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“Kalmann”

Joachim B. Schmidt hat gerade seinen Diogenes Debütroman “Kalmann” veröffentlicht – der Autor wies mich darauf hin, dass er vorher schon 3 Romane in anderen Verlagen veröffentlicht hat. Wie der ungewöhnliche Protagonist seines Romans lebt er auf Island. Der gebürtige Schweizer hat auf der Insel eine zweite Heimat gefunden. rantlos spricht mit dem Autoren über Kalmann , Island und Gammelhai. 

Joachim B. Schmidt © Eva Schram

rantlos: Guten Tag, Joachim B. Schmidt, sie sind Schweizer und leben auf Island, das ist für Deutsche insofern seltsam, als alle schönen Landschaften in Deutschland “Schweiz” als Ehrentitel tragen download ard radio tatort for free. was hat Sie nach Island gezogen? Und vermissen Sie dort die Schweiz nicht? 

Joachim B. Schmidt:

Die Neugierde! Es ist wohl meinem Oberstufenlehrer Herr Lanfranchi, der uns von Island berichtete, zu verdanken, dass mich die Schweizer losgeworden sind. Oder doch eher meiner Patentante? Denn sie spendierte mir zum 16. Geburtstag eine Islandreise und begleitete mich 1997 auf die Vulkaninsel. Es war Liebe auf den ersten Blick! Ich war wie weggeblasen. Das Meer, die Berge, die Luft, die Weite… Die enge Bergwelt der Alpen hat mich damals gelangweilt. Island ist Faszination und Inspiration Download bitdefender free. Ich bin überzeugt, dass Island einen Schriftsteller aus mir gemacht hat. Aber heute vermisse ich natürlich meine alte Heimat, die mächtigen, wunderschönen Berge, die Herbstwälder, die Sommersonne, das Essen, die Altstädte, Zugfahren… Aber in Island fühle ich mich nun daheim. Ich bin noch immer wie weggeblasen. Hier gehöre ich hin.

rantlos: Ihr großartiger Debütroman “Kalmann” spielt beim Arctic Henge. Eine neuzeitliche, künstlerische Antwort auf das Englische Stonehenge. Hier passieren eine ganze Menge “schlimme Dinge” im Roman. Wollen Sie Touristen abschrecken, warnen oder anlocken? 

Joachim B spotify mobil herunterladen. Schmidt:

Anlocken natürlich, anlocken! Ich würde es den Leuten da oben wirklich gönnen, wenn sie auch was vom Touristenstrom abbekämen. Und wenn ich mir dann vorstelle, wie diese Touristen die verdutzten Einheimischen nach Kalmann fragen, oder danach, wo jetzt dieser Eisbär ausgestopft sei, muss ich grinsen.

rantlos: Kalmann ist kein gewöhnlicher Roman Protagonist. Er sieht die Welt mit seinen eigenen Augen herunterladen. Was war ihr Beweggrund einen Menschen, der aus der Norm fällt so in den Mittelpunkt ihrer Geschichte zu setzen?

Joachim B. Schmidt:

Ich mag Aussenseiter. Darum wählte ich auch Raufarhöfn als Schauplatz; ein Aussenseiterdorf. Und jede und jeder darf da sein, wie er will. Darum passt da Kalmann auch irgendwie hin, er ist ganz bestimmt nicht der Einzige, der aus der Norm fällt. Also alles ganz normal. Aber lustig wird es dann, wenn Leute aus Reykjavik kommen, etwa die Polizistin Birna, die Reporter oder die Leute von den Suchtrupps download tracker. Das macht dann grossen Spass beim Schreiben, wenn die – in unseren Augen – «normalen» Leute plötzlich die Deppen sind. Kalmann hat sich wie von selber geschrieben. Ich glaube, er hat in mir gesteckt und einfach mal rausgewollt. Durch ihn habe ich viel über mich gelernt. Wir alle haben nämlich einen Kalmann in uns, und wir sollten uns dafür nicht schämen.

rantlos: Gammelhai spielt eine wichtige Rolle in Kalmanns Leben. Schmeckt ihnen das herunterladen? Oder gehört Gammelhai zu Island wie fermentierte Sojabohnen zu Japan? Oder geht es Ihnen darum durch ihren Roman mitzuhelfen, die Tiere der Arktis schützen zu helfen?  

