--- Anzeige ---
WebHosting von Host Europe

Geburt eines City-Flitzers

Patchwork für ein deutsches Ingenieurwunder

Der e.GO Life im Lichtbogen

Ein Erlkönig musste er nie sein.Dieses branchenübliche Versteckspiel brauchte er einfach nicht. Denn die Ingenieure des heranwachsenden Stadtflitzers spielten immer mit offenen Karten. Sie haben ihn in jedem Zustand gerne und unverkrampft offen gezeigt: Den e.GO Life. Das neue City-Wunder. Lautlos und ohne Emissionen. Ein preiswertes Urban Car. Produktionsstandort Aachen.

Shops in deutschen Städten haben den kleinen Stromer seit Monaten schon stolz gezeigt – erfolgreich. Denn es liegen immerhin bereits 3000 Vorbestellungen bei den Planern und Machern. Kein Wunder: Denn irgendwie kommt er in Farbe und Design einfach sehr gekonnt daher. Man möchte ihn gerne mal fahren.

Und genau diese Gelegenheit bekommen wir auf einem Rundkurs um die neue Fabrik für den e.GO Life im Aachener Stadtteil Rothe Erde. Als die Fahrertür des blauen Flitzers zufällt, verrät das Geräusch, dass die Autobauer der RWTH (Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen) noch im Werkstattmodus operieren. Souverän, mit viel Engagement und Spaß, präsentieren sie ein in die Zukunft weisendes Werkstück. Vielleicht wird dieses preisgünstige und massentaugliche Elektro-Auto schon in wenigen Monaten beginnend den Verkehr in Städten verändern.

Lautlose Probefahrt und Freude am Minimalismus

Neugierig und sehr gespannt warten wir auf das Go von einem jungen Firmenmitarbeiter hinter uns im Fonds. Selbstverständlich wird bald auch die Automatik-Schaltung perfekt sein, versichert er uns. Jetzt müssen wir noch für Vorwärts- oder Rückwärtsfahrt einen einfachen Kippschalter umlegen. Ach ja: Die Servolenkung konnte ebenfalls nicht aktiviert werden. Solche entwicklungsbedingten Unfertigkeiten machen offensichtlich allen Probefahrern und –fahrerinnen überhaupt nichts aus. Und schon gar nicht die minimalistische Ausstattung des Cockpits: Infotainment-System von JBL (Garching bei München), Bedienelement für die Klimaanlage und ein Info-Display. Das ist es. Die Stadt wartet.

Autor Dieter Buchholtz als Testfahrer

Und dann dürfen und sollen wir mal richtig Gas auf einer langen geraden Strecke geben. Pedale voll durchtreten. Der e.GO Life schießt kraftvoll ohne irgendein Rucken nach vorne und drückt uns in die stabilen und körpergerechten Vordersitze. Der Messwert: In 3,4 Sekunden schafft das so smart entwickelte Auto 50 km/h. Weiter vor uns winkt schon ein Streckenposten mit der Fahne. An dieser Stelle geht es in wenigen Sekunden rechtwinkelig um die Ecke.

„Bitte noch nicht bremsen“, soufliert der verantwortliche Begleiter aus dem für so ein kleines Auto geräumigen hinteren Bereich. Und wir merken, wie das Fahrzeug fast wie durch einen Bremsmagneten sehr zügig und deutlich langsamer wird. In diesem Moment verwandelt das Rekupation-Prinzip die Bremsenergie des Motors in Ladestrom für die Batterie. Eine Win win-Situation. Mit dem Restschwung geht es um die scharfe Kurve. Dann geben wir wieder moderat Gas. Der e.GO Life surrt und schnurrt so gut wie lautlos und mit fester Straßenlage ins Etappenziel.

Käufer sind anders gestrickt

Es bleibt keine Zeit, einen Blick auf die beiden Elektromotoren im Heck zu werfen, denen wir das bewegende Fahrgefühl zu verdanken haben. Unser Guide für die Probefahrt drängt uns, den Termin mit Herrn Schuh nicht zu verpassen. Mit langen ausgreifenden Schritten steuert der junge Mann in der Fabrikationshalle auf eine Gruppe zu, aus der mit 2,03 Metern Prof. Dr. Günther Schuh gestikulierend immer wieder lachend herausragt. Schon nach kurzer Zeit ist klar: Hier steht der eigentliche Motor des Ganzen. Er ist einer der zurzeit bekanntesten Treiber für eine erfolgreiche E-Auto-Revolution zwischen Start-up und Firmenchef eines Millionen-Unternehmens.

