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Doppelte Haushaltsführung: Einrichtung voll absetzbar

Die Aufwendungen, die bei doppelter Haushaltsführung von gemeinsam zur Einkommensteuer veranlagten Eheleuten für Einrichtung und Hausrat für die im Inland zusätzlich genutzte Wohnung gemacht werden, sind über die Höchstbetragsgrenze von 1.000 Euro/Monat in vollem Umfang als Werbungskosten absetzbar. So entschied es der Bundesfinanzhof gegen die Finanzverwaltung.

Der Fall

Doppelte Haushaltsführung © Jorma-Bork_pixelio.de

Die gemeinsam zur Einkommensteuer veranlagten Eheleute klagten vor dem Finanzgericht gegen den Steuerbescheid ihres Finanzamtes. Die Eheleute hatten für das Jahr 2014 Aufwendungen wegen beruflich bedingter doppelter Haushaltsführung geltend gemacht und zwar für die Miete, Mietnebenkosten sowie für Aufwendungen für die Anschaffung für Einrichtungsgegenstände der zusätzlichen Zwei-Zimmer-Wohnung für den Ehemann. Die monatliche Miete betrug 660 EUR zzgl. 120 EUR Nebenkostenvorauszahlung.

Insgesamt machten die Eheleute in dem Steuerjahr 2014 für die doppelte Haushaltsführung Aufwendungen i.H.v. 10.325 EUR geltend, zusammengesetzt aus: Miete plus Nebenkostenvoraus 5.460 EUR; Strom 210 EUR; Telefon 306,73 EUR: Rundfunk 126,86 EUR; Sonstiges 65,55 EUR; Abschreibung (AfA) auf angeschaffte Einrichtung 661,69 EUR; Aufwendungen für geringwertige Wirtschaftsgüter 3.495,60 EUR. Darüber hinaus machte der klagende Ehemann die Maklercourtage als Werbungskosten geltend.

Das (beklagte) Finanzamt erkannte die geltend gemachten Aufwendungen / Kosten nur zum Teil, nämlich nur in Höhe von 6.830 EUR (die Maklercourtage als Werbungskosten allerdings voll) an. Zur Begründung verwies das Finanzamt auf § 9 Abs.1 Ziffer 5, Satz 4 des Einkommensteuergesetzes (EStG), wonach Kosten für Unterkunft (im Inland) auf 1.000 EUR / Monat begrenzt seien.

Das Finanzgericht

Dem widersprach das von den Eheleuten angerufene Finanzgericht: Das Finanzamt habe die Werbungskosten zu Unrecht gekürzt. Die Aufwendungen für die Einrichtungsgegenstände gehörten nicht zu den Kosten der Unterkunft, die im Inland nur begrenzt abgezogen werden könnten und seien deswegen gesondert (und somit darüber hinaus, Anm. d. Verf.) unter weiteren Werbungskosten und somit unbegrenzt zu berücksichtigen. Gegen die Entscheidung legte das Finanzamt Revision beim Bundesfinanzhof (BFH) ein.

Der Bundesfinanzhof

Der BFH bestätigte jedoch die Entscheidung des Finanzgerichtes und führte zur Begründung aus:
In § 9 Abs.1 , Ziff. 5, Satz 4 EStG seien nur die reinen Kosten für die Nutzung der Unterkunft bezeichnet und (für das Inland) auf 1.000 EUR / Monat gedeckelt. Von den Aufwendungen für die Nutzung der Unterkunft seien jedoch Aufwendungen für Haushaltsartikel und Einrichtungsgegenstände nicht mit umfasst. Denn diese würden nur zur Nutzung dieser Artikel und Gegenstände aufgewendet und nicht für die Nutzung der Unterkunft als solcher. Die Nutzung der Einrichtungsgegenstände und Haushaltsartikel seien also von den reinen Kosten für die Unterkunft zu trennen. Und diese seien – die Notwendigkeit deren Aufwendung vorausgesetzt – ohne Begrenzung als Werbungskosten abzugsfähig.
Die Kosten des gesamten Verfahrens wurden dem Finanzamt auferlegt.

– Bundesfinanzhof, Urteil vom 4.4.2019, Az.: VI R 18/17
– Finanzgericht Düsseldorf, Urteil vom 14.3.2018, Az.: 13 K 1216/16

Mitgeteilt und erläutert von Dietrich Kantel