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Urlaubszeit: Versichern nötig?

Muss das wirklich sein: eine Reiseversicherung?

Finger weg von Paketpolicen. Darin versichern die Anbieter gerne Risiken, die Otto Normalurlauber wahrscheinlich längst anderweitig abgedeckt hat. Und die Leistungen der urlaubsbegrenzten Versicherungen sind allzu oft eher mickrig. “Aber denken Sie nur an den Verlust Ihres Gepäcks”, sagt der immer freundliche Herr Kaiser und empfiehlt Ihnen dringend eine Gepäckversicherung abzuschließen. Am besten noch im Paket mit Reisehaftpflicht-, Reisenotruf-, Reiseunfallversicherung und den Verkehrsschutzbrief auch noch. “Erst damit können Sie wirklich entspannt in den Urlaub”, sagt jedenfalls der Herr Kaiser. Ob das wirklich sein muss, zweifeln Sie an – und haben zumeist Recht. Tipp:  Nehmen Sie sich vor dem Urlaub die Zeit und sichten alle schon bestehenden Versicherungsverträge.

Reisegepäckversicherung häufig durch Hausratversicherung abgedeckt

Beispiel Gepäckverlust: Sie stehen ja auch so nicht ohne jeden Schutz da. Wurde in Ihr Hotelzimmer oder in das gemietete Ferienhaus eingebrochen, tritt im Regelfall die Hausratversicherung ein, die praktisch jeder abgeschlossen hat. Geht Ihr Fluggepäck verloren, haftet die Fluggesellschaft – zumindest bis zu einer bestimmten Höhe. Das sind derzeit nach Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofes ca.  1.300 €. Halten Sie das für Ihr persönliches Urlaubsgepäck für unzureichend, können Sie auch bei führenden Airlines, so auch bei der größten deutschen, in Tausender Schritten darüber hinaus zu je 50 € Ihr Gepäck bis zu einem Maximalwert von 5.000 € versichern.

Reisehaftpflicht überflüssig

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Richtig versichert in die Sommerferien

Beispiel Reisehaftpflichtversicherung: Sie haben doch ohnehin eine persönliche bzw. Familienhaftpflichtversicherung. Die gilt weltweit und ganzjährig. Also lassen Sie sich keine gesonderte Haftpflichtversicherung (nur) für die Urlaubszeit aufschwatzen. Sie brauchen sie nicht. Einzige Ausnahme: im gemieteten Ferienhaus. Teure Einrichtungsgegenstände, die HiFi-Anlage, der Fernseher werden beschädigt. Dann greift Ihre Haftpflichtversicherung im Normalfall nicht. Alternative: Sie sprechen mit Ihrem Hausversicherer, ob in Ihrer Police diese Risiken doch enthalten sind oder vergleichsweise günstig dauerhaft aufgenommen werden können. Das gilt insbesondere, wenn Sie regelmäßig Ferienhausurlaub bevorzugen. Dann brauchen Sie sich nicht jedesmal neu um diese Absicherung zu kümmern. Und prüfen Sie Ihr eigenes Verhalten, ob während Ihrer Ferienhausurlaube jemals teurere Einrichtungsgegenstände zu Schaden gekommen sind. Oder waren es doch am Ende nur Teller, Tassen und Gläser…

Reiseunfallversicherung bei Risikosportarten prüfen

Beispiel Reiseunfallversicherung: Brauchen Sie nur, wenn Sie sonst keine private Unfallversicherung abgeschlossen haben. Haben Sie aber doch ohnehin – oder ? Üben Sie jedoch Risikosportarten aus wie Solo-Free-Climbing, Abnoe-Tauchen, Wasserfälle ungesichert auf dem Hochseil überqueren oder ähnlich spannende Sachen, sollten Sie das schon gesondert versichern.  Unterhalten Sie dagegen keine dauerhafte Privatunfallversicherung, sollten Sie spätestens jetzt darüber nachdenken, ob Sie immer nur für Urlaubszeiten diese Absicherung herstellen oder ob es nicht sinnvoller ist, eine dauerhafte Police abzuschließen – und dann auch gleich Ihre Lieblings-Extremsportart „Shark-Watching ohne Stahlkäfig“ in den Versicherungsschutz grundsätzlich mit aufnehmen.

