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Gelobt sei Gott

Übergriffiges Mauern

François Marthouret und Max Libert © Pandora Film Medien GmbH

Sexuelle Übergriffe gegenüber Minderjährigen im Einflussbereich der katholischen Kirche bleiben nach wie vor in den Schlagzeilen. Dies ist auch in Frankreich so. Vor realen und erschütternden Vorfällen im Hintergrund greift „Gelobt sei Gott“ mitten hinein in ein unfassbares Drama.

Seit Jahren kommen immer mehr Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche an das Tageslicht. Auch in Frankreich ist das so. Im konkreten Fall soll der Pater Bernard Preynat zwischen 1986 und 1991 in mehr als 80 Fällen gegenüber minderjährigen Kindern sexuell übergriffig geworden sein. 

Die katholische Kirche wollte diesen Skandal unter den Tisch kehren. „Gott sei Dank seien die Taten bereits verjährt“ bemerkte 2016 Kardinal Philippe Barbarin. Ein Sturm der Empörung brach los. Barbarin wird schließlich Anfang dieses Jahres wegen Nichtanzeige sexueller Übergriffe zu sechs Monaten Bewährungsstrafe verurteilt. Einsichtsfähigkeit bei dem Lyoneser Kirchenmann: Fehlanzeige.

Eindeutig auf Seiten der Opfer

Dies ist der konkrete Hintergrund für das Missbrauchsdrama „Gelobt sei Gott“ von Francois Ozon. Der Regisseur positioniert sich eindeutig auf der Seite der Opfer. Seine ausgiebigen Recherchen lassen den Film zu einer ruhigen und dennoch verstörenden Anklage werden. Es bleibt kein Raum für Meinungsalternativen. Immer mehr Missbrauchsopfer melden sich und outen ihre Traumatas. Auch in Frankreich verändern diese Schrecklichkeiten mediales und öffentliches Bewusstsein.

Die Story: Der Banker Alexandre (Melvil Poupaud) hat Jahrzehnte unter dem Missbrauch gelitten. Im Juni 2014 wird er aktiv, um zu verhindern, dass so etwas auch anderen Kindern zustößt. Der fünffache Familienvater und immer noch streng gläubige Katholik sucht eine Aussprache mit der Diözese. Er findet es unfassbar, dass Kardinal Barbarin (Francois Marthouret) zwar Verständnis für sein Leid äußert. Konkret unternehmen aber will er nichts. 

Pater Preynat gibt seine Taten zwar zu – aber er fühlt sich als Pädophiliekranker ebenfalls als Opfer. Alexandre erstattet Anzeige bei der Polizei und macht sich auf die Suche nach weiteren Missbrauchsopfern von Preynat. Er wird schnell fündig.

Sachlich und dennoch aufrüttelnd

Der Film ist keine monolithische Anklage gegen den oder auch dieTäter. Vielmehr steht das zögerlich-mauernde Verhalten der katholischen Kirche im Zentrum. Diese Zusammenhänge entfaltet der Regisseur und Autor ganz langsam. Und er bleibt seinem dokumentarischen Ansatz treu, in dem im Film immer wieder E-Mails eingeblendet werden, die in einer höflichen Form übelste Schrecklichkeiten transportieren.

Fazit von filmstart.de: Francois Ozons „Gelobt sei Gott“ ist ein stark recherchiertes, betont sachliches und gerade deshalb so aufrüttelndes Opfer-Plädoyer,..

 

Infos

Gelobt sei Gott (2019)

Originaltitel

Grâce à Dieu

Startdatum

26.09.2019

FSK

6

Regie

Francois Ozon

Darsteller

Melvil Poupaud Denis Menochet Swann Arlaud Josiane Balasko Eric Caravaca

Genre

Drama

Tags

Sexueller Missbrauch Katholische Kirche Berlinale 2019 Berlinale 2019 Wettbewerb Gewinner Berlinale 2019