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Leder-Patrioten

 Mit der Eröffnungsspiel der deutschen der deutschen Fußball-Nationalmannschaft bei der Europameisterschaft auf eigenem Boden gegen Schottland hoffen alle auf eine Wiederholung des „Sommermärchens“ bei der Fußball-WM 2006. „Es sind alles Deutsche, das sind alles unsere Jungs“ unterstrich Bundeskanzler Scholz die kulturelle Vielfalt im deutschen Team, auf dass wir stolz sein könnten. Der Regierungschef hofft auf eine erfolgreiche Nationalmannschaft als Stimmungsheber in einem immer schwermütiger werdenden Land. Selbst aus dem grünen Lager kommen patriotische Töne. Dabei rechtfertigt sich kein anderes Volk der Welt so eilfertig wie das deutsche für seine Nationalgefühle und Heimatliebe. Selbst wenn es um die Leistungen seiner Kicker geht. Patriotismus ist hierzulande vor allem bei der Linken in zu enger Nachbarschaft zum Nationalismus angesiedelt.
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Noch zu früh fürs Totenglöckchen

Es ist ja nicht so, dass die Drei von der Berliner Fahrschule jemals die Grüne Welle gehabt hätten. Von Anfang an war ihr Weg holprig. Schlechtes Handwerk verursachte Schlaglöcher, den Rest besorgte der blinde Zufall einer weltweiten Unfallhäufung. Erst kam Corona, dann die Inflation, danach der Überfall Putins auf die Ukraine und schließlich auch noch das Hamas-Massaker an Israelis – oder war die Reihenfolge anders? Feststeht jedenfalls, dass die Ampelkoalition im Krisenmodus wie festgenagelt scheint, unfähig, sich den beiden ganz großen Herausforderungen mit Nachdruck zu widmen: dem Klimawandel und der Massenimmigration. Den jüngsten Blitzeinschlag hätte es allerdings nicht geben müssen. Mit Falschspiel wollte sich die Regierung über die Runden retten, vergeblich. Aber an Neuwahlen ist momentan niemand interessiert.
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Gesellschaft

Weirichs Klare Kante

Partylöwen sind keine Großwildjäger. Berlins Polizei glaubte, auf einem Video eine Löwin entdeckt zu haben und startete zum Schutz der Bevölkerung in der Hauptstadt mit Hubschraubern, Drohnen, Panzerwagen, Maschinenpistolen und Hunderten von Einsatzkräften die teuerste Safari der Geschichte.
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Angemerkt

Moralüberschuss und Wirklichkeit

Elektrizität wird bekanntlich durch Reibung erzeugt. Davon gibt es in der Berliner Ampel inzwischen so viel, dass Klimafreunde ob der zusätzlichen Energiequelle eigentlich Freudensprünge machen müssten. Doch den Ampel-Partnern steht momentan der Sinn nicht nach Feiern. Schuld daran ist das Dauermobbing zwischen Liberalen und Grünen, das mit dem Streit um Robert Habecks Heizungs-Gesetzentwurf eine weitere Höchstmarke erreicht hat. Zum ersten Mal steckt die Scholz-Regierung in einer ernsten Krise. Zerbrechen wird sie daran wohl nicht. Aber es ist zu befürchten, dass sie ihr Heil in gewagten gesellschaftspolitischen Experimenten suchen wird.
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Gestern noch auf stolzen Rossen…

Medien und Bürger in Deutschland liefern sich fast schon traditionell einen Wettkampf im Spiel, Politiker und Medien zunächst - distanzlos - in manchmal gewaltige Höhen zu katapultieren, um sie anschließend gnadenlos abstürzen zu lassen. Beispiele dafür gibt es genug. Inzwischen lässt es sich an den Personen Boris Pistorius (SPD) - nach oben - und Robert Habeck (Grüne) - nach unten beobachten. Mit Inhalten hat das nicht immer etwas zu tun. Eher getreu dem alten "Morgenrot"-Lied des schwäbischen Dichters Wilhelm Hauff: "Gestern noch auf stolzen Rossen...".
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Weirichs Klare Kante

Zahlt sich Opposition innerhalb einer gemeinsamen Regierung aus? Traditionell haben die Wähler ein solches Verhalten nicht honoriert. Eher im Gegenteil. Trotzdem übt sich die FDP innerhalb der Berliner Ampel in dieser normalerweise so empfundenen politischen Untugend. Die bevorstehenden Landtagswahlen werden zeigen, ob das klug ist.
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Die Wüsten-WM

Wer möchte, dass die Welt so aussehe wie bei sich zu Hause, kann sich teure Reisen sparen. Beispielsweise die nach Katar. Das Emirat am Persischen Golf mit seinen Wolkenkratzern und Wüsten ist ein autokratischer Staat. Die Verfassung beruht nicht auf der Erklärung der Menschenrechte, sondern auf der Scharia. Frauenrechte sind eingeschränkt, Homosexualität ist strafbar. Das war schon so, als 2010 die Austragung der Fußballweltmeisterschaft 2022 dorthin vergeben wurde. Damals zuckte man die Schultern. Erst jetzt, knapp vor Anpfiff, skandalisieren Politik und Medien das Turnier und reden Fußballfans, die die Spiele sehen wollen, ein schlechtes Gewissen ein. Freunde des Sports sollten cool bleiben und sich auf die Spiele freuen.
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Angemerkt: Angst, Faszination, Blauäugigkeit

Vor etwas mehr als 122 Jahren, am 27. Juli 1900, hielt Kaiser Wilhelm II. bei der Entsendung des deutschen Expeditionskorps gegen den so genannten Boxer-Aufstand in China seine berühmt-berüchtigte "Hunnenrede". Kein Chinese, tönte "Willem Zwo" sollte jemals wieder einen Deutschen auch nur scheel ansehen. Ein Jahrhundert später hat sich die Weltgeschichte gedreht. China ist auf dem Weg zu einer Weltmacht - politisch, militärisch und wirtschaftlich. Und in Deutschland wird man sich allmählich bewusst, dass man drauf und dran ist, sich ökonomisch weitgehend abhängig zu machen vom kommunistischen "Reich der Mitte" - und damit auch politisch erpressbar. Aber: Sind wir das nicht bereitrs.
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Weirichs Klare Kante

Von allen Regierungsmitgliedern haben es - traditionell - die Wirtschaftsminister besonders schwer, in der öffentlichen Beliebtheits-Skala einen der vorderen Plätze einzunehmen. Ausnahmen wie Ludwig Erhard (der "Dicke mit der Zigarre"), Karl Schiller oder Otto Graf Lambsdorff bestätigen nur die Regel. Dann kam Robert Habeck und wollte den Bürgern politische Ereignisse und Beschlüsse erklären. Das machte ihn eine Zeitlang zum absoluten Liebling zumindest der Medien. Inzwischen, freilich, ist er wieder hart auf dem steinigen Boden der koalitionären Wirklichkeit gelandet. Dort wird kein "everybodys darling" geduldet.
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Angemerkt

Quo vadis, FDP

Niemand hatte behauptet, es werde ein einfaches Ding. Dennoch lächelten die Koalitionäre auf den ersten Fotos beinahe verschwörerisch. Christian Lindners Augen blitzten von sportlichem Ehrgeiz angesichts einer kreativen Herausforderung, die ganz nach seinem Geschmack war. Ein Jahr ist das her. Seither hat sich die Welt gründlich verändert durch Krieg, Inflation und die Aussicht auf kalte Füße im Winter. Die Gesichter sind ernster geworden, müde.
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