Verkehrsschutz im Urlaub sinnvoll bei Mietwagen

Beispiel Urlaubs-Verkehrsschutz: Sie reisen gerne auf eigene Faust mit Ihrem PKW (Marke: „sehr gehoben“), den Sie zuvor von Deutschland per Schiff oder Air-Cargo nach Namibia, Burma oder Kirgistan verfrachtet haben. Sie brauchen diesen Zusatzversicherungsschutz nicht, weil Sie sich ohnehin alles leisten können. Bei Reisen mit dem Privatwagen in gemäßigte europäische Länder – wie Sie es ja bevorzugen – etwa nach Frankreich, Spanien, Portugal oder selbst nach Griechenland, benötigen Sie diesen Zusatzschutz in aller Regel ebenfalls nicht. Sie sind nämlich entweder schon im Besitz eines Schutzbriefes eines renommierten Automobilclubs, in Ihrer Kfz-Versicherung ist ein entsprechender Schutz für Unfall- und Pannenhilfe bereits enthalten bzw. Ihr Fahrzeughersteller leistet solche Hilfen inzwischen für eine bestimmte Dauer ohnehin. Das haben Sie aber in Ihrem Kauf- oder Leasingvertrag schwarz auf weiß und brauchen es nur zu überprüfen.

Kommt die Ausnahme, umgangssprachlich „Mallorca-Police“ oder „Mallorca-Klausel“: Gehören Sie nicht zur Gruppe, die sich alles, aber auch wirklich alles und zwar auch in Namibia, Burma oder Kirgistan leisten kann (s.o.), dann kommt diese Police für Sie dringend in Betracht, ohne Ihrem Lebensstandard hiermit zu nahe treten zu wollen. Es handelt es sich um eine Police oder Klausel, die Haftpflichtrisiken des von Ihnen gemieteten Kfz abdeckt, die über die oft viel zu niedrigen  nationalen gesetzlichen Haftungsmindestgrenzen für Sach- und Personenschäden in vielen Ländern regelmäßig hinausgehen. Diese sind, nicht nur auf Mallorca, z.B. aber auch im osteuropäischen Raum, auf dem Balkan, aber auch in den USA für den Urlauber eigentlich unbedingt abzuschließen, weil die „echten“ Schadenshöhen durch die gesetzlichen nationalen Mindestversicherungen bei weitem nicht abgesichert sind und Sie als Mieter des Unfallfahrzeuges dann persönlich im Regen stehen (eben auch auf Mallorca), d.h. Sie haften ohne „Mallorca-Klausel“ mit Ihrem persönlichen Vermögen. In der Regel erhalten Sie diesen erhöhten Deckungsschutz „vor Ort“ beim Autovermieter und auch bei Ihrem persönlichen Kfz-Versicherer oder den Automobilclubs.

Damit sind wir bei den praktisch uneingeschränkt sinnvollen Urlaubsversicherungen angelangt.

Reiserücktritt nicht pauschal mitbuchen

traumurlaub

Reiserücktrittversicherung. auch bei Fernreisen

Beispiel dafür ist zuvorderst die Reiserücktrittsversicherung. Sie kennen das sicher: Sie oder Ihr Kind erkranken kurz vor Reiseantritt. Oder ein Trauerfall ereilt die Familie. Die Reise kann nicht mehr angetreten werden. Schade um die Urlaubsreise, auf die Sie sich so lange gefreut haben. Die lässt sich nun nicht mehr retten. Aber wenigstens Ihr Geld können Sie retten, wenn Sie zuvor eine Reiserücktrittsversicherung abgeschlossen haben. Bei Pauschalreisen wird dies von den Reiseveranstaltern als Zusatzleistung – natürlich gegen Entgelt –  angeboten, auch von Ferienhausagenturen. Mieten Sie Ihr Ferienhaus „von Privat“, können Sie eine Rücktrittsversicherung bei einer Reihe von Versicherern abschließen. Das geht auch bequem online. Achtung: versichern Sie sich nicht über den Reiseveranstalter bzw. die Ferienhausagentur, sondern getrennt, sind Fristen zu beachten. Die Reiserücktrittversicherung muss diese zumeist binnen vier Wochen oder eines Monats nach Abschluss des Reisevertrages bzw. des Mietvertrages für das Ferienhaus abgeschlossen werden. Und noch einen Stolperstein sollten Sie beachten: der Reiserücktrittsgrund muss vor Reiseantritt eingetreten sein und unverzüglich angezeigt werden. Haben Sie z.B. bereits am Flughafen eingecheckt, leistet der Versicherer nicht mehr.

Dann aber kann eine Reiseabbruch-Versicherung helfen, die Sie natürlich auch vor Reisebeginn abgeschlossen haben müssen. Die Reiseveranstalter oder Ferienhausagenturen bieten diese oft zusammen mit der Reiserücktrittversicherung an.