Schuh hat eine klare und tiefgreifende Botschaft in Worten und Taten: „Dass die E-Mobilität in Deutschland nicht vorankommt, liegt nicht an der Technik, sondern an den Kosten.“ Nach seiner Meinung sind potentielle Autokäufer teilweise deutlich anders gestrickt, als es die Autokonzerne hierzulande wahrhaben wollen. Die Manager dieser Riesenunternehmen tragen die Vermutung wie eine Monstranz vor sich her, dass die Käufer lieber teuere Autos mit großer Reichweite wollen. Der Professor aber ist dagegen überzeugt, dass man mit deutlich preiswerteren kleinen Autos und geringerer Reichweite den Energie- und Emissionsumschwung – zumindest in den Städten – schnell und wirksam erzielen kann.

Ein Kleiner mit großer Crash-Zone

Prof. Guenther Schuh (re), Vorstandsvorsitzender und Dr. Bastian Luedtke, Leiter Werk 1 der e.GO Mobile AG

Der studierte Wirtschaftsingenieur ist ein Visionär mit einem geschätzten Lebensalter von gut 40. Tatsächlich aber bringt er heute für seine akademische Tätigeit an der RWTH und sein umfängliches und dynamisches Unternehmertum 59 Jahre Lebenserfahrung mit. Vor diesem Hintergrund nimmt man ihm seine Selbstbewertung ab:„Ich bin ein Gründer“.

Auch wir hängen schnell an seinen Lippen, um viel über das Engeneering Valley hier in Aachen zu erfahren. Und natürlich wollen wir auch ein Stück der Geheimnisse des e.GO Life erfahren. Unheimlich schnell dreht uns Schuh mit seiner Begeisterung für das Produkt regelrecht auf. Jetzt steht er vor einem Stahl-Aluminium-Konstrukt für das Chassis: „Schauen Sie sich diese Trägerkonstruktion an!“ Die ist, so erfahren wir, unkaputtbar in der Haltbarkeit und sie verkraftet eine 47 cm Verformungszone. Solche Werte finden sich beispielsweise bei der S-Klasse von Mercedes. Schuh hat bei diesen im wahrsten Sinne schwerwiegenden Präsentationen kein Auge für die dezenten Erinnerungshinweise der Pressesprecherin Christine Häußler, dass die Zeit drängt.

Der Frontmann einer Vielzahl von produktionstechnischen Innovationen hat durchgängig eine 80-Stunden-Arbeitswoche. Seine Mission treibt ihn immer wieder neu an. Jetzt schwenkt er unvermittelt zu einem kleinen Ausflug zum autonomen Auto. Scheinbar weicht er jetzt vom Thema ab. Er schwärmt von einer gerade in Betrieb genommenen voll digitalen Garage. Hier kann in einem derzeitigen Versuch der Schlüssel für den e.GO Life abgegeben werden. Das Elektroauto sucht sich dann selbständig einen Parkplatz – und es werden 50 Prozent Platz in den Einpark-Arealen eingespart. Hier wird deutlich: Schuh baut nicht nur ein neues Auto, er stellt sich und sein Team komplex für die Zukunft des Individual- und öffentlichen Straßenverkehrs auf.

Produktionsabläufe auf den Kopf gestellt

Auf die Frage, wie lange er denn an diesen Dingen herumgedacht (und gehandelt) hat, kommt – zwischen weiteren Erklärungen – die knappe Antwort: „Zehn Jahre von der Idee bis heute“. Sieht man sich in der Autoindustrie um, so ist das, was Schuh hier auf die Beine oder besser auf die Reifen gestellt hat, eine Revolution. Es bleibt keine Zeit, sich in solch rückgewandten Gedanken zu verlieren. Schuh ist pragmatischer Unternehmer – Gründer eben – mit fundiert wissenschaftlichem Hintergrund. Er sucht ungewöhnliche Lösungen, um ein preiswertes und solides Stadtauto herzustellen. Die in der Branche üblichen Entwicklungs- und Produktionsabläufe hat er regelrecht auf den Kopf gestellt.

Der e.GO Life auf Probefahrt

Grundsätzlich aber will er das Auto nicht neu erfinden, sondern schlicht und einfach den Gegebenheiten der Zukunft anpassen.Und er möchte es schnell haben – auch damit die Luft in den Städten sich umgehend wieder erholt. Die Zeit rennt, der Markt brennt. Um hierbei problemlos voran zu kommen, greift er sozusagen in die Regale anderer Firmen. Hier findet er im Prinzip alles, was er braucht – preiswert. In Aachen baut er dann mit seinen Mitarbeiteinnen und Mitarbeitern nur noch das Fahrzeug zusammen, was eine E-Revolution auf urbanen Straßen werden kann.

