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„Edie – Für Träume ist es nie zu spät“

Hinein in den Alptraum einer Sehnsucht

Kevin Guthrie und Sheila Hancock Copyright Cape Wrath Films Ltd.

Das kineastische Highlight „Ziemlich beste Freunde“ ist und bleibt ein Maßstab für Filmstücke im Spannungsbogen zwischen Alt und Jung. Insbesondere dann, wenn das Alter durch Krankheit dramatisiert wird. Und nun zieht ein neues Stück aus diesem Genre über die Leinwände der Kinos. „Edie“ heißt das leichte Drama des britischen Regisseurs Simon Hunter. Im Untertitel die Botschaft der Story: „Für Träume ist es nie zu spät“.

In der Tat zeigt uns die 83-jährige Edie (Sheila Hancock), gerade Witwe geworden, wie man es schafft, einen alten Traum zu verwirklichen. Sie hat es sich in ihren liebenswert faltigen Kopf gesetzt, in Schottland den berühmt-berüchtigten Berg Suliven zu besteigen. Motor für diese unstillbare Sehnsucht ist die Tatsache, dass sie sich ein halbes Leben lang hat unterordnen müssen. Schlussendlich ihrem an den Rollstuhl gefesselten Mann.

Brücken für eine wachsende Nähe

Sheila Hancock ©Cape Wrath Films Ltd.

Nun ist sie frei, trifft am Fuße des Suliven ein, hat aber für die erste Nacht kein Hotel. Es hilft ihr der junge Jonny (Kevin Guthrie) mit einem primitiven Schlafplatz aus. Daraus erwachsen weitere Hilfen wie eine bessere Ausrüstung und völlig überteuert die Hilfe als Bergführer. Über diese Brücken finden die beiden im Geiste ein wenig zusammen. Sie war Jahrzehnte lang Krankenpflegerin wider Willen und er hat sich seiner Business-orientierten und sehr dominanten Freundin untergeordnet.

Während sich im Laufe des Films herrliche Landschafts- und Bergaufnahmen aneinander reihen, wächst die Handlung in ein voraussehbares Drama hinein. Die eigensinnige Edie will den Berg alleine bezwingen – und gerät in ein massives Unwetter. Das Zelt fliegt weg, der Traum scheint aus zu sein. Das Drama ist perfekt. Am Ende kann Jonny, der Retter, als derjenige gefeiert werden, der die alte Dame bis kurz vor die Bergspitze begleitet. Den Rest schafft Edie mit Hilfe der Motivation ihres jungen Begleiters alleine.

Zwischen Lokalkolorit und Klischees

Wer also die Berge liebt, wer eine unerfüllte Sehnsucht nach Schottland hat, wer voraus kalkulierbare Handlungen beruhigend findet, wer in viel Lokalkolorit mit schwelgen will, wen die zu stark ausgeprägten Handlungsklischees einfach nicht stören, der ist in diesem Streifen gut aufgehoben. Auf keinen Fall aber sollte er einen mitlaufenden Vergleich zum meisterhaften Urtyp dieses Genres „Ziemlich beste Freunde“ suchen.

 

Drehbuchautorin: Elizabeth O`Halloran

Filmkomponistin: Debbie Wiseman

Produzent: Mark Stothert

Chef-Kameramann: August Jakobsson

Chef-Cutter: Olly Stothert

bu