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Offener Brief an Rudi Völler

Bayer 04 Leverkusen: Kreisklasse statt Champions League

Sehr geehrter Herr Völler,

©wikimedia-Fuguito

sollten Sie sich für die im Folgenden angesprochenen Missstände nicht verantwortlich fühlen, bitte ich Sie, meine Mitteilung an den oder die Zuständigen weiterzuleiten. Am Mittwoch war ich, gemeinsam mit einem Freund, Besucher des Spiels Bayer Leverkusen gegen Atletico Madrid in der Champions League. Vierzig Minuten vor Spielbeginn stellten wir uns am Eingang Süd-Ost an das Ende einer bereits großen Menschenmenge zur Sicherheitskontrolle an, um unseren Block B5 zu erreichen. Sehr schnell stellten wir fest, dass die Kontrollen sehr langsam erfolgten und es kaum eine Vorwärtsbewegung in Richtung der Drehkreuze mit den Kartenscannern gab. An dem in Sichtweite befindlichen Eingang Ost beobachteten wir die gleiche Situation. Am Eingang Süd-Ost gab es nur drei Kontrolleure, die mit dem Andrang der Besucher völlig überfordert waren. Die anstehende Menge reagierte erstaunlich ruhig und diszipliniert. Erst ca. 10 Minuten vor Spielbeginn wuchs die Ungeduld, da absehbar war, dass wir alle nicht rechtzeitig zum Anpfiff unsere Plätze erreichen würden. Nach vielen Pfiffen und Sprechchören der drängenden Menge wurde tatsächlich eine vierte Abfertigungsspur eröffnet. Gleichzeitig marschierten weitere fünf Ordner auf. Sie verharrten allerdings wartend und die Kollegen mit Abstand beobachtend. Auffordernde Zurufe der zunehmend ungeduldigen Besucher, doch bei den Kontrollen mitzumachen, wurden ignoriert. Das trug nicht zur Deeskalation der sich zuspitzenden Situation bei. Das Unverständnis der Wartenden kulminierte nun.

Wäre es zu einer Erstürmung des Eingangsbereiches gekommen, hätte sich Bayer 04 nicht beschweren können. Besucher des Stadions aus dem In- und Ausland bezeugten, dass sie so etwas noch nie erlebt hätten. Die Wartenden mussten sich von den Kontrolleuren vorhalten lassen, sie seien zu spät angereist. Ein Vorwurf, der völlig absurd war, da die bereits vor uns Wartenden sich mindestens bereits sechzig Minuten vor Spielbeginn angestellt hatten, ohne eine Chance zu haben, rechtzeitig ihre Plätze zu erreichen. Endlich hatten wir den Zutritt ins Stadion geschafft. Ich fragte die ausschließlich beobachtenden Ordner ruhig und sachlich, warum sie den Kollegen nicht helfen würden. Ich bekam keinerlei Antwort und wurde demonstrativ ignoriert. Acht Minuten nach Anpfiff hatten wir endlich unsere Plätze erreicht. Die sicherlich stimmungsvolle und charakteristische Einstimmung auf das Champions-League-Spiel, auf die wir uns besonders gefreut hatten, war verpasst. Die Organisation des Stadionzugangs hatte an diesem Abend allenfalls Kreisklassenniveau und war einem Champions-League-Verein unwürdig.

Der eindeutige Organisationsmangel hat unser Spielerlebnis dadurch leider nachhaltig beeinträchtigt.

Die Einlasskontrolle in der BayArena ist mir nun zum zweiten Fall negativ aufgefallen. Im Rahmen meines Projektes „Bratwurstliga“, veröffentlicht auf www.rantlos.de, bei dem ich die Qualität der Bratwürste in den Stadien der ersten Fußballbundesliga getestet habe, besuchte ich in der letzten Saison im September 2018 am Bayer-Familientag die BayArena. Da es in Strömen regnete und ich über eine nicht wasserfeste Print-at-Home-Eintrittskarte verfügte, erläuterte ich den am nicht überdachten Kartenscanner stehenden Ordnern die Situation und bat sie freundlich, mit ihrem Schirm meine Karte beim Scannen zu schützen. Das wurde leider abgelehnt. Es blieb mir nichts anderes übrig, als meinen Mantel auszuziehen und diesen als Schutz beim Scannen zu benutzen. In Folge war dann auch meine zweite Kleidungsschicht völlig durchnässt.Wie sie in meinem Artikel „In Leverkusen geht es um die Wurst“ nachlesen können, hatte dieses Negativerlebnis keinen Einfluss auf meine Bewertung der Bratwurst. In der Abschlusstabelle der „Bratwurstliga“, soeben ebenfalls auf www.rantlos.de veröffentlicht, belegt die BayArena den dritten Platz.

Die aufgezeigten Fehlverhalten erstaunen mich sehr, da ich ansonsten sowohl die BayArena als auch Bayer 04 als sehr gut organisiert erlebt habe. Bei der Organisation der Eingangskontrollen und der Schulung der Ordner gibt es allerdings dringenden Handlungsbedarf.

Mit freundlichen Grüßen

Michael Stallkamp