Politik

In Schockstarre

Parallel zum Abzug der internationalen Truppen aus Afghanistan, der mittlerweile praktisch abgeschlossen ist, haben die Taliban in den vergangenen Wochen gut 200 der etwa 400 Distrikte des Landes eingenommen. Den überwiegenden Teil davon können sie bislang halten. Die Soldaten der Regierung schienen in entfernt gelegenen Distrikten buchstäblich auf verlorenem Posten zu kämpfen und sahen sich angesichts ausbleibender Nachschublieferungen zum Aufgeben gezwungen.


Kamel-Alarm

Nach einer Woche Tokio ist betrübt festzuhalten, dass der Bund Deutscher Radfahrer diesmal wohl nicht den Medaillenspiegel beherrschen wird. Mangels sportlicher Höchstleistungen sorgen wenigstens die Offiziellen für Schlagzeilen. BDR-Sportdirektor Patrick Moster wurde ins Flugzeug nach Hause gesetzt, um einen angeblichen Rassismus-Ausfall zu sühnen.
Was hatte Moster Strafwürdiges getan? Er hatte sich, keine Frage, in der Wortwahl vergriffen. Wollte man allerdings diesen Maßstab auf Fußball-Fans anwenden, gäbe es nur noch leere Stadien.


Gemeinsam einsam

Was mein Interesse weckte, war nicht seine Berichterstattung über das Chaos im Weißen Haus und Trumps erschreckende Entgleisungen – einige Details sind neu, aber insgesamt ist diese Seite der Geschichte bekannt. Fasziniert war ich vielmehr von Benders Bericht über die Menschen, die Trump von Kundgebung zu Kundgebung folgten wie autoritätshörige Hohlköpfe.


Weirichs Klare Kante

In der Welt der Globalisierung und Digitalisierung fressen nicht die Großen die Kleinen, sondern die Schnellen die Langsamen. Schnecke bleiben oder Gazelle werden, das ist die entscheidende Zukunftsfrage. Um große Sprüche sind die Politiker jedweder Provenienz nicht verlegen, doch klaffen Anspruch und Wirklichkeit immer weiter auseinander. Alle reden vom Klimaschutz, in unserer täglichen Dagegen-Republik wird aber der notwendige Stromtransport von Nord nach Süd blockiert. Und nicht nur das…


Solidarität und Plündern – deutsche Normalität?

Um das Ausmaß der Apokalypse, die in der Nacht vom 14. auf den 15. Juli vor allem über das Ahrtal sowie Teile des Rheinlands und Westfalens hereinbrach, in Worte zu fassen, reicht die Sprache nicht aus. Sie reicht nicht aus, um die wirtschaftliche Katastrophe zu umfassen. Und es ist schon ganz und gar unmöglich, in Sätzen darzulegen, was die Wasserfluten mit den Menschen gemacht, was sie an ihnen verübt haben. Nicht nur wegen der aktuellen Schäden, sondern für die Bewältigung ihres weiteren Lebens. Und was bewegt das “Netz”, die Alles- und vor allem Allesbesseerwisser? Dürfen Politiker sich vor Ort selbst ein Bild machen? Warum hat man nicht rechtzeitig vor der Flut gewarnt? So ist das Leben in Deutschland. Man ist stolz und freut sich über das Ausmaß der Hilfsbreitschaft. Und muss gleichzeitig miterleben, dass Plünderer keine Schamgrenze kennen.


Warum heißt die Marke so? Heute: Uhu

Die Marke Uhu wurde bereits 1913 – zunächst für Karton und Papierwaren – von den Brüdern August und Hugo Fischer angemeldet. Die beiden hatten 1905 eine kleine chemische Fabrik im badischen Bühl übernommen, die Tinten, Stempelkissen, Farben und Klebstoffe herstellte. Der Name Uhu entsprach dem Zeitgeist, ähnlich der aus dem Schreibwarenbereich bekannten Marken Pelikan und Schwan.


Vollständige Verwirrung

Donald Trump war vielleicht nicht „der erfolgreichste Präsident aller Zeiten“, aber politische Kommunikation hat er für immer verändert. Heute erfreuen sich Populisten, Rechtsextreme und Konservative allesamt an den Erkenntnissen der Trump-Jahre. Deren Essenz: Fake News. Als der Begriff im Dezember 2016 erstmals in Trumps Twitterfeed auftauchte, markierte das den Beginn einer zynischen Erfolgsstory, die lange unterschätzt und als ein vor allem amerikanisches Problem gesehen wurde.


Hochwasserrisiken wurden deutlich unterschätzt

Die Hochwasserkatastrophe in der vergangenen Woche hat in Deutschland mehr als 170 Todesopfer gefordert (Stand: 21. Juli 2021). Immer noch werden Menschen vermisst. Die Schäden an Gebäuden und Infrastruktur lassen sich erst grob bestimmen und gehen in die zweistelligen Milliarden – davon allein mindesten zwei Milliarden Euro für Verkehrsinfrastrukturen.


Weirichs Klare Kante

Schwarz steht bei mir für Schlichtheit, Eleganz und Perfektion. Schwarz ist meine Lieblingsfarbe. Als alter, weißer Mann teile ich diesen Geschmack offenkundig mit vielen jungen Männern aus der start-up-Szene, die eine Vorliebe für schwarze Kleidung haben. Trifft man sie in der Mehrzahl, wähnt man sich in einem Kloster. Jetzt aber gehen die Sprach- und Gsinnungswächter auch dieser Farbe an den Kragen. “Schwarfahren” diskriminiere als Begriff dunkelhäutige Menschen. Daher müsse er aus dem verbalen Gebrauch verbannt werden. Dabei fehlen einem in diesem Land ohnehin allmählich schon die Worte.


Ein Haus – ein Gott

Drei Religionen unter einem Dach. Das ist das hoffnungsfrohe Konzept des „House of One“ in Berlin. Christen, Muslime und Juden wollen mit der Grundsteinlegung ein Start up für mehr Verständigung auf der Erde schaffen. Bravo! Denn jeder Weg zu mehr friedlichem Miteinander macht unseren Planeten lebenswerter. Anlass für Erinnerungen eines um Glauben Bemühten. Und schließlich ein Scheitern an wohl falschen Signalen.