Gesellschaft

Weirichs Klare Kante

Wenn die CDU jetzt ihren 24. Bundesparteitag in digitaler Form abhält, ist eine wichtige Vorentscheidung bereits getroffen. Der frühere Fraktionschef und nach längerer parlamentarischer „Auszeit“ erneut in den Bundestag eingezogene Abgeordnete Friedrich Merz wird neuer christdemokratischer Parteichef. Damit folgen die Delegierten dem Ergebnis einer kurz vor Weihnachten organisierten Mitgliederbefragung. Mehr als 62 Prozent hatten dabei für den profilierten Wirtschaftspolitiker gestimmt. Jetzt soll der Sauerländer die CDU/CSU in einen neuen politischenh Frühlilng führen.


Warum heißt die Marke so? Heute: Aral

Der Name Aral war das Ergebnis eines Preisausschreibens unter den eigenen Mitarbeitern, das der Deutsche Benzolverband (BV) 1929 veranstaltete, um für seinen Ottokraftstoff, der aus sechs Teilen Benzin und vier Teilen Benzol bestand, einen Markennamen zu finden. Gewinner war der Chemiker Walter Ostwald, der auch als Entwickler dieses Kraftstoffes gilt. Weil Benzol zur chemischen Gruppe der ARomaten und Benzin zu den ALiphaten gehört, nannte Ostwald den neuen Kraftstoff BV-Aral.


Weirichs Klare Kante

Wir leben in „brüchigen Zeiten“. Der von der Berliner Ampel-Koalition angekündigte Aufbruch verpufft im Krisenmanagement der Pandemie. Gleichzeitig gibt es einen Abbruch für grüne Illusionen in der Taxonomie, dem geplanten neuen europäischen Rahmen zur Erleichterung nachhaltiger Investitionen. Der Kampf gegen das mittlerweile in der Omikron-Variante angekommene Virus ist mit einem Wortbruch von Bundeskanzler Scholz verbunden.


Freiheit heißt immer auch Verantwortung

„Freiheit statt Spaltung“ stand jüngst auf den fein säuberlich gedruckten Schautäfelchen zu lesen, die während einer parlamentarischen Fragestunde auf der rechten Seite des Bundestag-Plenarsaals in Berlin von den Abgeordneten der „Alternative für Deutschland“ (AfD) provokativ in die Kameras gehalten wurden. Deutlich weniger professionell, aber trotz der etwas krakeligen Schrift auf einem knittrigen Plakat gut lesbar, verlangte zur etwa gleichen Zeit eine Demonstrantin irgendwo in Deutschland „Freiheit statt Diktatur“. Szenen wie diese gehören mittlerweile zur Normalität hierzulande. Als Teil des politischen Alltags genauso, wie draußen auf den Straßen – dem so genannten vorpolitischen Raum. Was ist los in diesem Land und seiner Gesellschaft?


Game over

Fast 200 Jahre lang war der Wahlkreis North Shropshire, eine landwirtschaftlich geprägte Grafschaft in den West Midlands, eine feste Bank der Tories. Verlässlich hatte man dort für den Brexit gestimmt und seit 1997 siebenmal den Tory-Kandidaten Owen Paterson ins Unterhaus geschickt. Erst ein Korruptionsskandal, in dem es um Nebenjobs von Abgeordneten ging, setzte dieser traditionellen Treue ein Ende. Premier Boris Johnson hatte Paterson verteidigt und wollte fast halsbrecherisch die Lobby-Regeln des Parlaments nachträglich zu seinen Gunsten verändern.


Auflösungserscheinungen

Wie schon so oft begann auch dieses Jahr damit, dass die Balkan-Region ihr Image als explosives Pulverfass bestätigte. In Bosnien und Herzegowina (BiH) wurde am Sonntag eifrig gezündelt. Der 9. Januar markierte den dreißigsten Jahrestag der Ausrufung der Republika Srpska 1992 durch die bosnischen Serben in BiH. Das bosnische Verfassungsgericht hatte die Begehung des Feiertags zuvor untersagt, da er andere Ethnien wie die bosnischen Muslime oder die kroatischen Katholiken ausgrenze. Dennoch wurde in der Stadt Banja Luka eine Polizeiparade mit schwerem Geschütz abgehalten.


Dämmerung des Christentums

Die Gottesdienste an Weihnachten waren trotz Pandemie-Bedingungen so voll wie nie sonst während des Jahres. Dennoch hatte das Christfest des Jahres 2021 eine Besonderheit-  es könnte das letzte gewesen sein, das in einer christlichen und christlich geprägten Mehrheitsgesellschaft stattfand. Wenn zum nächsten Mal die Kirchenglocken zur Mitternachtsmesse einladen, dann werden – mit hoher Wahrscheinlichkeit – die Mitglieder der katholischen und der evangelischen Kirche in Deutschland zusammen unter 50 Prozent der Gesamtbevölkerung geraten sein. Die Folgen für das gesellschaftliche Gefüge werden einschneidend sein.


Stresstest

Polens Regierung fährt eine harte Linie gegen Deutschland. Stecken die deutsch-polnischen Beziehungen in der Sackgasse? In Deutschland wird derzeit ein neues Kapitel aufgeschlagen. Die Ära Merkel ist nach 16 Jahren beendet und die progressive Ampelkoalition bringt frischen Wind in die deutsche Politik. Die neue Regierung steht dabei allerdings vor alten, ungelösten Herausforderungen. Eine davon ist sicherlich die stürmische Beziehung Deutschlands mit seinem östlichen Nachbarn Polen.


Wir sind dann mal weg

Seit einem Jahr ist Präsident Bidens Regierung nun im Amt und die meisten Länder der Welt haben zwei Realitäten akzeptiert. Erstens: Amerika ist nicht „zurück“. Trotz Bidens Parolen ist es unmöglich, in die Zeit vor Trump zurückzukehren. Zweitens: Die USA sind kaum noch kampfbereit – egal ob sie nun ihre Truppen in vielen Teilen der Welt stationiert lassen oder nach Hause holen. Diese Tatsachen haben für die transatlantischen Beziehungen erhebliche Folgen: Europa wäre gut beraten, seine Verteidigungspolitik proaktiv daran auszurichten.


“Heimatlos sind Viele auf der Welt”

Heimat. Was ist Heimat? Ein Gefühl? Ein Ort oder Landstrich? Die Familie? Der Begriff ist unendlich vielfältig. Er ist umstritten. Er wurde romantisch umkränzt und nationalistisch missbraucht. “Heimat” wurde als “revanchistisch” denunziert und wird heute von Politik und Werbeindustrie mit ganz neuen Inhalten versehen. Das Bonner Haus der Geschichte hat dem Thema eine neue Wechselausstellung gewidmet. 600 Exponate weisen die Besucher auf die ganze Breite des Begriffs hin. Sie werden auch dort keine endgültigen Antworten auf die Frage nach dem Wesenskern von “Heimat” bekommen, dafür aber vielfach zum Nachdenken angeregt.