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Of Fathers and Sons

Of Fathers and Sons – Die Kinder des Kalifats (2017)

© Port au Prince Pictures

Der Dokumentarfilmer Talal Derki und sein Kameramann Kahtan Hasson begleiten den Alltag von Clan-Chef Abu Osama und seiner Familie über einen Zeitraum von ungefähr zwei Jahren im salafistischen Nordwesten Syriens. Osama erzieht seine beiden Söhne, die er nach dem Gründer der Terrorgruppe Al-Quaida und dessen Stellvertreter benannt hat, Ayman (12) und Osama (13), sowie deren zehn Geschwister streng islamistisch. Seine beiden Söhne gehen nicht zur Schule, sondern absolvieren ein Koranstudium. Wie bei vielen anderen Kindern in Syrien steht also statt Matheunterricht eine extreme Auslegung des Korans auf dem Stundenplan. In einem Militärcamp werden ihnen zusätzlich der Umgang mit Waffen, Gehorsam und Disziplin vermittelt. Die gefährliche Ausbildung hat zum Ziel, die Kinder zu „Gotteskindern“ zu formen. Den Filmemachern gelingt ein seltener Einblick in das islamische Kalifat. Derki konnte das Vertrauen der radikalen Islamistenfamilie erlangen, indem er sich als Kriegsreporter ausgab, der mit Salafisten sympathisiert.

Dass es sich um die Familie eines islamistischen Milizionärs handelt, verleiht dem Werk einen besonderen Seltenheitswert. Das Publikum lernt einen Dschihadisten von seiner privaten Seite kennen, im Umgang mit seinen Söhnen, die er auf ihre Bestimmung als Kämpfer für ein islamistisches Kalifat vorbereitet. Der Film erhielt auf dem Sundance Film Festival 2018 den Grand Jury Prize in der Kategorie World Cinema.

Radikalisierung beginnt in der Familie

© Port au Prince Pictures

Was geschieht in den Köpfen von Kindern und Jugendlichen, die traumatisiert sind von einem jahrelangen, blutigen und zerstörerischen Krieg, ohne Hoffnung auf ein Ende und eine friedliche Zukunft? Was geschieht mit ihnen, wenn Eltern, Verwandte und andere Bezugspersonen Hass und Rache predigen und vom Wunsch nach Vergeltung beseelt sind? Seit radikale Islamisten weite Teile des Landes beherrschen, haben sie damit begonnen, Jugendliche im Namen der Religion zu mobilisieren. Ziel ist die Schaffung eines Kalifats auf den Schultern der kommenden Generation.

Biographie des Regisseurs und Auszeichnungen

Talal Derki wurde in Damaskus geboren und lebt seit 2014 in Berlin. Er studierte Filmregie in Athen und arbeitete als Regieassistent für diverse Spielfilmproduktionen. Zwischen 2009 und 2011 war er Regisseur für verschiedene arabische Fernsehprogramme. Außerdem arbeitete er als freiberuflicher Kameramann für CNN und Thomson & Reuters.

Talal Derkis Kurzfilme und abendfüllende Dokumentarfilme erhielten Auszeichnungen auf verschiedenen Festivals weltweit. Sein Dokumentarfilm “Return to Homs” wurde 2014 mit dem World Cinema Grand Jury Prize des Sundance Film Festivals ausgezeichnet. 2014 war Talal Derki auch Jurymitglied der IDFA.

“Of Fathers and Sons – Die Kinder des Kalifats” ist vielfach preisgekrönt. Er war für den Oscar 2019 nominiert in der Kategorie “Documentary Feature”. Der Film wurde in diesem Jahr unter anderem beim Sundance Festival ausgezeichnet und im Rahmen des SWR Doku Festivals von einer unabhängigen Jury mit dem Deutschen Dokumentarfilmpreis prämiert. Außerdem ist der Film in der Vorauswahl zum Deutschen Filmpreis 2019.

 

Of Fathers and Sons

Kinostart: 21.03.2019
Dauer: 99 Min
Genre: Dokumentarfilm
Produktionsland: Deutschland, Katar, Libanon, Syrien
Filmverleih: Port-au-Prince