Gesellschaft

Klima, Schulden, Generationenkonflikt

Das Gespenst des Generationenkonflikts geht um in Deutschland. Für die Steinalten, heißt es anklagend, wurde mit Impf-Priorisierung gesorgt – auf Kosten der jungen Menschen. Bei der alles überragenden Pflicht – der Rettung eines lebenserhaltenden Klimas – gingen die “alten weißen Männer” nur mit Trippelschritten voran, monieren die heranwachsenden “Aktivisten”, und vermeiden dabei geflissen jeden Blick auf die unaufhörlich laufende Schuldenuhr in Berlin. Wer hat die notwendige Kraft, um Maß und Mitte zu halten?


Schwerstarbeit

In der britischen Politik ist der sprichwörtliche Groschen endlich gefallen. Die Labour-Partei erlitt bei den Nachwahlen in Hartlepool eine bittere Niederlage und verlor in Arbeitergegenden ihre Ratssitze nicht nur an die Konservativen, sondern auch an die Grünen und an progressive Nationalisten. Im schottischen Parlament konnten die Pro-Unabhängigkeitsparteien ihre Mehrheit weiter ausbauen. Damit zeichnen sich die Konturen der politischen Landschaft nach dem Brexit deutlich ab.


Pressefreiheit im Schwitzkasten

Artikel 5 unserer Verfassung garantiert die Meinungs- und die Pressefreiheit. Er ist Teil der bürgerlichen Grundrechte gegenüber dem Staat. Unabänderlich. Mit Ewigkeitsgarantie. Und trotzdem ist die Pressefreiheit unter Druck. Sozusagen im Schwitzkasten zwischen Gegnern von außen, aber auch durch Kräfte im Innern der Medien, die den Journalismus immer mehr von seiner Verpflichtung zur Information in moralische Haltungszwänge bringen möchten.


Mit rechts geschafft

„Katastrophe“ oder „Wunder“ von Madrid – die Einschätzungen gehen je nach politischer Positionierung auseinander. Klar ist, die Wahlen in Madrid am 4. Mai 2021 gehen in die Geschichte ein: Mitten in einer tiefen wirtschaftlichen Rezession und der vierten Welle der Covid-Infektionen im von der Pandemie besonders stark betroffenen Madrid gewann die Amtsinhaberin Isabel Díaz Ayuso als Kandidatin der rechtskonservativen Volkspartei Partido Popular (PP) die vorgezogenen Neuwahlen haushoch.


Vom Lebemann zum Lebensretter

Vor 113 Jahren wurde wurde in Mähren (heute Tschechische Republik) Oskar Schindler geboren – der Mann, dem der amerikanische Regisseur Steven Spielberg mit dem Film “Schindlers Lister” ein bleibendes Denkmal gesetzt hat. Ein Lebemann, dem Geld, dem guten Leben und schönen Frauen zugewandt, wandelte er sich zu einem Lebensretter. Mehr als 1200 jüdische Zwagsarbeiter bewahrten er und seine Frau vor dem Tod im Vernichtungslager. Ein sehr persönlich geschriebener Bericht.


Spiel mit hohem Einsatz

Die politische Landschaft Polens erlebt gerade ein Beben mittlerer Stärke: Die Fraktion der Linken (Polska Lewica) im Parlament hat sich mit der regierenden rechtskonservativen PiS (Recht und Gerechtigkeit) von Jarosław Kaczyński auf Bedingungen geeinigt, unter denen die Linke der Verabschiedung des EU-Haushalts und des „NextGenerationEU“-Fonds im polnischen Unterhaus Sejm zustimmen wird.


Gewalt als Ritual

Gewalt auszuüben, ist schwierig, so der Soziologe Randall Collins. Sie adäquat einzusetzen, auch. Wir seien gegen Gewaltausübung programmiert, so Collins, und wenn Einzelne doch darauf zurückgriffen, so geschehe dies oft in unqualifizierter und unberechenbarer Weise. Hoffnungslosigkeit, Armut und Indoktrination lieferten für sich betrachtet keine befriedigende Erklärung für Gewalt.


“Um Himmels Willen, wo sind wir hier!?”

Abertausende Menschen flohen im eisigen Winter 1945 vor der Roten Armee. Nicht zuletzt Bauern aus dem Ermland – dem katholisch gebliebenen Teil Ostpreußens – landeten in Schleswig-Holstein und Niedersachsen. Besitzlos, perspektivlos, hoffnungslos. Damals entstand, einige hundert Kilometer weiter südlich in einem kleinen Seitental der Eifel, ein einmalig gebliebenes Projekt – die größte, landsmannschaftlich geschlossene, Ansiedlung von vertriebenen und geflüchteten Bauern in Nachkriegsdeutschland.


Ein Fall von German Angst?

John Kampfner lobte, Deutschland sei „viel besser [auf Covid-19] vorbereitet als andere Länder“ und habe „mehr Testkapazitäten, mehr Lüftungsgeräte und mehr Schutzausrüstung“, pries das „stabile Netz von Biotech- und Pharmaunternehmen, die auf Notsituationen schnell reagieren können“ und die föderale Ordnung des Landes: „Es wäre durchaus denkbar gewesen, dass die aus der Nachkriegszeit stammende deutsche Verfassung während der Pandemie für Chaos sorgt. Stattdessen stellte Merkel zügig die Weichen, damit Entscheidungen gemeinsam getroffen werden konnten und das System – mit der einen oder anderen regionalen Abweichung – die Situation vortrefflich bewältigt hat“.


Aus dem Studium in die Unternehmernachfolge

Hochschulabsolventen stellen sich spätestens mit ihrem Abschluss die Frage: Was kommt danach? Neben dem klassischen Einstieg in die Erwerbstätigkeit als Angestellter kommt dafür immer häufiger die Gründung eines Unternehmens in Betracht, eines Start-Up. Übersehen
wird jedoch oft eine weitere sehr gute Option – die Unternehmernachfolge.