17 Stunden für einen e.GO Life

So soll zum Ende des Jahres in der ehemaligen Halle der Firma Philips (Bildröhrenherstellung) ein e.GO Life in 17 Stunden zusammengschraubt sein. Wir haben es kaum bemerkt. Schuh steht derweil mitten zwischen weiß-glänzenden Thermoplast-Teilen. Um diesen Oberflächencharme herzustellen, braucht die Autoindustrie vier bis fünf Lackiergänge, verrät er uns. Geliefert werden diese passgenauen Stücke von der Firma Parat in Deutschland. Die bayerischen Kofferbauer sind u.a. auch auf innovative Kunststofflösungen spezialisiert.

Die Pressesprecherin drängt darauf, dass auch noch die nächste Produktionsstation eine Präsentationschance hat. Schuh signalisiert beiläufig, dass er verstanden hat. Unmittelbar lässt er sich aber nochmals von der eigenen Begeisterung für dieses Material hinreißen. Eine Zuhörerin fasst in Worte, was sicher einige der Besucher ebenso fühlen. „Sie sind so etwas wie der Bill Gates des Autobaus.“ Das hört der Professor sichtlich gerne. Er streicht der Dame mit den kurzen grauen Haaren über den Arm und nimmt den Ball auf: „Bleiben Sie jetzt einfach in meiner Nähe.“

Der Batteriepack des e.GO Life

Das hat der Seelenbatterie des Firmenchefs gut getan und ihm fällt somit auch die rasante Überleitung zum Komplex Batterie nicht schwer. Hier steht er, wie er sagt, „vor einem sensiblen Kunstwerk“. Ein Panzer schützt Batterie und Fahrer. Das Fahrzeug erhält damit auch einen sicherlich für die Straßenlage günstigen tiefen Punkt. Für die drei unterschiedlichen Motoren bleiben aber äußere Form und Größe der Batterie immer gleich. Nur innen gibt es weniger oder eben mehr Zellen. Schuh verkündet und läuft dabei um den auf einer Palette liegenden Batterieblock herum, dass die Batterie für etwa einen Zeitraum von acht Jahren ausgelegt ist. Sie wird dann im Wagen ausgetauscht und kann für die riesige Solardachkonstruktion auf der Werkhalle noch Jahre weiter verwendet werden.

Eigener Solarstrom als Finish für die Batterien

Mit seiner Dauerbrenner-Mischung aus Stolz und Begeisterung verkündet Schuh, dass die neuen Batterien schon zur Hälfte vorgeladen angeliefert werden und mit Hilfe der Fotovoltaikanlage auf dem Dach vollgeladen werden. Aber er gibt dann auch ohne Umstände zu, dass der e.GO Life noch nicht für ein Car-Sharing eingesetzt werden kann. Es fehlt die Schnellladefähigkeit. Während seine Pressesprecherin schon mal bedeutungsvoll in Richtung Ausgang vorgeht, erzählt Schuh schnell etwas von seinem soeben beendeten zehntägigen Chinabesuch. Hier operiert man wohl eher mit der Philosophie eines Batteriewechsels mit Schubkassetten an entsprechenden „Tankstellen“, um die überwiegend noch langen Ladezeiten attraktiver zu machen. Der Professor kurz und bündig: „Darin sehe ich keine Businesslogik“.

Ungebrocherner Optimismus am Freitag, den 13ten

Es muss schon einer sehr viel Vertrauen in die eigenen Visionen und deren Umsetzung haben, wenn er die Schlüsselübergabe zur Werkseröffnung an einem Freitag, den 13ten in Szene setzt. Schuh ist so ein Optimist, der sich auch von Rückschlägen auf dem Weg in seine Zukunftsmission nicht unterkriegen lässt. So fiel kurz vor der Eröffnungsfeier im Juli ein wichtiger Lieferant weg. Wenig später ist er bereits ersetzt. Das symbolisiert nach außen die Anpacker-Mentalität des Aachener Unternehmers zusammen mit seinem hoch engagierten Team.

