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oBike – die Kautionen gefährdet, Räder als “Sale”

von Paul Pawlowski

oBike taucht nach der Insolvenz im Juli 2017 in Singapur wieder aus der Versenkung auf. Die “Betriebseinstellung” habe “hauptsächlich Auswirkungen auf Singapur”, lässt das Unternehmen in  Twitter-Mitteilung wissen. “Die Betriebseinstellung hat keine Auswirkungen auf europäische Länder, in denen Obike aktiv ist.”  Viele Kunden, auch in Deutschland, fragten sich, ob ihre hinterlegte Kaution von 79,- Euro/149,- SFR in der Konkursmasse untergehe.

oBikes Twittermeldung

oBikes Twittermeldung
ob sie echt ist?

Die Kaution deutscher Nutzer werde zurückgezahlt und die Anträge auf Rückzahlung “regelmäßig” bearbeitet, lässt Obike wissen. Ab der kommenden Woche soll in Deutschland keine Kaution mehr verlangt werden. Wer Urheber der Mitteilung für Obike ist und den deutschen Twitteraccount des Anbieters verwaltet, ist nicht bekannt.

Zu schnell zu viel

Die Idee, an jedem Ort der Stadt per App eine Rad zu orten, freizuschalten und auch wieder beliebig abzustellen, hatte ihren Reiz. Im Januar 2017 startete diese Idee mit 1000 Fahrrädern in Singapur. Schnell breitete man sich damit aus. Holland, Schweiz, Frankreich, Spanien und Deutschland folgen im Laufe des Jahres 2017. Die Finanzierung über 45 Millionen US-Dollar im September 2017 reichten aber nicht lange aus. Investiert in das rasch expandierende Start-up hat unter anderem die Firma Grishin Robotics, eine Risikokapital-Gesellschaft des Russen Dmitry Grishin. Daher auch die erste Expansion in der Schweiz. Hier ist der Sitz des Investors.

Resterampe eröffnet

Der Schweizer Unternehmer Firat Kutal hatte den Service für oBike in der Schweiz und Süddeutschland übernommen. Diesen stelle er ein, als ab September 2017 kein Geld mehr kam. Um die aufgelaufenen Schulden zu tilgen, habe ihm Obike dann alle Fahrräder überschrieben. Jetzt kann man auf seiner Internetseite diese ehemaligen oBikes kaufen. In einer hamburger Lagerhalle stehen 10.000 nagelbneue oBikes, die Kutal übernehmen soll und die Hallenmiete bezahlen. Auch das passiert nicht. In deutschen Städten stehen hunderte von jetzt “herrenlosen” Räder herum. In Hamburg bietet ein Restverwerter für 69,- € solche Räder an, die in einem Rotterdamer Hafenlager auf ihre Auslieferung warten.