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Bachman Turner Overdrive – ein Name so kraftvoll wie ein amerikanischer Truck. Und tatsächlich ist das Markenzeichen der kanadischen BTO ein organisch brodelnder Mix aus Heavy Rock und derbem White Man Blues. Bereits 1970 formieren sich Randy und Robbie Bachman mit Chad Allen und C.F. Turner zu dieser späteren Rockmonsterband.

Bachman Turner Overdrive

Ihre Rockvision ist dabei klar umrissen. Einerseits möchte man sich klar vom aufstrebenden Artrock der Kollegen Yes oder Genesis distanzieren. Zu verkopft erscheint den Mannen aus Winnipeg, Manitoba die neue Richtung. Ebenso gilt es, den Psychedelic Leuten wie Pink Floyd und erst recht dem angesagten Glamrock von Bowie und Bolan etwas raues und urwüchsiges entgegenzusetzen.

Die Lösung ist rasch gefunden. Praktisch wie die Kanadier im allgemeinen sind, entwerfen sie eine eigene Variante des Rock; quasi das nordische Gegenstück zum beliebten Southern Rock der Südstaatler. Erdiger Blues ist ein Haubtbestandteil. Prägnante Hooks und Riffs mit gegen den Strich gebürsteten Hardrockgitarren verfeinern die Rocksuppe. as ganze runden sie mit den charismatischen Vocals von Randy Bachmann ab, der sein Organ konstant punktgenau zwischen Singen und Schreien platziert.

Der so gemeißelte Sound kommt an. Nicht weniger als zehn Hitsingles charten weltweit in den Jahren von 1970-1976. Neben “Takin’ Care Of Business” wird vor allem das berühmte “You Ain’t Seen Nothing Yet” zur Visitenkarte der Band. Heute gilt der Song als Standardwerk des Rock wie etwa “Sweet Home Alabama” (Lynyrd Skynyrd) oder “All Right Now”(Free). Trotz des anhaltenden Erfolgs hat Fronter Randy 1977 genug von der Band. Er steigt aus und widmet sich fortan einer Solokarriere, der Band Ironhorse, einer erfolgreichen Radio Show und der persönlichen Entdeckung bzw.Integration des Jazz in seine Musik.

Der im Regen stehen gelassene Rest bringt es hernach auf einige Alben, auf denen die Band ohne den wichtigen Sänger jedoch klingt wie die beschworen begossenen Pudel. Die Erfolgskurve fährt steil bergab. Die Band löst sich schlussendlich auf.

Ein Kuriosum der Rockgeschichte können die Nordamerikaner ebenso für sich verbuchen. In den 80er Jahren tauchen auf einmal zwei wiedervereinigte Bands auf. Die eine spielt mit Randy unter dem Gründungsnamen bis. Die andere gehört zu Bruderherz Robbie und firmiert unter BTO. Nach einem wenig übersichtlichen und von künstlerischen Querelen geprägten hin und her, verläßt Randy 1991 endgültig das BTO-Universum.

Kaum zwei Jahrzehnte später, im Jahr 2010, tut sich Randolph Charles Bachman erneut mit seinem alten Kumpel Charles Frederick Turner zusammen. Die Endsechziger wollen es noch mal wissen. Eine schnöde Greatest Hits-Tour kommt beiden nicht in die Tüte. Neue Songs müssen her und zwar taugliche! Gemeinsam verfassen sie das schlicht betitelte Album “Bachman & Turner”. Tatsächlich gelingt ihnen ein künstlerisch nicht gerade kleiner Wurf. Die Platte bündelt sämtliche alten Stärken der Mutterband. Unverbraucht, roh und überraschend jugendlich zeigen sich die Herren sowohl im Studio als auch auf der Bühne als “Bachman-Turner Union”.

 

Gründungsmitglieder
Gesang, Gitarre
Randy Bachman
Gesang, Gitarre
Chad Allan
Schlagzeug
Robbie Bachman
Bass
C.F. „Fred“ Turner

 

 

 

Bachman Turner Overdrive – You Ain’t Seen Nothing Yet 1974


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