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Welt-Sepsis-Tag: Impfen gegen Blutvergiftung?

Fast 200 Menschen sterben pro Tag in Deutschland an einer Blutvergiftung (Sepsis). Vor allem ältere Menschen sind anfällig. Dabei gibt es gute Möglichkeiten der Vorbeugung: Neben einer gesunden Lebensweise gehört dazu das Impfen gegen Grippe und Pneumokokken, denn so werden Infektionen vermieden. Am 13. September ist Welt-Sepsis-Tag.

Eine Sepsis ist die häufigste Todesursache bei Infektionen. Besonders ältere Menschen sind gefährdet. ©angieconscious_pixelio.de

Eine Sepsis ist die häufigste Todesursache bei Infektionen. Sie ist keine Blut-„Vergiftung“ im eigentlichen Sinne, sondern entsteht, wenn die Abwehrreaktion des Immunsystems auf eine Infektionserkrankung (z.B. Lungenentzündung) außer Kontrolle gerät. Das Ergebnis: körpereigene Organe und Gewebe werden angegriffen und geschädigt. Im schlimmsten Fall kann dies zu einem septischen Schock (Kreislaufzusammenbruch u.a.), Multiorganversagen und Tod führen.

Impfen gegen Grippe und Pneumokokken

Eine Impfung dagegen gibt es natürlich nicht. Vorbeugen kann man trotzdem: Dabei gilt es in erster Linie Infektionen zu verhindern. Besonders ältere Menschen ab 60 Jahren, deren Immunsystem zunehmend abbaut, sind anfällig. Daher sollten gerade sie sich mittels Impfung gegen Influenza und Pneumokokken schützen. Denn sie sind die häufigsten Erreger einer Lungenentzündung – eine der Hauptursachen einer Sepsis. Besonders, wenn die beiden im Doppelpack auftreten, herrscht Alarmstufe Rot: Die Sepsissterblichkeit bei über 60-jährigen liegt dann bei ca. 50 Prozent. 

Vor diesem Hintergrund sind die Impfquoten zu niedrig. So war in der Saison 2016/2017 laut Robert Koch-Institut (RKI) nur etwa jeder dritte Senior (34,8 %) gegen Grippe geimpft. Dabei hat gerade diese Impfung großes Potenzial. Denn sie reduziert nicht nur die Zahl der Erkrankungen in der Bevölkerung; sie führt dadurch auch dazu, dass weniger Antibiotika unsachgemäß eingesetzt werden. All zu oft nämlich werden diese Präparate bei viralen Infektionen wie Influenza verwendet – obwohl sie hier gar nicht wirken. Die Entstehung von Antibiotikaresistenzen wird so unnötigerweise begünstigt.

Sepsis: schnell handeln

Resistenzen können schnell lebensgefährlich werden. Für die Behandlung vieler bakterieller Infektionen sind wirksame Antibiotika essentiell. Auch bei einer Sepsis sind die Betroffenen oft auf sie angewiesen. Wurde die zugrundeliegende Infektion nämlich durch Bakterien – wie Pneumokokken – ausgelöst, wird sie mit diesen Medikamenten behandelt. Je nach Schwere der Blutvergiftung wird das Kreislaufsystem und bereits geschädigte Organe mit diversen weiteren Maßnahmen (z.B. künstliche Beatmung der Lunge) unterstützt. Bei einer Sepsis zählt jede Sekunde – unbehandelt führt sie zum Tod. Diejenigen, die überleben, leiden oft lange Zeit nach der „Genesung“ an Folgeschäden – seien es chronische Schmerzen, Muskelschwäche oder Schlaflosigkeit. 

Impfen kann davor schützen. Darauf deutet auch eine schwedische Studie mit rund 250.000 Teilnehmern ab 65 Jahren hin: Die Menschen, die sowohl gegen Grippe als auch gegen Pneumokokken geimpft waren, wurden um fast 30 Prozent weniger aufgrund einer Lungenentzündung ins Krankenhaus eingeliefert als Ungeimpfte. Und wie gesagt: Lungenentzündung ist eine der häufigsten Ursachen für eine Sepsis.

Quelle: https://www.pharma-fakten.de/news/details/667-welt-sepsis-tag-impfen-gegen-blutvergiftung/