Musik und Bücher

Afrikas Kampf um seine Kunst

Man stelle sich das mal vor: Da werden Schätze geraubt, (von den Erben) einem Versteigerungshaus übergeben, verhökert und der neue Besitzer behauptet allen Ernstes und keineswegs aus Unkenntnis, alles sei legal erworben. Die Autorin, Bénédicte Savoy, ist spezialisiert auf Kunstraub und Beutekunst und hat Museen, ihre Archive, bei der UNESCO und Ministerien im In- und Ausland nach Dokumenten durchforstet, um mit ihren Fundstücken nachzuzeichnen, in welcher Art und Weise seit dem zweiten Weltkrieg mit dem Problem der Rückgabe von Beute umgegangen wurde.


Stay away from Gretchen-Eine unmögliche Liebe

Die Regisseurin etlicher Dokumentationen fürs Fernsehen hat einen sorgfältig recherchierten Roman vorgelegt. Ihr Aufhänger war ein altes Ehepaar, das 2015 mit Tränen in den Augen Spenden in einem Flüchtlingsheim ablieferte mit der Begründung, sie wüssten als ehemalige Ostpreußenflüchtlinge ganz genau, wie sich die Migranten fühlten.


Die Frau vom Strand

Der Plot spielt zwischen Hamburg und der Ostseeküste in der Nähe von Warnemünde. Ein lesbisches Paar mit Säugling führt derzeit eine Wochenendehe, da Rebekka, die Mutter, nach der Geburt eine Erholungszeit braucht. Sie geht mit ihrem Kind am Strand spazieren, als die Touristin Julia, der man offenbar beim Schwimmen die Kleidung gestohlen hat, ihre Hilfe ersucht. Im Laufe einer Woche erschleicht Julia die Freundschaft der nach Kommunikation dürstenden Physiotherapeutin Rebekka.


“Kalmann”

Joachim B. Schmidt hat gerade seinen Debütroman “Kalmann” bei Diogenes veröffentlicht. Wie der ungewöhnliche Protagonist seines Romans lebt er auf Island. Der gebürtige Schweizer hat auf der Insel eine zweite Heimat gefunden. rantlos spricht mit dem Autoren über Kalmann , Island und Gammelhai. 


Der Massai, der in Schweden noch eine Rechnung offen hatte

Der Journalist Jonasson hat auch schon in seinen anderen Romanen Absurdität auf die Spitze getrieben. Diesmal nimmt er sich den Kunstbetrieb vor. Aufgehängt an Bildern der tatsächlich existierenden Malerin Irma Stern, die 1894 als Tochter deutsch-jüdischer Einwanderer in Südafrika geboren wurde, greift der Autor den frauenfeindlichen, Empathie freien und rassistischen Protagonisten Viktor heraus, der mit einer Galerie zu Geld kommen will und sich die Gier seiner Umgebung zunutze macht.


Ein verheißenes Land

Der 44. Präsident der USA, Barack Obama, legt keine Autobiografie, sondern einen sehr detaillierten Bericht über die erste Hälfte seiner Amtszeit vor. Gerade von ihm, der mit seinen vielschichtigen Kindheitsjahren auf Hawaii und in Indonesien prädestiniert war zum Katalysator zwischen unterschiedlichen Mentalitäten, hätten sich Leser*innen gewünscht, wenn er ausführlicher auf die formenden Jahre seines Lebens eingegangen wäre.


Das Verschwinden der Erde

Die Amerikanerin Julia Phillips weiß, wovon sie schreibt. Sie hat nach einem Stipendium, das ihr einen Aufenthalt auf Kamtschatka ermöglichte, zehn Jahre an diesem Roman gefeilt. Die Werbung von Los Angeles Review of Books (ausgeklügelter und kraftvoller literarischer Thriller) führt allerdings in die Irre. Von diesbezüglicher Spannung ist wenig enthalten. Der Roman schöpft seinen Reiz aus anderen Quellen.


No Angels: Sandy, Nadja, Jessica und Lucy singen wieder

Kaum zu glauben: 20 Jahre ist es her, dass die „No Angels“ mit dem Hit „Daylight In Your Eyes“ Mega-Erfolge feierten. Und nun die frohe Botschaft an ihre Fans: Die deutsche Girl-Group kehrt zurück mit einem Remake ihres größten Hits. „Wir waren über die Jahre vereinzelt in Kontakt. Haben uns alle immer auf dem Laufenden gehalten, was bei uns so passiert. Aber wir haben uns zu viert seit zehn Jahren nicht gesehen.


Die Schwiegermutter der Queen

Karin Feuerstein-Praßer: Alice von Battenberg – Die Schwiegermutter der Queen: Die für etliche Biographien bekannte freie Historikerin stützt sich hauptsächlich auf Informationen Rainers von Hessen, das Großherzogliche Familienarchiv, das Staatsarchiv Darmstadt, Krankenakten und Lebenserinnerungen anderer Familienmitglieder. Die Queen wurde für diese Biographie nicht interviewt.


Die Schlange im Wolfspelz

Der Germanist und Literaturkritiker Maar schöpft in seinem Standardwerk aus der Fülle seines Spezialwissens, dem eine, obwohl überdurchschnittlich auch in Weltliteratur, Belesene nur zum Teil folgen kann. Hier sind in fünfzig Porträts Autoren versammelt, auf die man noch nie in einer Buchhandlung, sondern allenfalls in Fachbereichsbibliotheken gestoßen ist. Da könnte man jetzt einwenden, das sei u.U. ein Zeichen (mangelnden) Qualitätsbewusstseins der Leserin oder für (überragendes) Können des Autors.