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Keuchhusten ist keine Kinderkrankheit

Immer öfter erkranken auch Erwachsene – besonders ältere Menschen sind gefährdet

Besonders bei Senioren verläuft Keuchhusten oft atypisch oder schwer. Komplikationen wie eine Lungenentzündung oder Rippenbrüche können auftreten. © djd/GlaxoSmithKline/Getty Images/M. Heim/Chainarong Prasertthai

Unter Kinderschnupfen verstehen viele Menschen eine harmlose Triefnase, die man irgendwann zwischen Krippe und Grundschule unkompliziert durchmacht. Tatsächlich gibt es aber auch Infektionskrankheiten wie Keuchhusten, die keineswegs harmlos sind. Diese können langwierig sein und schwere Komplikationen auslösen. Außerdem erkranken nicht nur Kinder, denn Menschen ohne Impfung können sich in jedem Alter infizieren. So verbreitet sich Keuchhusten in Deutschland heutzutage vor allem unter Erwachsenen, da Kinder meist im Rahmen der U-Untersuchungen geimpft werden und damit eine höhere Impfquote zu verzeichnen ist.

Wochenlange Hustenattacken

Verursacht wird Keuchhusten durch das Bakterium Bordetella Pertussis, das durch Tröpfcheninfektion übertragen wird und die Atemwege angreift. Nach einer Inkubationszeit von ein bis zwei Wochen treten zuerst Symptome wie bei einem grippalen Infekt auf: Schnupfen, Reizhusten, Halsschmerzen und leichtes Fieber. In diesem Stadium wird der Keuchhusten oft noch nicht erkannt, ist aber schon ansteckend. Oft führen erst die schmerzhaften, stakkatoartigen Hustenkrämpfe in der zweiten Erkrankungsphase, die auch Atemnot und Erbrechen auslösen können, zur Diagnose. Sie können sich bis zu sechs Wochen hinziehen und klingen dann in der Erholungsphase über nochmals mehrere Wochen langsam aus. In der Regel bleibt Keuchhusten folgenlos, doch etwa bei einem Viertel der älteren Patienten kann es zu Komplikationen wie einer Lungenentzündung kommen. Der enorme Druck während des Hustens kann geplatzte Blutgefäße in Augen und Nase, Leisten-, Nabel- und Rippenbrüche sowie Pneumonien verursachen. Gerade Kinder und ältere Menschen verlieren nicht selten stark an Gewicht. In ungünstigen Fällen können die Bakterien auf andere Körperteile übergreifen und Entzündungen in den Nasennebenhöhlen, dem Mittelohr, der Lunge oder im Gehirn auslösen.

Schutz durch Impfung

Von schweren oder atypischen Verläufen sind besonders Senioren und Säuglinge bedroht. Ältere Menschen leiden oft sehr lange unter dem quälenden Husten und müssen öfter in stationäre Behandlung als jüngere Erwachsene. Säuglinge werden fast immer ins Krankenhaus eingewiesen, da Keuchhusten bei ihnen zu einem lebensbedrohlichen Atemstillstand führen kann. Zur Behandlung lassen sich Antibiotika einsetzen, die aber nur bei rechtzeitiger Gabe den Verlauf bessern. Der einzige wirksame Schutz ist eine Impfung, die je nach Alter regelmäßig aufgefrischt werden sollte. Sie ist selbst dann sinnvoll, wenn man Keuchhusten hatte, denn eine Erkrankung bewirkt keine dauerhafte Immunität.