Weirich

Weirichs Klare Kante

Die 60.Wiederkehr des Jahrestages des Baus der Berliner Mauer am 13. August wird die Debatte, ob die DDR ein Unrechtsstaat auf deutschem Boden war, wieder beleben. Stramme Linke, aber auch Sozialdemokratinnen wie Ministerpräsidentin Manuela Schwesig lehnen diesen Begriff ab, weil er die braune Unrechtsdiktatur der Nazis mit dem sozialistischen Regime der DDR gleichsetze, zu wenig Respekt vor der Lebensleistung der Bürger unter schwierigen Bedingungen zeige.


Weirichs Klare Kante

Folgt man jüngsten demoskopischen Erhebungen, so fragt das Publikum mit Blick auf die Bundestagswahl am 26. September nach Kompetenz und klaren Zukunftskonzepten. Doch worüber wird erregt diskutert, ja sogar gestritten? Über tatsächliche oder angebliche Plagiate in Politikerbüchern, die niemandgelesen hat. Über die vorgebliche Notwendigkeit, mit “Gendern” in der deutschen Sprache Gerechtigkeit (zwischen wem auch immer) herzustellen. Der Vorwurf gilt nicht nur “der Politik”. Er gilt auch der Gesellschaft insgesamt.


Weirichs Klare Kante

In der Welt der Globalisierung und Digitalisierung fressen nicht die Großen die Kleinen, sondern die Schnellen die Langsamen. Schnecke bleiben oder Gazelle werden, das ist die entscheidende Zukunftsfrage. Um große Sprüche sind die Politiker jedweder Provenienz nicht verlegen, doch klaffen Anspruch und Wirklichkeit immer weiter auseinander. Alle reden vom Klimaschutz, in unserer täglichen Dagegen-Republik wird aber der notwendige Stromtransport von Nord nach Süd blockiert. Und nicht nur das…


Weirichs Klare Kante

Schwarz steht bei mir für Schlichtheit, Eleganz und Perfektion. Schwarz ist meine Lieblingsfarbe. Als alter, weißer Mann teile ich diesen Geschmack offenkundig mit vielen jungen Männern aus der start-up-Szene, die eine Vorliebe für schwarze Kleidung haben. Trifft man sie in der Mehrzahl, wähnt man sich in einem Kloster. Jetzt aber gehen die Sprach- und Gsinnungswächter auch dieser Farbe an den Kragen. “Schwarfahren” diskriminiere als Begriff dunkelhäutige Menschen. Daher müsse er aus dem verbalen Gebrauch verbannt werden. Dabei fehlen einem in diesem Land ohnehin allmählich schon die Worte.


Weirichs Klare Kante

Natürlich haben verfolgte Menschen Anspruch auf Schutz und Asyl. Aber einen ebensolchen Anspruch auf Schutz vor Anschlägen und Attentaten hat die Bevölkerung. Der in Frankfurt zurzeit laufende Prozess gegen einen Bundeswehroffizier, der sich – mit Erfolg – als angeblicher Syrer Asylrecht in Deutschland “erworben” hat, zeigt geradezu beispielhaft, wozu behördliche Sorglosigkeit führen kann


Respektlos

Es gibt Respektlosigkeiten, die unverzeihlich sind. Dass die aus Afghanistan nach einem zwanzigjährigen Einsatz heimkehrenden deutschen Soldaten weder von der Bundeskanzlerin noch von der Verteidigungsministerin offiziell in der Heimat willkommen geheißen wurden, haben die Angehörigen unserer Streitkräfte nicht verdient. 59 deutsche Soldaten kamen in Afghanistan ums Leben, 35 von ihnen wurden im Gefecht oder durch Anschläge getötet. Eine offizielle Würdigung gerade jetzt wäre auch deshalb angemessen gewesen, weil die Sinnhaftigkeit des Afghanistan-Einsatzes sehr kritisch diskutiert wird.


Der Kampf um Merkels Erbe

Halali im Hohen Haus. Der Deutsche Bundestag hat sich in die parlamentarische Sommerpause verabschiedet. Die heiße Phase des Wahlkampfes, also die letzten hundert Tage vor der bundespolitischen Entscheidung am 26.September dieses Jahres, hat begonnen. Und damit der Schlussspurt im Rennen um das Erbe von Angela Merkel.


Weirich am Montag

Der legendäre SPD-Bundestagsfraktionschef Herbert Wehner beschimpfte sie 1969 als „alte Pendlerpartei“, bevor seine Genossen mit ihr zu einer sozialliberalen Koalition aufbrachen. Daraufhin wollte sie der abgewählte christdemokratische Kanzler Kurt Georg Kiesinger aus den Parlamenten “hinauskatapultieren“. In den ersten drei Jahrzehnten der Nachkriegszeit war die FDP immer die dritte Kraft im Deutschen Bundestag. Dann kamen die Grünen. Doch mittlerweile befinden sich die Liberalen wieder im Aufwind.


Weirich am Montag

Konrad Adenauer, Ludwig Erhard, Kurt Georg Kiesinger, Helmut Kohl und Angela Merkel – die meisten Wahlkämpfe hat die Union als die angestammte Regierungspartei der Nachkriegszeit mit dem Slogan: „Auf den Kanzler kommt es an“ bestritten. Für die Bundestagswahl am 26. September brauchen sich die Spin-Doktoren der Partei um keine gendergerechte Lösung bemühen, denn Angela Merkel macht nach 16 Regierungsjahren Schluss.


Weirich am Montag

Babyboomer im Anmarsch auf die Rentenkassen, eine stagnierende Geburtenrate, ein steigender Anteil älterer Menschen bei gleichzeitiger Schrumpfung der „Generation Mitte“ – der demografische Wandel Deutschlands ist mindestens so besorgniserregend wie es die sich aus dem Klima ergebenden Herausforderungen sind. Eine Große Koalition der Verdränger, von den Regierungsparteien bis hin zur grünen Opposition, übt sich in Vogel-Strauß-Politik, steckt den Kopf in den „Renten-Sand“, hat Angst vor der Rente mit 68, die nur ein Aspekt bei der Bewältigung der Probleme wäre.