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Steuerrecht: IT-Aufwand und Homeoffice

© Lukas Bieri auf Pixabay.com

Zahllose Arbeitnehmer, Beamte wie Angestellte, sind derzeit ins Homeoffice verbannt. Da geht ohne PC / Notebook, Smartphone und Drucker praktisch nichts. Mit Uralt-Software und Methusalem-Endgeräten klappt die erforderliche Kommunikation mit Vorgesetzten, Kollegen, Kunden oder Schülern auch nicht so recht. Viele müssen jetzt nachrüsten. Und das häufig erstmal auf eigene Kosten.

Kein Problem haben Arbeitnehmer, die von ihrem Arbeitgeber oder Dienstherrn ausgestattet werden: Die Ausstattung mit Dienstgeräten und deren Nutzung ist in jedem Fall steuerfrei. Jedoch bleibt alles im Eigentum des Arbeitgebers / Dienstherrn. Gerade in der Privatwirtschaft haben Arbeitnehmer bei langjähriger Betriebszugehörigkeit und nach mehrjähriger Gerätenutzung oft die Möglichkeit, beim anstehenden technischen Generationswechsel diese noch gut verwendbaren Geräte gegen kleines Entgelt zu erwerben.

Rein beruflich oder auch privat ?

Doch auch wer die notwendige technische Ausstattung aus eigenen Mitteln anschafft oder erneuert, bleibt nicht auf den gesamten Kosten sitzen. Im Rahmen der Steuererklärung kann das Finanzamt für notwendige Hard- und Software, Zubehör und Reparatur beteiligt werden. Jedoch gelten hier Unterschiede, ob ausschließlich berufliche Nutzung vorliegt oder auch private. Bei ausschließlich beruflicher Nutzung, die gegenüber dem Finanzamt glaubhaft und ggfls. auch nachgewiesen werden muss, kann der gesamte Aufwand als Werbungskosten geltend gemacht werden. Ein solcher Nachweis könnte beispielsweise durch eine Arbeitgeberbescheinigung erbracht werden oder dadurch, dass der (nicht selbständige) Steuerpflichtige vorweisen kann, dass er sonst bereits über vergleichbare Gerätschaft für private Nutzung verfügt.

Werden die Endgeräte dagegen sowohl beruflich wie auch privat genutzt, müssen die angefallenen resp. steuerlich geltend gemachten Kosten geteilt werden. In der Regel akzeptieren die Finanzämter hier pauschal eine Aufteilung zu je 50 Prozent. Außerdem spielt die Höhe des Anschaffungspreises eine Rolle:

Wichtig: Der Anschaffungspreis

Bis zu einem Preis von 952 Euro (brutto und je Einzelgerät) sind die Kosten unmittelbar „sofort“ (d.h. im Steuerjahr der Anschaffung) und vollständig geltend gemacht werden. Das heißt bei gemischt beruflich/privater Nutzung zu 50 Prozent der Anschaffungskosten.
Liegt der Anschaffungspreis darüber, muss die Geltendmachung über mehrere Jahre anteilsmäßig abgeschrieben werden. Bei PCs und vergleichbaren Endgeräten sind das derzeit drei Jahre, bei Mobiltelefonen derzeit noch fünf Jahre . Über diesen Zeitraum ist der vollständige (bei rein beruflicher Nutzung) bzw. der anteilige Anschaffungspreis (bei gemischter Nutzung) in den Jahressteuererklärungen „abzustottern“. Zu beachten ist auch, dass die Berechnung der Abschreibung monatlich zu erfolgen hat: Wurde das Gerät etwa in einem August angeschafft, können für die Steuererklärung des Anschaffungsjahres nur fünf Monate anteilig angesetzt werden.

Dietrich Kantel