Auslands-Krankenversicherung günstiger als gedacht

Und wie sieht es mit Ihrem Krankenversicherungsschutz aus ? Hier ist zunächst zu unterscheiden. Sind Sie privatversichert, klären Sie den Auslandskrankenschutz mit Ihrem Hausversicherer ab. Vielleicht ist eine entsprechende Absicherung bereits in Ihrer privaten Krankenversicherung enthalten. Ist das nicht der Fall, sollten Sie bei Ihrem Krankenversicherer zur bereits bestehenden Police unbedingt eine Auslandskrankenzusatzversicherung abschließen. Das lohnt sich allemal und ist auch kostengünstig, nämlich schon ab 10 € pro Versichertem pro Jahr (!) zu erhalten. Vor Ort müssen Sie beim Arzt ohnehin in bar (oder mit Ihrer Kreditkarte) in Vorleistung treten und beantragen dann die Erstattung der entstandenen Kosten nach Ihrer Rückkehr. Im Falle von Krankenhausaufenthalten bietet sich zusätzlich die Möglichkeit, dass die Klinik mit der privaten Auslandskrankenversicherung unmittelbar die Kostenübernahme klärt. Dann brauchen Sie noch nicht einmal in Vorleistung zu treten.
Zwar tritt Ihre private Krankenversicherung für die allermeisten Kosten im Falle der Erkrankung im Ausland ein. Im Einzelfall könnten jedoch einzelne Leistung durch Ihre bestehende Krankenpolice je nach Versicherung nicht abgedeckt sein. Diese Risikolücke schließen Sie mit der Zusatzversicherung. Und noch ein entscheidender Vorteil: mit der zusätzlichen Auslandskrankenversicherung kratzen Sie nicht an den üblichen Beitragsrückerstattungen für Ihre „Heimatpolice“.

gipsbein im urlaub

Auslandskrankenversicherung – unverzichtbar

Sind Sie gesetzlich versichert, ist eine Auslandskrankenversicherung praktisch unverzichtbar, auch wenn Sie nur innerhalb der EU verreisen. Denn mit dem Auslandskrankenschein decken die gesetzlichen Krankenkassen die im Ausland entstehenden Kosten schon lange nicht mehr vollständig ab, erstatten die Kassen nur den Anteil, der den in Deutschland geltenden Sätzen entspricht. Sie werden im Ausland im Krankheits-, insbesondere im Notfall vor Ort kaum klären können, welche Behandlungspositionen der Arzt oder das Krankenhaus hoffentlich exakt nach deutschen Sätzen abrechnet. Und in vielen Regionen der EU werden Sie auch als gesetzlich Versicherter trotz anderslautender EU-Regularien  wie Privatpatienten ohnehin nur gegen „Cash“ behandelt. Ganz wichtig noch: außerhalb der EU übernehmen die gesetzlichen Kassen in Ländern, mit denen Deutschland kein Sozialversicherungsabkommen geschlossen hat bzw. bestehende Abkommen nicht den Krankenversicherungsschutz umfassen keinerlei Leistungen. Hier würden Sie auf allen Krankenkosten persönlich sitzen bleiben. Nicht nur exotische Reiseländer zählen hierzu. Immerhin auch Länder wie Australien, USA oder China !

Für den Fall der Fälle: Rückholung absichern

Wäre da noch  – ganz wichtig – die Rückholung bei schwerer Erkrankung oder Unfall. Die Kassen zahlen den Rücktransport grundsätzlich nicht. Bei den Privatversicherern hängt das von der individuellen Police ab. Das müssten Sie vor Reiseantritt klären. Insbesondere sollte vorab auch klar sein, ob der Versicherer einen Rücktransport nur finanziert, wenn er aus medizinischen Gründen notwendig ist oder auch dann, wenn die Rückholung „nur“ sinnvoll oder vertretbar ist. Auf diesen Punkt sollten Sie auch bei der Police für die Zusatz-Auslandskrankenversicherung achten. Oder Sie verfügen ohnehin über einen Schutzbrief eines großen Automobilclubs, in dem Rücktransporte in diesem Sinne umfassend abgedeckt sind.

Die Betrachtungen zeigen: für einen sicheren Urlaub sind einige Versicherungen praktisch ein Muss. Andere können sinnvoll sein, je nach persönlichem Bedarf. Und andere Versicherungsangebote sind schlichtweg überflüssig. Das müsste Ihnen bei ehrlicher Beratung auch der freundliche Herr Kaiser in seiner Beratung aufzeigen. In jedem Fall aber gilt: Prüfen Sie Ihren bestehenden Versicherungsschutz sorgfältig und sichern nur einzelne Komponenten zusätzlich ab, die ganz objektiv unverzichtbar erscheinen oder die Sie persönlich gemäß Ihrem besonderen Bedarf als für sich wichtig erachten. Fast alle standardisierten „Paketangebote“ für die schönsten Wochen des Jahres nutzen weniger Ihnen als den Versicherern. Auch wenn der freundliche Herr Kaiser das immer noch anders sieht.

Wenn Sie sich umfassender und über besondere Details in formieren wollen:

Bund der Versicherten e.V., www.bundderversicherten.de

Deutsche Verbindungsstelle Krankenversicherung-Ausland, www.dvka.de/öffentlicheSeiten

Für den Vergleich von Versicherungsangeboten, www.reiseversicherung.com
Dietrich Kantel