Das verlorene Paradies

Rezension von Dr. Aide Rehbaum

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Abdulrazak Gurnah: Das verlorene Paradies

Der Nobelpreisträger hat 1994 einen Entwicklungsroman vorgelegt helvete facelift. Erzählt wird die Geschichte aus der Perspektive des zwölfjährigen Yusuf vor dem Hintergrund der Kolonisation in Ostafrika Ende des 19ten Jahrhunderts download strategy games free full version.

Abdulrazak Gurnah © Mark Pringle

Yusufs Eltern betreiben ein kleines Hotel auf dem Land und sind verschuldet beim reichen arabischen Händler „Onkel Aziz“ schnittmuster baby latzhose kostenlos downloaden. Der nimmt den Jungen als Schuldsklave mit sich in eine tansanische Stadt, die nicht näher benannt ist. Dort hilft er im Krämerladen des Onkels, wo schon der etwas ältere Khalil in derselben Lage arbeitet bewerbungsvorlagen zumen. Yusuf wird wegen seiner freundlichen Art von den Kunden gemocht. Der Onkel bricht für mehrjährige Handelskarawanen ins Landesinnere auf und lässt ihn zurück Unable to apps iphone. Der Garten hinter dem Haus erscheint ihm als Paradies, er macht sich beim Gärtner beliebt, der ebenfalls quasi Eigentum des Onkels ist.

Immer mehr ähnelt die weitere Geschichte der biblischen Josephsgeschichte herunterladen. Yusuf wächst als eine Art Simplizissimus heran. Von seinen Eltern hört er nie wieder etwas, über ihr Schicksal wird er im Unklaren gelassen. Als er herangewachsen ist, nimmt ihn der Onkel mit auf die Karawane outlook bilder herunterladen wird nicht angezeigt. Staunend durchlebt er Strapazen, Krankheit und Tod und beobachtet die Grausamkeiten um sich herum, ohne dass er direkt betroffen ist. Die letzte Reise des Onkels endet als Fiasko, die Einheimischen, die sich nur zu gut an die arabischen Sklavenhändler erinnern, betrügen ihn nun ihrerseits download disney channel app. Er rettet nur einen Bruchteil seiner Waren und sein Lebene, weil zufällig die Deutschen durchs Dorf marschieren. Wieder zurück wird Yusuf in erotischer Absicht von der ersten Ehefrau des Onkels verfolgt programme zum downloaden. Er verliebt sich trotz aller Warnungen Khalils in Anima, die zweite Frau des Onkels. Hier bricht die Parallele zur Josephsgeschichte ab: sein Verhalten hat keine Folgen internet browser kostenlos downloaden chip. Schließlich deutet sich an, dass mit dem Einmarsch der Kolonialtruppe das oberflächlich friedliche Nebeneinander der multikulturellen Gesellschaft endet.

Es ist, als sei Yusuf durch seine Unschuld vor Unbill gefeit. Weder leidet er sehr unter dem Verrat seiner Eltern, noch den Strapazen der Karawane. Das zotige Verhalten der Mitreisenden perlt an ihm ab, Andeutungen versteht er nicht. Er macht sich bis zum überraschend unerklärlichen Ende wenig Gedanken über die Veränderungen und die Zukunft, kämpft für nichts. Der Roman ist ein Kaleidoskop genügsamer Menschen, die sich allem resigniert unterwerfen und nichts hinterfragen. Der Autor entwirft in einer bildreichen Sprache eine verklärte Sicht auf die historische Realität.

 

Abdulrazak Gurnah (geb. 1948 im Sultanat Sansibar) wurde 2021 mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet. Er hat bislang zehn Romane veröffentlicht, darunter »Paradise« (1994; dt. »Das verlorene Paradies«; nominiert für den Booker Prize), »Admiring Silence« (1996; »Donnernde Stille«), »By the Sea« (2001; »Ferne Gestade«; nominiert für den Booker Prize und den Los Angeles Times Book Award), »Desertion« (2006; »Die Abtrünnigen«; nominiert für den Commonwealth Writers’ Prize) und »Afterlives« (2020; »Nachleben«; nominiert für den Walter Scott Prize und den Orwell Prize for Fiction). Gurnah ist Professor emeritus für englische und postkoloniale Literatur an der University of Kent. Er lebt in Canterbury. Seine Werke erscheinen auf Deutsch im Penguin Verlag.

 

Penguin Random House Verlagsgruppe GmbH

Aus dem Englischen von Inge Leipold
Originaltitel: Paradise
Hardcover mit Schutzumschlag, 336 Seiten, 13,5 x 21,5 cm
ISBN: 978-3-328-60258-3