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Status Quo sind ein Phänomen. Über Jahrzehnte hinweg verkaufen sie mit demselben Sound Millionen von Platten (vor allem in England, Europa und Australien) und lassen sich selbst von gesundheitliche Rückschläge nicht unterkriegen. Zudem gelten sie als eine der am härtesten arbeitenden Combos. Um es mit der Plattenfirma zu sagen: Anno 2005 haben Status Quo ungefähr 5.500 Shows vor 24 Millionen Fans gespielt, sind 6,5 Millionen Kilometer gereist und 22 Jahre nonstop auf Achse.
Kein Thema also, dass Francis Rossi (geb. 1949 in Forest Hill, London) und Rick Parfitt (geb. 1948 in Woking, Surrey) die Hallen weiter rocken. 2005 mit von der Partie: Keyboarder Andrew Bown (erst inoffizielles, seit 1982 offizielles Bandmitglied, er ersetzt 1973 Ur-Tastenmann Roy Lynes), der 2000 eingestiegene Drummer Matthew Letley (er folgt Ur-Drummer John Coughlan, den 1981 Pete Kirchner ablöst, ab 1986 schwingt Jeff Rich die Sticks) sowie Bassist John Edwards (Ur-Basser Alan Lancaster steigt 1985 nach dem Live Aid-Auftritt aus.

“Rockin All Over The World”, “What Ever You Want” oder “In The Army Now” heißen die Hits der Rock’n’Roll-Urgesteine – einfach gestrickte Boogie-Rocknummern, die live gehörig abgehen und zum Nachspielen auf der Luftgitarre wie geschaffen sind. So sorgen Quo-Songs auch auf mühsam anlaufenden Partys (meist) für Stimmung.
Ihre ersten musikalischen Gehversuche machen Rossi und Parfitt in London, 1965, auf dem Höhepunkt des Beatfiebers. Parfitt greift zu dieser Zeit für The Highlights in die Saiten. Rossis, Coughlans und Lancasters Band heißt zuerst The Spectres (drei erfolglose Singles), später Traffic Jam, und spielt Psychedelic Rock. Das Trio fängt bereits 1962 als Schülerband an, Lynes stößt drei Jahre später dazu. Kurz darauf kommt Parfitt. Ab 1967 benennt sich die Combo in Status Quo um, um Verwechslungen mit Steve Winwoods Traffic zu vermeiden.

Bis die Band auf die Marke Boogie-Rock einschwenkt, vergehen noch einige Jährchen. Ende 1967 erscheint die erste Single “Pictures Of Matchstick Men”, die überraschend auf Rang sieben chartet (in den USA auf zwölf). Der Nachfolger “Ice In The Sun” schafft es ebenfalls in die englische Top Ten. In den USA ist die Band seit der Debüt-Single aber abgemeldet, und auch in England geht es erfolgsmäßig abwärts. Die Single “Down The Dustpipe” und das Album “Ma Kelly’s Greasy Spoon” markieren 1970 den musikalischen Wendepunkt: Quo huldigen seitdem dem bluesigen und schnellen Boogie Rock im Partyformat.

Mit den Alben Album “Pildriver” (1972) und “Hello” kehrt auch der kommerzielle Erfolg wieder zurück. Bei “Pildriver” gehen Status Quo erstmals ohne Produzent ins Studio, um den auf der Bühne entwickelten Live-Sound auf Platte einzufangen. In den 70ern steigt nun jedes Quo-Album in Großbritannien in die Top Five ein. Musikalisch entwickelt sich die Band nicht sonderlich weiter. Fans und Kritiker sind sich ausnahmsweise einig: Diese Formation trägt den Namen, den sie verdient.

