Gesellschaft

Europas Symbol in der ganzen Welt

12 goldene Sterne in einem Kreis auf blauem Grund – es ist wohl eines der bekanntesten, auf jeden Fall aber der am häufigsten gezeigten Symbole rund um den Erdball: Die Flagge der Europäischen Union (EU). In den Hauptstädten der Gemeinschaft weht sie nicht selten quasi gleichberechtigt neben den jeweiligen Nationalflaggen, in Deutschland auch neben denen der einzelnen Bundesländer und oft auch im Verein mit städtischen Bannern. Und, nicht zu vergessen, sie ziert (wenngleich eher miniaturisiert) millionenfach zwischen Atlantik und baltischen Ostgrenzen sowie vom äußersten schwedischen Norden bis zur südsizilianischen Stiefelspitze Straßenprojekte, Kläranlagen, öffentliche Infrastruktur-Maßnahmen oder Naturschutz-Planungen: „Hier baut der Staat / das Land / die Stadt mit Fördermitteln der Europäischen Union…“ Woher aber kommen die 12 Sterne auf blauem Untergrund?


Windige Windkraft

Win-win-Situationen kommen in der Politik wie im normalen Leben leider selten vor. Häufiger anzutreffen ist das Gegenteil, nämlich die Qual der Wahl zwischen zwei Zielen, von denen jedes nur durch Schädigung des andern erreicht werden kann. Die mulmige Gefühlslage, die sich dabei einstellt und die in der Sozialpsychologie als „kognitive Dissonanz“ bekannt ist, begleitet Ampel-Wirtschaftsminister Robert Habeck auf Schritt und Tritt. Momentan reist er als Vertreter für Windräder durch die Lande, wohl wissend, dass mehr Rotoren mehr Landschaftszerstörung bedeuten. Schwer vorstellbar, dass die Grünen in der Regierung ausgerechnet das umzusetzen vermögen, was sie in Oppositionszeiten vehement bekämpften.


Geld regiert die Welt

Es dauerte nur wenige Wochen, bis der erst „beiseite-“ und dann doch zurückgetretene österreichische Kanzler Sebastian Kurz einen neuen Posten gefunden hatte. Großinvestor und Trump-Freund Peter Thiel sorgt dafür, dass auch dieser skandalträchtige Politiker weich fällt. Angesichts solcher Entwicklungen ist es kein Wunder, dass heute zwar rund 40 Prozent der Bevölkerung der Meinung sind, dass Parteien und Politik korrupt sind. Die beinahe wöchentliche Aufdeckung von Skandalen wie dem Cum-Ex-Steuerbetrug und den Enthüllungen der Pandora Papers verursachen inzwischen aber nur noch ein Stirnrunzeln.


Weirichs Klare Kante

Wenn die CDU jetzt ihren 24. Bundesparteitag in digitaler Form abhält, ist eine wichtige Vorentscheidung bereits getroffen. Der frühere Fraktionschef und nach längerer parlamentarischer „Auszeit“ erneut in den Bundestag eingezogene Abgeordnete Friedrich Merz wird neuer christdemokratischer Parteichef. Damit folgen die Delegierten dem Ergebnis einer kurz vor Weihnachten organisierten Mitgliederbefragung. Mehr als 62 Prozent hatten dabei für den profilierten Wirtschaftspolitiker gestimmt. Jetzt soll der Sauerländer die CDU/CSU in einen neuen politischenh Frühlilng führen.


Warum heißt die Marke so? Heute: Aral

Der Name Aral war das Ergebnis eines Preisausschreibens unter den eigenen Mitarbeitern, das der Deutsche Benzolverband (BV) 1929 veranstaltete, um für seinen Ottokraftstoff, der aus sechs Teilen Benzin und vier Teilen Benzol bestand, einen Markennamen zu finden. Gewinner war der Chemiker Walter Ostwald, der auch als Entwickler dieses Kraftstoffes gilt. Weil Benzol zur chemischen Gruppe der ARomaten und Benzin zu den ALiphaten gehört, nannte Ostwald den neuen Kraftstoff BV-Aral.


Weirichs Klare Kante

Wir leben in „brüchigen Zeiten“. Der von der Berliner Ampel-Koalition angekündigte Aufbruch verpufft im Krisenmanagement der Pandemie. Gleichzeitig gibt es einen Abbruch für grüne Illusionen in der Taxonomie, dem geplanten neuen europäischen Rahmen zur Erleichterung nachhaltiger Investitionen. Der Kampf gegen das mittlerweile in der Omikron-Variante angekommene Virus ist mit einem Wortbruch von Bundeskanzler Scholz verbunden.


Freiheit heißt immer auch Verantwortung

„Freiheit statt Spaltung“ stand jüngst auf den fein säuberlich gedruckten Schautäfelchen zu lesen, die während einer parlamentarischen Fragestunde auf der rechten Seite des Bundestag-Plenarsaals in Berlin von den Abgeordneten der „Alternative für Deutschland“ (AfD) provokativ in die Kameras gehalten wurden. Deutlich weniger professionell, aber trotz der etwas krakeligen Schrift auf einem knittrigen Plakat gut lesbar, verlangte zur etwa gleichen Zeit eine Demonstrantin irgendwo in Deutschland „Freiheit statt Diktatur“. Szenen wie diese gehören mittlerweile zur Normalität hierzulande. Als Teil des politischen Alltags genauso, wie draußen auf den Straßen – dem so genannten vorpolitischen Raum. Was ist los in diesem Land und seiner Gesellschaft?


Game over

Fast 200 Jahre lang war der Wahlkreis North Shropshire, eine landwirtschaftlich geprägte Grafschaft in den West Midlands, eine feste Bank der Tories. Verlässlich hatte man dort für den Brexit gestimmt und seit 1997 siebenmal den Tory-Kandidaten Owen Paterson ins Unterhaus geschickt. Erst ein Korruptionsskandal, in dem es um Nebenjobs von Abgeordneten ging, setzte dieser traditionellen Treue ein Ende. Premier Boris Johnson hatte Paterson verteidigt und wollte fast halsbrecherisch die Lobby-Regeln des Parlaments nachträglich zu seinen Gunsten verändern.


Auflösungserscheinungen

Wie schon so oft begann auch dieses Jahr damit, dass die Balkan-Region ihr Image als explosives Pulverfass bestätigte. In Bosnien und Herzegowina (BiH) wurde am Sonntag eifrig gezündelt. Der 9. Januar markierte den dreißigsten Jahrestag der Ausrufung der Republika Srpska 1992 durch die bosnischen Serben in BiH. Das bosnische Verfassungsgericht hatte die Begehung des Feiertags zuvor untersagt, da er andere Ethnien wie die bosnischen Muslime oder die kroatischen Katholiken ausgrenze. Dennoch wurde in der Stadt Banja Luka eine Polizeiparade mit schwerem Geschütz abgehalten.


Dämmerung des Christentums

Die Gottesdienste an Weihnachten waren trotz Pandemie-Bedingungen so voll wie nie sonst während des Jahres. Dennoch hatte das Christfest des Jahres 2021 eine Besonderheit-  es könnte das letzte gewesen sein, das in einer christlichen und christlich geprägten Mehrheitsgesellschaft stattfand. Wenn zum nächsten Mal die Kirchenglocken zur Mitternachtsmesse einladen, dann werden – mit hoher Wahrscheinlichkeit – die Mitglieder der katholischen und der evangelischen Kirche in Deutschland zusammen unter 50 Prozent der Gesamtbevölkerung geraten sein. Die Folgen für das gesellschaftliche Gefüge werden einschneidend sein.