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Reiserecht: Schadenersatz für 5-jähriges Kind wegen vertaner Urlaubsfreude

Auch einem erst 5-jährigen Kind kann Schadenersatz wegen Reisemängeln und dadurch vertaner Urlaubsfreude zustehen. So entschied jedenfalls das Landgericht Frankfurt am Main.

Der Fall

© HardyS auf Pixabay.com

Wegen Reisevereitelung eines gebuchten Aufenthaltes in einer Ferienclubanlage verlangte eine Familie vom Reiseveranstalter Schadenersatz wegen vertaner Urlaubsfreuden. Zur Familie gehörten auch ein 2-jähriges und ein 5-jähriges Kind. Auch für die Kinder verlangte die Familie deswegen Schadenersatz und klagte. In Bezug auf die Kinder wies das angerufene Amtsgericht Bad Homburg die Klage ab. Dagegen erhoben die Kläger Berufung beim Landgericht Frankfurt.

Schadenersatz: Für 5-jähriges ja – für 2-jähriges Kind nein

Das Landgericht entschied, dass einem 5-jährigen Kind ein Schadenersatz wegen vertaner Urlaubsfreude zustehe, einem 2-jährigen Kind dagegen nicht. Zur Begründung führte das Gericht aus:

Für ein 5-jähriges Kind könne angenommen werden, dass es einen Urlaub in einer Clubanlage in einem fremden Land schon bewusst wahrnehme und erlebe. Für ein Kind dieses Alters sei ein solcher Aufenthalt etwas „Besonderes“. Bei einer Reisevereitelung sei der Erlebniswert der Urlaubszeit auch für ein Kind dieses Alters eingeschränkt.

Eine solche bewusste Erlebniswahrnehmung sei dagegen bei einem 2-jährigen Kind nicht anzunehmen. In diesem Alter stehe noch die Nähe zu den Eltern im Vordergrund und nicht der Ort, an dem diese Nähe erlebt wird. Deswegen bestehe für dieses Kind kein Anspruch auf Schadenersatz.

– Landgericht Frankfurt am Main, Urteil vom 5.12.2019, Az.: 2-24 S 50/19
(Zitiert nach ra-online GmbH, kostenlose-urteile.de , 21.5.2020)

(ka)