Vorführung des e.GO Live

Es ist an diesem besonderen e.GO-Tag nicht so einfach, unter strahlend blauem Himmel den Ansturm der über 200 Gäste und der Presse zu bewältigen. Und es ist auch nicht so leicht, in einer nicht schallidealen Halle die unterschiedlichsten Start up-Botschaften rüber zu bringen. Schuh aber schafft es auch hier, die Funken innovativer Neuanfängen überspringen zu lassen. Starker und herzlicher Beifall für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, als Schuh die „Hochleistung von seinem Team“ in die Mitte seiner Ausführungen stellt. Und er bedankt sich schlicht und ergreifend bei Gästen und Vorbestellern: „Das Vertrauen ist sensationell“ und „das ist nach meiner Hochzeit der zweitbeste Tag meines Lebens.“ Schnell aber ist er wieder bei seinem Business und kündigt die Auslieferung der ersten Fahrzeuge für Ende des Jahres an. Seine Prognose für 2019 und 2020: Es wird 2019 auf 10.000 Autos im Jahr und dann im darauf folgenden Jahr auf 20.000 Wagen pro Jahr hochgefahren.

Elektromobilität soll Erfolsgeschichte für NRW werden

Es ist „ein besonderer Tag für die Stadt Aachen, Nordrhein-Westfalen und die Elektromobilität für das ganze Land.“ So ordnet NRW-Ministerpäsident Armin Laschet das e.GO-Ereignis in seiner Rede ein. In der hell und geräumig ausgestatteten Produktionshalle erinnert der Politiker daran, dass nach nunmehr 55 Jahren wieder eine Automobilproduktion in NRW angelaufen ist. Damals  war es ein Opel-Werk in Bochum. Der CDU-Politiker will – mit Blick auf Umwelt und Arbeitsplätze – „Elektromobilität zur Erfolgsgeschichte in NRW machen.“ Und er trennt deutlich die weltbekannten Plattform-Gründer im Silicon Valley von den hier sichtbaren Exzellenzen aus der Uni Aachen, die ihr Know how in industrielle Produktion umsetzten: „Diesen Pioniergeist brauchen wir im ganzen Land.“ Und er freut sich, dass die produktive Innovation weitergeht.

Im Herbst 2018 wird Werk 2 eröffnet, in dem dann das Chassi für den e.GO Life hergestellt wird. Und im Eingangsbereich zur Halle steht schon das nächste Projekt von Professor Schuh: Ein Prototyp des e.GO Mover. Für diese Produktion wird Werk 3 im August 2018 eröffnet. Dieser kleine Elektro-Stadtbus wird zunächst 2019 als manuell gefahrener ÖPNV-Bus zugelassen und dann ab 2020 in Serie gehen. Das neue Werk dafür soll in den ehemaligen Werkshallen des Autozulieferers Neapco in Düren geschaffen werden. Auch das ein „Baby“ für die autonome Verkehrszukunft von Prof. Dr. Schuh.

 

Bausteine für ein erfolgreiches Konzept

Was kann der e.GO Life?

Das Elektro-Auto ist ideal für die Stadt. Es ist 3,34 Meter lang, bietet Raum für 4 Personen, hat ein Gewicht von 880 bis 950 Kg (je nach Batterie); Batterieleistung: 14,9 kWh und 23,9 kWh.

Der kleine Flitzer kommt mit zwei Hochvolt-Elektromotoren der Bosch-GmbH auf den Markt. Der e.GO Life 20 schafft mit 20 kW eine reale Reichweite von 104 km (ab 15.900 € erhältlich). 40 kW stark ist die nächste Version; sie schafft 130 km/h bei einer NEFZ-Reichweite von 124 km (ab 17.400 €). Der 60er hat dann 60 kW, beschleunigt von 0 auf 50 km/h in 3,4 sec und hat eine reale Reichweite von 158 km (ab 19.900 €).

Smarte Produktion sichert preiswertes Auto

Die großen Autobauer stellen an den Anfang jeder Entwicklung immer die Konstrukteure. Schuh hat diese Vorgehensweise einfach gedreht. Am Anfang stehen bei ihm die Produktionstechniker. Weiter entwickelt haben dann die eigenen Mitarbeiter. Und sie bedienen sich der Standardprodukte großer Zulieferer wie Hella, Bosch oder ZF. Sie sprechen dann von Gesamtkosten für die Entwicklung von rund 30 Millionen Euro. Der Aachener Professor hat lange Zeit geglaubt, dass die geübte Autoindustrie ihm vielleicht zuvorkommt. Aber, so stellt er trocken fest: Von denen kommt nichts,

Wenn einer ein kleines, zweckmäßiges und bezahlbarers Auto baut, dann freut man sich besonders darüber, dass der rührige Akademiker feststellt: „Ein Auto muss schön sein, auch ein vernünftiges, sonst kauft es keiner.“ Damit das auch sicher gestellt ist, hat gegen Ende der e.GO Life-Geburt noch der italienische Designer Paolo Spada ästhetisch glättend am Prototyp mitgewirkt. Dieses i-Tüpfelchen macht aus dem e.GO Life irgendwie einen richtig guten Einschmeichler.

