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208.000 Euro Geldstrafe: Kunde verpackt Kalbs- leber in Obsttüte

Die Kalbsleber in die Obsttüte gepackt

„Kleiner“ Ladenbetrug, hohe Geldstrafe. So erging es einem Straftäter, der in einem Münchener Supermarkt Kalbsleber im Wert von knapp 50 Euro zusammen mit Obst abwog, alles zusammen als Obst einscannte und versuchte, damit durch die Kasse zu kommen. Das Amtsgericht München urteilte knallhart, wie jetzt das juristische Nachrichtenportal „kostenlose-urteile.de“ berichtete.

Der Verurteilte war schon wiederholt straffällig geworden. Im einzelnen:

Der Fall

Ein 58-jähriger lediger Kaufmann, ohne festen Wohnsitz in Deutschland, wurde in einem Münchner Supermarkt im Dezember 2017 festgehalten, nachdem er zum vierten Mal binnen eines Monats Kalbsleber in eine Obsttüte umgepackt, an der Selbstbedienungskasse als billiges Obst abgewogen, eingescannt und bezahlt hatte. Im letzten Fall betrug der Wert der Kalbsleber 47 Euro.

Der Täter wurde wegen fehlenden Wohnsitzes in Deutschland und wegen des zu erwartenden Strafmaßes in Untersuchungshaft genommen. Er gestand die Taten vollumfänglich, die der Marktleiter als Zeuge bestätigt hatte. Ein Motiv für seine Tat gab er nicht an.

Ein Täter mit Vorgeschichte

Der Täter war strafrechtlich kein Unbekannter: 2011 war er wegen Diebstahls einer Tonerkartusche zu einer Geldstrafe verurteilt worden. 2013 war er nach 11 Monaten Untersuchungshaft wegen Steuerhinterziehung neben einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren, die zur Bewährung ausgesetzt wurde, zu einer Geldstrafe von 440.000 Euro verurteilt worden. 2015 wurde er wegen eines weiteren Steuerdeliktes und weil er einen ausländischen Wohnsitz vorgetäuscht hatte, zu weiteren 21 Monaten Freiheitsstrafe verurteilt.

Das Urteil

Das Amtsgericht München verurteilte den geständigen Täter zu 208.000 Euro Geldstrafe. Für die nach sogenannten „Tagessätzen“ zu bemessende Höhe konnte das Gericht ein Monatseinkommen des Verurteilten in Höhe von 24.000 Euro zugrunde legen. Daraus folgerte das Gericht, dass 260 Tagessätze angemessen und angesichts der Höhe des Einkommens 800 Euro für jeden Tagessatz anzusetzen seien.

Bei der gebotenen Abwägung berücksichtigte das Gericht zugunsten des Täters dessen Geständnis und den vergleichsweise geringen Wert der Ware sowie die bereits „abgesessene“ Untersuchungshaft von 11 Monaten.
Zulasten des Täters führte das Gericht zur Urteilsbegründung an dessen Vorstrafenregister, die bereits verhängten Freiheitsstrafen wegen Vermögensdelikten und seine an den Tage gelegte beachtliche kriminelle Energie.

Amtsgericht München, Urteil vom 10.1.2018, Az.: 864 Ds 238 Js 223135/17

D.K.