichtselbständiger Arbeit geltend. Das Finanzamt versagte den Steuerabzug, woraufhin die Steuerpflichtige Klage erhob. Doch auch das angerufene Finanzgericht lehnte die Anerkennung ab.

Bundesfinanzhof (BFH)

Das sah das oberste deutsche Finanzgericht anders und erkannte diese Kosten als Werbungskosten an. Zwar seien grundsätzlich alle Aufwendungen, die Fahrzeug bzw. Wegstrecken bezogen seien, durch die Entfernungspauschale abgegolten, die durch den Weg zwischen Wohnung und Tätigkeitsstätte veranlasst sind, so der BFH. Das gelte für Unfallkosten soweit es sich um echte Wegekosten handele, wie insbesondere Reparaturkosten am Fahrzeug.

Andersartige Aufwendungen, insbesondere solche im Zusammenhang mit der Beseitigung oder Linderung von Körperschäden, die durch einen Wegeunfall zwischen Wohnung und Tätigkeitsstätte (und natürlich umgekehrt, Anm. d. Verf.) eingetreten sind, werden von der Entfernungspauschale nicht abgedeckt. Deswegen können solche beruflich veranlassten Krankheitskosten zusätzlich zu dieser Pauschale als Werbungskosten abgezogen werden.

Urteil des Bundesfinanzhofes vom 19.12.2019, Az.: VI R 8/18

(ka)