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Das neue Pauschalreiserecht

Worin liegt der Vorteil einer Pauschalreise? ©pixabay.de

Ab 1.Juli gilt ein neues Pauschalreiserecht. Bisher galt die Faustregel: Pauschalreisende haben mehr Rechte, als Reisende, die ihren Urlaub individuell zusammenstellen. Das ändert sich zukünftig zwar nicht völlig, aber doch in Teilen.  Allerdings: Auch ein Teil des den Verbrauchern bisher bekannten Schutzes entfällt. Hier ein Überblick.

Die Vorteile einer Pauschalreise liegen auf der Hand:

Bei Reisemängeln haben Reisende einen zentralen Ansprechpartner. Preise und Leistungen darf der Veranstalter nicht beliebig ändern. Die Informationen in Katalogen und Prospekten müssen wahrheitsgemäß und wirklichkeitstreu sein. Bei Mängeln besteht Anspruch auf deren Beseitigung und darüber hinaus auch noch auf Schadenersatz, wenn die Erholung beeinträchtigt wurde.

Zahlreiche Verbesserungen

Ab dem 1. Juli gilt nun:

Rechte im Sinne einer Pauschalreise entstehen auch, wenn derselbe Anbieter, also zum Beispiel Bahn, Fluglinie oder Buslinie zusätzliche Leistungen zur Buchung anbieten. Zukünftig gilt dann als Pauschalreise, was Urlaubsreisende auf einem solchen Portal oder auch bei einem Reisebüro zusammen gebucht haben. Also etwa Bahn-, Flug- oder Busreise plus Mietwagen, plus Hotel, plus Versicherung. Bei Buchungen über ein Online-Portal gilt das selbst dann, wenn man von diesem Portal zur Buchung der Zusatzangebote weitergeleitet wird, sogenannte „Click-Through-Buchungen“.

Veranstalter (in diesem Sinne) sind nunmehr gesetzlich verpflichtet Kosten für drei Übernachtungen zu übernehmen, wenn wegen Unruhen oder Naturkatastrophen im Reiseland ein Rückflug nicht bzw. nicht planmäßig erfolgen kann. Diese Kostentragung war bisher nicht verbindlich geregelt sondern geschah regelmäßig freiwillig auf Kulanz.

24 Monate

Und wichtig noch: statt bisher einen Monat haben Reisende nunmehr 24 Monate Zeit Geld wegen Reisemängeln erstattet zu verlangen – wobei der Mangel unverändert am Urlaubsort reklamiert werden muss.

Und, angesichts der jüngsten Erfahrungen mit der Air-Berlin-Pleite: auch der Insolvenzschutz – jedenfalls für Urlaubsreisende – wurde dadurch verbessert, dass der Veranstalter dieses Risiko absichern muss.

Einschränkungen

Die Nachteile der neuen Regelungen:
Urlaubsverträge über Hotels, Ferienhäuser oder Ferienwohnungen gelten zukünftig nicht mehr automatisch als Pauschalreise und auch Tagesreisen nicht, die weniger als 500 Euro kosten und nicht mindestens drei Übernachtungen umfassen.

Nachzulesen sind alle Details des aktuell geltenden Reisevertragsrechtes in den Paragraphen 561a ff. des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB).

 

Dietrich Kantel