Joachim B. Schmidt:

Gammelhai schmeckt mir, ja, aber ich brauchte etwa zehn Jahre, bis ich soweit war. Inzwischen löffle ich auch jeden Morgen Lebertran mit dem Suppenlöffel, ohne mit der Wimper zu zucken. Wirklich Wahnsinn, an was man sich alles gewöhnen kann! Gammelhai gehört zu einem «alten» Island, würde ich jetzt mal sagen. Es hat also mit Nostalgie zu tun, die ja im Buch – vor allem, wenn es um Kalmanns Grossvater geht – mitschwingt birthday card.

Die Tiere der Arktis zu schützen war indes nicht mein Grund gewesen, dieses Buch zu schreiben. Aber ich konnte es mir trotzdem nicht verkneifen, ein wenig Kritik einfliessen zu lassen, etwa wenn es um Überfischung geht, darum, dass man 500-jährige Tiere eigentlich nicht essen sollte, oder Kalmanns Trauer beim grossen Showdown am Schluss. 

rantlos: Haben Sie schon ein neues Romanprojekt? 

Joachim B. Schmidt:

Klar, immer! Ein neuer Roman erscheint bei Diogenes im Frühjahr 2022 (mehr will ich noch nicht verraten), zwei weitere Romane sind in Arbeit. Bis dahin gibt’s da und dort noch die eine oder andere Kurzgeschichte. 

rantlos: Wie würden Sie die Isländische Gesellschaft und Mentalität beschreiben update herunterladen dauert ewig? Was können wir von den Isländern lernen?  

Joachim B. Schmidt:

Dazu könnte ich auch ein ganzes Buch schreiben. Ganz Grundsätzlich kann man sagen, dass die Isländer auch nur Menschen sind, wie Sie und ich. Es nervt mich manchmal, wenn in Dokumentarfilmen die Isländer fast schon übermenschlich dargestellt werden, verbunden mit der Natur und all der Quatsch. Die Isländer sind gesellig, neugierig, konsumfreudig, technologie-geil, extrem kreativ, locker, geschwätzig, lustig, aber gegenüber Fremden, die nicht so aussehen wie sie, verschlossen und abweisend… und und und kingdom hearts für pc kostenlosen. Sie haben Charakterstärken und Charakterschwächen. Meistens nervt mich ihr eifriges Nationalbewusstsein. Aber zu Zeiten einer Pandemie hat sich das total bewährt: Die Isländer stehen zusammen und ziehen an einem Strick. Die Corona-Massnahmen haben die Isländer ohne zu jammern (meistens zumindest) befolgt. Jeder Corona-Tote wurde betrauert. Die Isländer sind ein warmherziges Volk, das sich um die Kranken und Schwachen kümmert. Ich glaube, sie haben durch viele Katastrophen wie Vulkanausbrüche oder Finanzkrisen gelernt, dass man so eine Katastrophe am besten durchsteht, wenn man den Experten Glauben schenkt und alle am selben Strick ziehen download pixel gun 3d for free. Das könnten die Deutschen und die Schweizer von den Isländern lernen. 

rantlos: Sie haben so eine großartige Erzählgabe. Hatten Sie die schon immer, oder haben Ihnen die Isländischen Nächte im Winter geholfen ihre Gabe zu formen? 

Joachim B. Schmidt:

Danke! Ich bin geschmeichelt! Ich habe schon immer gerne Geschichten aufgeschrieben, schon als Kind. Aber den Mut und die Ruhe, ein ganzes Buch zu schreiben, habe ich erst in Island gefunden; auf einem Bauernhof in einem Fjord – im tiefen Winter.

rantlos: Herzlichen Dank für das Gespräch. Ich wünsche Kalmann viele interessierte Leser und mir bald einen neuen Roman aus Ihrer Feder. 

 

Die Fragen für rantlos stellte Birgit Steffani