1982 spielen Status Quo als erste Rockband auf einer Wohltätigkeitsveranstaltung vor der königlichen Familie. Seitdem treten sie immer wieder bei Benefiz-Events auf und helfen mit, Millionen von Pfund einzusammeln. Auch musikalisch geben sich Quo sozial, so halten Rossi und Parfitt beispielsweise 1991 im Londoner Pentonville-Knast einen Musik-Workshop ab. Mitte der 80er steigt Bassist Lancaster im Streit aus und will den Bandnamen mitnehmen, Den Rechtsstreit gewinnt aber das Songwriter-Duo Rossi/Parfitt.
Obwohl immer wieder Auflösungsgerüchte die Runde machen, avancieren Quo 1989 mit 39 Hits zum erfolgreichsten Single-Act Großbritanniens, noch vor den Stones. Ein Jahr zuvor spielen sie eine geradezu historisch anmutende Konzertreihe: 14 verkaufen sie das Moskauer Olympic Stadium aus. Anders in Amerika: Trotz Tourneen kriegen Quo hier nie wirklich den Fuß auf den Boden.

Zwei Jahre später ziehen sie ins Guinness-Buch der Rekorde ein: zum 25-jährigen Jubiläum spielen Quo ihr aktuelles Programm innerhalb von zwölf Stunden in vier verschiedenen britischen Arenen (schon 1986 traten sie innerhalb von 24 Stunden in Großbritannien, der Schweiz und Dänemark auf). Den Event sendet auch das britische Fernsehen.

Im selben Jahr enthüllen sich Rossi und Parfitt in Madame Tussauds Rock Circus-Wachsfigurenmuseum selbst und sacken den Brit Award “Outstanding Contribution To The British Music Industry”. Prinz Albert von Monaco überreicht ihnen später den World Music Award in der Kategorie “Outstanding Contribution To The Rock Industry”.

1993 legen sie ihre erste Autobiografie vor, 2004 folgt das Buch “XS All Areas”. Ein Jahr später landen sie mit der Fußball-Hymne “Come On You Reds” (gemeinsam mit Manchester United eingesungen) erneut einen Nummer eins-Hit. Zudem schreiben Quo wieder ein wenig Geschichte: gemeinsam mit den Beach Boys bestreiten sie in Berlin “The Farewell Party”, mit der sich die Streitkräfte der westlichen Alliierten verabschieden.

Gitarrist Parfitt macht in der Folge vor allem außerhalb des Musik-Biz’ Schlagzeilen. 1995 verursacht er unter Alkohol- und Drogeneinfluss mit seinem Porsche einen Autounfall. 1997 muss er sich einer vierfachen Herz-Bypass-Operation unterziehen. Anno 2000 zeigt die BBC anlässlich ihres 35-jährigen Jubiläums eine Doku über die Band.

Zu Quos Bandhistorie zählen auch absurde Auftritte: Im Rahmen einer Down Under-Tournee 2000 karren sie die Journaille per Zug zu einem der ältesten Bahnhöfe tief ins Outback Australiens, nach Grandchester, wo sie auf einem Zug-Tieflader loslegen. 2001 spielen sie ein Konzert für die acht Insassen des norwegischen Big Brother-Hauses oder stellen 2003 ihr Album “Heavy Traffic” auf dem britischen Flugzeugträger HMS Ark Royal vor.
2003 folgen die ersten Gigs in Südamerika. Im September 2005, pünktlich zum Album-Release von “The Party Ain’t Over Yet”, meldet sich erneut Guinness zu Wort: Bis 2004 bleiben Quo mit 61 Hits die erfolgreichste britische Singleband (vor Queen, den Stones, UB40, U2 und Depeche Mode). Mit 110 Gigs tritt auch keine Band öfter bei Top Of The Tops auf. Insgesamt verkauften Rossi, Parfitt und Co. bis zu diesem Zeitpunkt 120 Millionen Platten.

Gründungsmitglieder
Gesang, Gitarre
Francis Rossi
Gesang, Gitarre
Rick Parfitt († 2016)
Gesang, E-Bass
Alan Lancaster (bis 1985)
Schlagzeug
John Coghlan (bis 1981)
Keyboard
Roy Lynes (bis 1970)

 

 

 

Status Quo – Rockin All Over The World