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“Ich war noch niemals in New York”

Schillernd, bunt und rasant

Heike Makatsch, Katharina Thalbach, Marlon Schramm, Michael Ostrowski, Moritz Bleibtreu © Universal Pictures Germany

Lisa Wartberg ist die Starmoderatorin einer erfolgreichen Promishow. Zumindest denkt sie das. Aber die Einschaltquoten sind schlecht. Und auch Lisa steht kurz davor, ihren Job zu verlieren. Eigentlich sollte sich Lisa nun ganz auf die Karriere konzentrieren. Doch genau das funktioniert nicht, weil Lisas Mutter, Maria, nach einem Unfall ihr Gedächtnis verloren hat und plötzlich nur ein Ziel kennt: Sie will nach New York reisen, weil sie dort noch niemals war.

Als sich Maria als blinder Passagier auf ein luxuriöses Kreuzfahrtschiff schmuggelt und Lisa in Begleitung ihres Maskenbildners ebenfalls auf der MS Maximiliane landet, ist das Chaos vorprogrammiert. Und die Anwesenheit eines lebenserfahrenen Eintänzers, eines charmanten Bordzauberers und eines ordnungsliebenden Witwers nebst Sohn sorgen für große Gefühle.

Die Verfilmung des gleichnamigen Musicals, basierend auf den großen Hits von Udo Jürgens, ist von der ersten Minute an schillernd, bunt und rasant. Die Kulissen strahlen in Pastellfarben, alles wirkt wie in einer riesigen Theaterinszenierung – und doch darf man sich als Zuschauer sofort in die Szenerie eingebunden fühlen. Das liegt auch an der erstklassigen Besetzung mit Heike Makatsch, Moritz Bleibtreu, Katharina Thalbach, Uwe Ochsenknecht und vielen anderen, die die bekannten Lieder von Udo Jürgens mit viel Verve darbieten und sich voller spielerischer Innbrunst und sprühendem Witz in ihre Rollen werfen.

Auch romantisch und nachdenklich

Die Liedtexte bilden den Rahmen der Handlung und werden geschickt variiert und arrangiert. Und neben all den lustigen Verwicklungen und den musicalgleichen Choreographien, die Philipp Stölzl und sein Team geschickt in Szene setzen, sind es Lieder wie „Merci, Cheri“, „Und immer wieder geht die Sonne auf“ oder eben auch „Ich war noch niemals in New York“, die mit ihren großartigen Texten und ihrem Gefühl den romantischen und auch nachdenklichen Kern der Geschichte bilden.

Keine Kopie des Musicals

Drehbuchautor Alexander Dydyna und Co-Autor Philipp Stölzl, der auch die Regie übernahm, erlagen zum großen Glück nicht der Versuchung, eine filmische Kopie des Musicals zu realisieren. So ist es ein eigenständiger Film geworden, der die Grundzüge der Handlung mit Einbeziehung der Hauptprotagonisten in veränderten Ausgangslagen präsentiert.
Mit sicherer Hand inszeniert Stölzl das märchenhafte, teils auch bewusst überdrehte Spiel um Trauer und Liebe, Freundschaft und Lebensfreude. Die textliche Qualität der Dialoge in den Sprachsequenzen ist teils heiter, teils berührend, und führt mit präziser Montage stets perfekt in die Musical-Sequenzen über.

…und dazu eine hervorragende Besetzung

Katharina Thalbach und Uwe Ochsenknecht © Universal Pictures Germany

Mit Heike Makatsch als Lisa, Moritz Bleibtreu als Axel, Uwe Ochsenknecht als Otto und die sehr präsente Katharina Thalbach als Maria besitzt der Film eine hervorragende Besetzung, die mit Lust und Freude ihre Parts zu singen und zu tanzen vermag. Dies entsprechend ihrem doch unterschiedlichen choreografischen und gesanglichen Potential, was das ganze Spektakel aber noch sympathischer macht.

Erlaubt sei auch, auf das darstellerische Gefälle bei den Randfiguren in den Massenszenen hinzuweisen, die nicht in jeder Sequenz überzeugen können. Die Kameraführung, Ausstattung, Maske und Kostüme gehören zu den weiteren gelungenen handwerklichen Leistungen.

Fazit

ICH WAR NOCH NIEMALS IN NEW YORK ist ein Film voller Lebensfreude und Spaß über das Suchen und Finden der Liebe. Ein Film, der nicht nur Fans des gleichnamigen Musicals und von Udo Jürgens glücklich machen wird.

Prädikat besonders wertvoll (Deutsch Film- und Medienbewertung)

 

Filminfos

Gattung: Drama; Spielfilm
Regie: Philipp Stölzl
Darsteller: Heike Makatsch; Moritz Bleibtreu; Katharina Thalbach; Uwe Ochsenknecht; Michael Ostrowski; Pasquale Aleardi; Marlon Schramm
Drehbuch: Jan Berger; Alexander Dydyna
Kamera: Thomas W. Kiennast
Schnitt: Sven Budelmann
Länge: 129 Minuten
Kinostart: 17.10.2019
Verleih: Universal
Produktion: UFA Fiction GmbH, Ziegler Film GmbH & Co. KG; Mythos Filmproduktions GmbH & Co. KG; Graf Filmproduktion GmbH;
FSK: 0
Förderer: MFG Baden-Württemberg; FFA; MBB; DFFF; MDM; Film- und Medienstiftung NRW