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Pink Floyd

Pink Floyd

Im Jahr 1965 gründeten die Herren Syd Barrett (Gitarre, Gesang), Bob Close, Rick Wright (Keyboards), Nick Mason (Schlagzeug) und Roger Waters (Bass) eine Band namens Sigma 6. Close steigt schon bald wieder aus, aber die anderen vier bleiben ein Weilchen zusammen. Sie probieren alle möglichen Bandnamen aus, The Screaming Abdabs, T-Set, The Meggadeaths, und The Architectural Abdabs, bis eines Tages Barrett mit dem Vorschlag The Pink Floyd Sound ankommt, der auf den Vornamen der beiden Jazzer Pink Anderson und Floyd Council beruht.

Für ihren Erstling “Piper At The Gates of Dawn” (1968) benutzen sie den Namen The Pink Floyd, mit “A Saucerful Of Secrets” verschwindet auch noch das The in der Versenkung. Inzwischen hat die Band aus Cambridge eine Menge Auftritte im Londoner UFO-Klub und, 1967, auch schon die erste Tournee im Vorprogramm von Jimi Hendrix absolviert.

Zur gleichen Zeit beginnen Pink Floyd, mit farbigen Scheinwerfern, Diaprojektoren und Filmen zu experimentieren, wobei Barrett oft seine reichhaltigen LSD-Erfahrungen einzubringen weiß. LSD ist Ende der 60er noch nicht verboten, aber der Frontmann ist psychisch angeschlagen. Seine Maßlosigkeit und seine Ausfälle führen zunehmend zu Problemen, weshalb die Band ihn im April 1968 durch David Gilmour ersetzt.

Pink Floyd profilierte sich schnell als eine der innovativsten Rockbands: Sie entwickeln bereits 1967 das erste quadrofonische Sound-System, noch bevor Stereogeräte in Serie produziert werden, sie vereinen die Musik mit dem Film, ihre reichlich mit visuellen Reiz ausgestatteten Konzerte nähern sich der Wagnerschen Idee vom Gesamtkunstwerk und sie experimentieren mit Verfremdungseffekten und Realitätszitaten.

“The Dark Side Of The Moon” (1973) markiert den Höhepunkt des Ruhmes, die Platte verkauft sich bis heute über 50 Millionen mal. Ihre Lieder behandeln düstere Themen wie Gier und (Syd Barretts) Geisteskrankheit und sie gilt bis heute als eines der größten Meisterwerke der Popgeschichte. Sicherlich auch, weil hier verschiedene geniale Kräfte zusammenwirken: die Aufnahmen aus den Abbey Road Studios veredelte Produzent Alan Parsons, das Cover gestaltete Storm Thorgerson.

Nach diesem riesigen Erfolg fällt es der Band schwer, eine Fortsetzung zu finden, und so wendet sie sich inhaltlich noch einmal der Vergangenheit zu. Auf “Wish You Where Here” (1975) behandeln Pink Floyd Themen wie die Geldgier und Oberflächlichkeit des Musikgeschäfts und – wiederum – den Verlust des früheren Frontmanns Barrett, der in andere mentale Welten abgetaucht ist (und übrigens bis zu seinem Tod 2006 großzügig von der Band unterstützt wird). Barrett soll während der Aufnahmen auch einmal zu Besuch in die Abbey Road Studios gekommen sein, danach nahmen Pink Floyd den zentralen Song des Albums auf: “Shine On You Crazy Diamond”.

Musikalisch jedoch stößt “Wish You Where Here” bereits viele Anhänger vor den Kopf. Zu monströs ist ihnen mittlerweile der Sound geworden, zu flächig die Songs. Das zehnte Album “Animals” gräbt dieser Kritik jedoch das Wasser ab, denn die Monströsität weicht einer rockigeren Ausrichtung. Die Konzept-Scheibe lehnt sich lose an George Orwells “Animal Farm” an, in dem ebenfalls drei Tierarten die Hauptrolle spielen, nämlich Hunde, Schweine und Schafe. Um das Album richtig in Szene zu setzen, lassen Pink Floyd sogar ein überdimensioniertes Schwein über dem Kohlekraftwerk Battersea steigen. Das Motiv ist auch auf dem Album-Cover zu sehen.

Diese reduziertere Tendenz setzt sich auf “The Wall” (1979) nicht fort. Ihr ‘Spätwerk’, das immerhin noch 20 Millionen Käufer findet, ist wegen seiner erzählerischen Geschlossenheit durchaus beachtenswert. Waters’ Aufführung von “The Wall” auf dem Potsdamer Platz aus Anlass des Mauerfalls 1990 geht ebenfalls in die Rockgeschichte ein: Nie wurde für ein Konzert eine größere Bühne errichtet.

Der Rest sind Diadochenkämpfe. Wright hatte Pink Floyd bereits 1981 verlassen, 1986 geben die Anwälte von Waters die endgültige Auflösung der Band bekannt. Dennoch touren Gilmour, Mason und Wright ab 1987 noch einmal unter dem alten Namen und nehmen insgesamt drei Alben auf. Nach einer längeren Unterbrechung geht das verbliebene Trio mit der Unterstützung von fünf Gastmusikern 1994 noch einmal auf eine umjubelte Welttournee. Aus den Aufnahmen entsteht 1995 “Pulse”.

Fast 35 Jahre nach der Bandgründung raufen sich Gilmour, Mason, Wright und Waters erneut zusammen, um gemeinsam die Tracklist für ein Jubiläumsalbum auszuknobeln. Die 26 digital nachbearbeiteten Songs erscheinen 2001 auf einer Doppel-CD mit dem Titel “Echoes”. 2003 erscheint die DVD “The The Dark Side Of The Moon”. Hier wird das Gesamtwerk von Pink Floyd um eine informative Dokumentation über die Entstehung des bahnbrechenden Albums ergänzt.

 

Gründungsmitglieder
Gesang, Gitarre
Syd Barrett (bis 1968, † 2006)
Gesang, Bass
Roger Waters (bis 1985)
Gesang, Keyboard
Richard Wright (bis 1979, 1993 – † 2008)
Schlagzeug
Nick Mason

 

 

Pink Floyd – Another Brick In The Wall