Wer produziert den e.GO Life?

Die e.GO Mobile AG als Hersteller wurde 2015 von Professor Günther Schuh gegründet. Das Ziel war und ist: Kostengünstige und kundenorientierte Herstellung von Elektrofahrzeugen für den Kurzstreckenverkehr mittels Technologien der Industrie 4.0. Die Spaceframerahmen für das Chassis aus Stahl und Aluminium werden zukünftig auch in Aachen zusammengesetzt, ebenso wie die Hülle aus Thermoplast. Rostschutz ist deshalb kein Thema. Die beiden Motoren auf der Hinterachse liefert Bosch, die Batterie BMZ aus Baden Württemberg. Die spätere Wartung erfolgt in den Car-Service-Stationen von Bosch. Die Sitze kommen von Isringhaus, und auch PSA (Peugeot Citroen) steuern Teile bei.

Bereits 3000 Kunden als Vorbesteller warten auf die ersten Auslieferungen des Serienfahrzeuges ab Ende diesen Jahres. Aktuell beschäftigt die e.GO Mobile AG 250 Mitarbeiter; weitere 2.500 Experten auf dem RWTH Aachen Campus werden fallweise hinzugezogen.

Bis 2022 errichtet das Unternehmen auf 60.000 Quadratmetern insgesamt vier Werke, die mit 2.000 Mitarbeitern etwas 100.000 Fahrzeuge im Jahr produzieren sollen.

Finanzierung

Mit rund 2,6 Millionen Euro, einer Förderung nach dem Regionalen Wirtschaftsförderungsprogramm NRW (RWP), unterstützt das Land NRW die Errichtung des Werkes 1. Die Gesamtinvestionen liegen bei 25,7 Millionen Euro.

Energiebewusstsein

Die Solaranlage auf dem Fabrikdach hat derzeit eine Leistung von 750 Kilowatt peak. Sie soll in 2019 um die gleiche Leistung erweitert werden. Die Module werden jährlich über 1,3 Millionen Kilowattstunden grünen Strom erzeugen – und 700.000 Kilogramm CO2 einsparen. Frank Brösse, der Geschäftsführer der STAWAG Energie GmbH (Tochtergesellschaft der Aachener Stadtwerke) ergänzt: „Wir geben 100 Prozent Ökostrom an unseren über 70 Ladepunkten im Aachener Stadtgebiet ab.“

Video zur Werkseröffnung

 

 

Prof. Dr. Günther Schuh

ist Geschäftsführer der Elektroauto-Firma e.GO Mobile AG, Mitbegründer des Elektrofahrzeugherstellers Streetscooter und Geschäftsführer des Elektrofahrzeugherstellers e.GO Mobile. Der deutsche Ingenieur ist seit 2002 Inhaber des Lehrstuhls für Produktionssystematik an der RWTH Aachen. Außerdem ist er Direktor des FIR – Forschungsinstitut für Rationalisierung e.V.. Darüber hinaus ist er Mitglied im Direktorium des Fraunhofer Instituts für Produktionstechnologie (IPT). Ein Credo des Ingenieurs ist, dass die industrielle Produktion in Hochlohnländern trotz vieler anderslautender Praxen und Theorien ihre Berechtigung hat. Den ersten Beweis für seine erfolgreiche Strategie lieferte er mit dem Streetscooter für die Post. Ein Serienmodell war in kürzester Zeit fertig. Das schlug bei der Post gut ein. Das Unternehmen kaufte erst die Fahrzeuge, dann das komplette Unternehmen einschließlich aller Mitarbeiter.

Und der Verkehrsteilnehmer Schuh privat? Mit seinem ersten Wagen NSU 1200 C landete er nach dynamischer Fahrt auf dem Dach. Es folgte sein erster Porsche 911. Die Marke fährt er bis heute.

Schuh wurde am 19.November 1958 in Köln geboren, ist verheiratet und hat zwei Kinder.

 

Dieter Buchholtz


Diese Website speichert ein sog. technisches Session-Cookie und  die anonymisierte IP-Adresse, den Browser, das Betriebssystem, den Aufenthaltsort auf unserer Website, gemäß der europäischen Datenschutz-Grundverordnung. Wenn Sie sich gegen ein zukünftiges Tracking entscheiden, wird in Ihrem Browser ein Cookie eingerichtet, der diese Auswahl für ein Jahr speichert.  Ich stimme zu - ich entscheide mich für  kein Tracking - Hier geht es zur Datenschutzerklärung.
974